vergrößernverkleinern
Angelique Kerber
Angelique Kerber kann bei den US Open ihr traumhaftes Tennisjahr krönen © SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann/Getty Images

München - Angelique Kerber kann bei den US Open ihre Traumsaison krönen. SPORT1 analysiert ihre Chancen, die Konkurrenz und wie sie Nummer eins werden kann.

Angelique Kerber kann bei den US Open (tägl. in LIVETICKER und LIVESCORES) ihr unglaubliches Tennis-Jahr mit ihrem zweiten Grand-Slam-Titel und Weltranglistenplatz eins krönen.

SPORT1 analysiert vorab ihre Chancen, blickt auf ihre US-Open-Vergangenheit und Titelrivalinnen und erklärt, wie sie zur neuen Nummer eins werden kann.

- Form und Titelchancen:

Kerber ist in der Form ihres Lebens. Mit 47 Siegen hat sie in diesem Jahr zehn mehr als die zweiterfolgreichste Spielerin eingefahren. Spätestens seit dem Australian-Open-Triumph weiß die 28-Jährige zudem, dass sie auch auf der größten Bühne siegen kann. Auch ihre Auftaktpartie in das US-Turnier gewann sie locker.

TENNIS-AUS-OPEN
Angelique Kerber (r.) gewann in diesem Jahr das Australian-Open-Finale gegen Serena Williams (r.) © Getty Images

Zwar hat Kerber ihre letzten drei Finals verloren - das mit fehlender Nervenstärke gleichzusetzen, ist jedoch Quatsch. Einzig im Olympia-Finale sah es aus, als ob sie der Druck etwas hemmte, wenngleich Gegnerin Monica Puig auch wie in einem Rausch spielte.

Bei der klaren Final-Niederlage in Cincinnati war nach dem elften Match in 14 Tagen dagegen einfach der Tank leer. Dank der Woche Pause zählt Kerber bei den US Open aber wieder zu den heißesten Titelanwärterinnen - speziell, da sie die beste Auslosung aller Favoritinnen erwischt hat.

- US-Open-Bilanz und Bedingungen:

Historie: Kerber wird vermutlich für den Rest ihrer Karriere mit einem guten Gefühl nach New York reisen - schließlich hat sie den US Open viel zu verdanken. Nachdem sie bei zuvor vier Grand Slams kein Match gewann, gelang ihr dort mit dem Halbfinaleinzug 2011 der Durchbruch. Seitdem kam Kerber allerdings nicht mehr über das Achtelfinale hinaus.

2011 US Open - Day 11
Bei den US Open 2011 feierte Angelique Kerber ihren großen Durchbruch © Getty Images

Belag: Der Hartplatz in New York ist etwas schneller als der in Rio, was Power-Spielerinnen wie Serena Williams, Petra Kvitova oder Madison Keys entgegenkommt. Das Spiel von Allrounderin Kerber ist für diesen Belag jedoch ebenfalls geeignet. 

Hitze: In der ersten Woche werden Temperaturen um die 30 Grad erwartet, gerade das Arthur-Ashe-Stadium wird da schnell zum Glutofen. Kreislaufprobleme sind dann keine Seltenheit - die enorm fitte Kerber hat mit großer Hitze aber meist wenig Probleme.

- Kerbers gefährlichste Konkurrentinnen: 

Serena Williams: Drei Partien hat die Nummer eins seit ihren Wimbledon-Sieg bestritten und alle fragen sich, ob ihre Schulter halten wird. Spätestens nach Runde eins dürfte man schlauer sein, denn mit Jekaterina Makarowa hat sie das schwerstmögliche Erstrundenlos erwischt. Sollte Williams jedoch wieder bei 100 Prozent sein, deutet vieles auf ein erneutes Traumfinale mit Kerber hin.

Simona Halep: Die Rumänin hat seit den French Open nur gegen eine Spielerin verloren - Kerber. Dennoch hat Halep eine positive Bilanz gegen die Deutsche und auf Hartplatz vier von fünf Partien gegen sie gewonnen. Da kommt es Kerber sehr gelegen, dass sie erst im Finale auf Halep treffen könnte und in deren Draw viele Stolperfallen lauern.

Madison Keys: Für Serena Williams ist sie die "zukünftige Nummer eins". Bestätigt Keys ihre neu gewonnene Konstanz, ist ein Halbfinalduell mit Kerber drin. Erwischt Keys dann einen Sahnetag, ist sie für Kerber unschlagbar. Tritt dieses bisher seltene Ereignis nicht ein, kann Kerber mit ihrer exzellenten Defensive Keys altes Problem - die Ungeduld - hervorlocken und auch diese Hürde meistern.

- Das Rennen um die Nummer eins:

Kerbers Chancen auf die Nummer eins sind sogar noch größer als auf den Titel. Denn als letztjährige Halbfinalistin hat Serena Williams deutlich mehr Punkte zu verlieren als Kerber, die bereits in Runde drei gescheitert war.

Zieht man die Punkte der US Open 2015 ab, liegt Kerber mit 6730 Punkten fast 500 Punkte vor Williams. Daher bleibt die US-Amerikanerin nur bei Titelgewinn sicher auf Rang eins.

Scheitert Williams vor dem Halbfinale, überholt Kerber sie unabhängig vom eigenen Abschneiden. Kommt Kerber mindestens ins Viertelfinale, muss Williams bereits das Finale erreichen. Nur Außenseiterchancen auf die Nummer eins haben Garbine Muguruza und Agnieszka Radwanska.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel