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Aegon Championships - Day Seven
Andy Murray und Milos Raonic stehen sich im Finale von Wimbledon gegenüber © Getty Images

In Wimbledon spielt Milos Raonic sein erstes Grand-Slam-Finale (15 Uhr im Liveticker) gegen Volksheld Andy Murray. Der Kanadier kennt das Gefühl, der Schurke zu sein.

Andy Murray trifft im Finale von Wimbledon auf Milos Raonic.

Die Sympathien auf dem Centre Court werden klar verteilt sein (ab 15 Uhr im LIVETICKER) Der Schotte hat sich längst zum Volkshelden gemausert, nachdem er 2013 die 77-jährige Wartezeit der stolzen Briten auf einen Titel bei ihrem Heim-Grand-Slam beendet, Olympiagold in London und den Davis Cup gewonnen hatte. Raonic kennt das Gefühl, der Schurke in der Geschichte zu sein.

Im Halbfinale gegen Legende Roger Federer waren beinahe 15.000 Zuschauer gegen ihn und für den Schweizer, doch Raonic setzte sich in einem dramatischen Fünfsatz-Krimi durch.

Später sagte er: "Ich weiß nicht, ob es notwendig ist, der Bösewicht zu sein. Du musst mit dem fertig werden, was auf dich zukommt. Zuallererst muss ich mit mir fertig werden, dann mit Andy. Über den Rest habe ich keine Kontrolle."

McEnroe als entscheidender Faktor

Beinahe schon gelassen geht Raonic sein erstes Grand-Slam-Finale an, ihn stört es nicht ein bisschen, wenn sein Sonderberater John McEnroe seine Spiele lieber aus der Kommentatorenkabine der BBC begleitet, als in seiner Box zu sitzen. "Das macht keinen großen Unterschied, ich komme damit klar", sagte Raonic zu den Verpflichtungen des dreimaligen Wimbledonsiegers aus den USA: "Er hat positiven Einfluss auf mich, wir haben uns von Beginn an sehr klar verstanden.

McEnroes Engagement im Team um den früheren Weltranglistenersten Carlos Moya aus Spanien hat Raonic den entscheidenden Schritt nach vorne gebracht. Er ist nicht mehr nur das 1,96 m große Kraftpaket, das seine Aufschläge mit 230 Stundenkilometern ins Feld hämmert.

Die größte Herausforderung steht ihm noch bevor. Gegen Murray hat er fünfmal in Folge verloren, dreimal davon in diesem Jahr, das letzte Aufeinandertreffen liegt gerade drei Wochen zurück. 

Erstmals nicht gegen Djokovic oder Federer

Beim Rasenturnier im Londoner Queen's Club gewann Murray in drei Sätzen. Großbritannien hofft nach dem Brexit-Schock und dem erneut frühen Aus der Fußballer bei der EM in Frankreich endlich wieder auf positive Schlagzeilen. Murray kann dafür sorgen, das hat er bewiesen. Sein ewiger Rivale Novak Djokovic, gegen den er in diesem Jahr in Melbourne und Paris im Finale verlor, war früh gescheitert.

In Ivan Lendl hat er seinen Erfolgscoach zurück, der ihn zu seinen zwei Titeln bei den US Open (2012) und in Wimbledon geführt hatte. Erstmals in seiner Karriere spielt er ein Grand-Slam-Finale nicht gegen Djokovic oder Federer.

"Das ist eine Gelegenheit. Ich habe mich in eine Position gebracht, das Turnier erneut zu gewinnen", sagte Murray selbstbewusst: "Aber Milos ist ein starker Gegner. Er hat sich das Finale verdient."

SPORT1 begleitet das Endspiel ab 15 Uhr im LIVETICKER auf SPORT1.de und in der SPORT1 App.

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