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Day Five: The Championships - Wimbledon 2016
Dustin Brown ist als starker Rasenspieler bekannt © Getty Images

Dustin Brown verliert einen spektakulären Schlagabtausch gegen Kyrgios. Annika Beck zieht als fünfte Deutsche in die 3. Runde von Wimbledon ein. Zverev muss nachsitzen.

Publikumsliebling Dustin Brown hat in Wimbledon die spektakuläre Fünfsatz-Show gegen den ebenso genialen wie wahnsinnigen Australier Nick Kyrgios verloren.

Nach 2:06 Stunden Spielzeit, zerpflückt von mehreren Regenpausen, unterlag Brown mit 7:6 (7:3), 1:6, 6:2, 4:6, 4:6. Die 4000 Zuschauer auf Court 2 der altehrwürdigen Anlage an der Church Road verabschiedeten den Deutsch-Jamaikaner mit Extra-Applaus, von Kumpel Kyrgios gab es am Netz eine innige Umarmung.

"Was ich mir vorgenommen hatte, habe ich gut gemacht. Es war klar, dass wir nicht 35 Mal den Ball über das Netz spielen werden", sagte Brown: "In den wichtigen Situationen hat Nick zu gut aufgeschlagen." 

Zverev braucht Geduld

Alexander Zverev wurde wie auch Novak Djokovic vom Regen gestoppt. Der 19-Jährige verabschiedete sich mit mit einer 2:1-Führung im fünften Satz gegen Michail Juschni in die Londoner Nacht. Die unterbrochenen Spiele werden am Samstag wieder aufgenommen. 

Benjamin Becker musste dagegen in der zweiten Runde die Segel streichen. Der 35-Jährige unterlag Tomas Berdych klar mit 4:6, 1:6, 2:6. In der nächsten Runde könnte für Berdych schon das nächste Duell mit einem Deutschen anstehen. Der Tscheche trifft auf den Sieger der Partie zwischen Alexander Zverev und dem Russen Michail Juschni

Beck überrascht sich selbst

Stunden zuvor hatte Annika Beck (Bonn) einen der wenigen trockenen Momente am fünften Turniertag genutzt und sich selbst überrascht.

Die 22-Jährige aus Bonn, die vor Wimbledon drei Wochen wegen einer Rückenverletzung pausiert hatte, gewann gegen die Weißrussin Alexandra Sasnowisch locker-leicht 6:2, 6:1 und zog erstmals in die dritte Runde des bedeutendsten Tennisturniers der Welt ein. Dort trifft sie auf die sechsmalige Titelträgerin Serena Williams, die sich in die dritte Runde quälte.

Beck besorgte sich extra Tickets, um Centre-Court-Atmosphäre zu schnuppern und meinte später: "Ich war sehr beeindruckt. Ich hoffe, wir spielen auf diesem Platz." Tipps wolle sie sich von Fed-Cup-Kollegin Angelique Kerber holen, die Williams im Finale der Australian Open geschlagen hatte.

Erstmals fünf deutsche Frauen in der 3. Runde

Es ist das erste Mal in der Geschichte des modernen Tennis (seit 1968), dass fünf deutsche Spielerinnen in der dritten Runde von Wimbledon stehen. Vor Beck hatten Kerber (Kiel/Nr. 4), Sabine Lisicki (Berlin), Carina Witthöft (Hamburg) und Anna-Lena Friedsam (Neuwied) ihre Zweitrundenmatches gewonnen. Alle sollten bereits am Freitag spielen, doch das englische Sommerwetter machte ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Nun überlegen die Organisatoren, den traditionell spielfreien "Middle Sunday" zu opfern. In 129 Auflagen der Championships zuvor war dies nur dreimal passiert - 1991, 1997 und 2004. Allerdings ist der Spielplan durch den Londoner Landregen derart durcheinandergewürfelt, dass nach und nach die Optionen ausgehen. Die beiden ersten Runden der Herrendoppel wurden auf zwei Gewinnsätze verkürzt und Matches des Juniorenturniers auf die Rasenplätze in Roehampton verlagert.

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