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Andrea Petkovic feierte ihren fünften Turniersieg © getty

Andrea Petkovic setzt sich im Finale des WTA Tournament of Champions trotz Satzrückstands gegen eine Italienerin durch.

Sofia - Perfekte Krisenbewältigung: Andrea Petkovic hat dank einer Energieleistung das Finale von Sofia gewonnen und damit eine ideale Generalprobe für das Fed-Cup-Endspiel am kommenden Wochenende in Prag gefeiert.

Die zuletzt schwächelnde Weltranglisten-17. bezwang zum Abschluss des " WTA Tournament of Champions" die Italienerin Flavia Pennetta (Nr. 15) mit 1:6, 6:4, 6:3.

Planänderung nach Satzrückstand

"Ich bin happy. Nach dem verlorenen ersten Satz habe ich mir gesagt, du musst aggressiver spielen. Dieser Plan ging dann perfekt auf", sagte Petkovic, die noch vor der Siegerehrung zum Handy griff und telefonierte, ehe sie den riesigen Henkelpokal überreicht bekam: "Mal sehen, wie ich diesen bösen Jungen transportiere."

Auch Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner war erleichtert.

"Dieses Selbstvertrauen kommt genau richtig. Den Schwung werden wir versuchen mitzunehmen. Wir freuen uns jetzt alle auf das Eintreffen von Andy", sagte die 41-Jährige mit Blick auf das Finale gegen Gastgeber Tschechien am 8./9. November in Prag.

Fünfter Turniersieg

Nach 2:11 Stunden verwandelte Petkovic ihren ersten Matchball und durfte sich über ihren insgesamt fünften Turniersieg freuen.

In dieser Saison hatte die 27-Jährige bereits die Veranstaltungen in Charleston und Bad Gastein gewonnen.

Petkovic startete schlecht in ihr zehntes WTA-Finale und geriet mit 0:4 in Rückstand, ehe sie ihr erstes Aufschlagspiel durchbringen konnte. Nach dem klar verlorenen ersten Durchgang steigerte sich die Darmstädterin aber und minimierte ihre Fehlerquote.

Break im siebten Spiel

Im entscheidenden Satz glückte Petkovic dann das Break im ominösen siebten Spiel zum 4:3.

Im Anschluss ließ sie, die acht von zwölf Breakbällen abwehrte, nichts mehr anbrennen und zeigte nach ihrem Comeback der besonderen Art stolz die Siegerfaust.

Durch den Coup in der Arena Armeec tankte French-Open-Halbfinalistin Petkovic viel Selbstvertrauen für das Fed-Cup-Finale, für das sie neben Angelique Kerber (Kiel) als zweite deutsche Einzelspielerin gesetzt ist.

Petko mit aufsteigender Form

Im Halbfinale hatte sich Petkovic gegen die Spanierin Garbine Muguruza mit 6:1, 6:4 durchgesetzt.

Bereits beim vorangegangenen Sieg gegen Melbourne-Finalistin Dominika Cibulkova (Slowakei) hatte die Hessin aufsteigende Form gezeigt, nachdem sie vor drei Wochen nach ihrem Erstrundenaus in Luxemburg unter Tränen körperliche und private Probleme angedeutet hatte.

Pennetta hatte in der Runde der letzten Vier Carla Suarez Navarro mit 6:4, 6:2 kaum eine Chance gelassen. Das Gruppenduell mit Suarez Navarro hatte Petkovic zu Beginn des Turniers mit 0:6, 4:6 verloren und dadurch Schlimmes befürchten lassen. Doch es kam anders.

Teilnahme trotz Bedenken

Dabei hatte Petkovic sogar mit dem Gedanken gespielt, ihre Teilnahme am letzten bedeutenden Turnier der Saison aufgrund ihrer körperlichen Verfassung abzusagen.

In diesem Fall hätte ihr die WTA allerdings wichtige Weltranglistenpunkte abziehen können - wodurch Petkovic eine günstige Setzung bei den Australian Open (19. Januar bis 1. Februar 2015) riskiert hätte.

Letztlich erwies sich der Start in Sofia, wo Petkovic in ihrer Jugend schon einmal ein ITF-Turnier gewonnen hatte, als goldrichtige Entscheidung, um Selbstvertrauen für den Saisonhöhepunkt in Prag zu sammeln.

Am Montag will sie ihrem Team hinterherreisen, das bereits am Sonntagabend in der tschechischen Hauptstadt angekommen war.

Qualifiziert waren für das zunächst im Gruppenformat durchgeführte und mit insgesamt 750.000 Dollar dotierte Turnier in Sofia neben den Wildcard-Inhaberinnen Pennetta und Swetana Pironkowa (Bulgarien) die sechs bestplatzierten Turniersiegerinnen des Jahres nach den acht Teilnehmerinnen des Saisonfinales in Singapur.

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