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TENNIS-WTA-SIN
Angelique Kerber muss beim WTA-Finale nach der Gruppenphase abreisen © Getty Images

Für Angelique Kerber ist beim WTA-Finale in der Vorrunde Schluss. Die 27-Jährige macht dafür den Turnier-Modus verantwortlich, dieser sei "einfach nicht fair."

Angelique Kerber hat nach dem verpassten Halbfinale beim Saisonabschluss-Turnier den Modus von Singapur als unfair kritisiert.

"Bei jedem wichtigen Turnier wie einer Fußball-WM zum Beispiel werden die letzten Gruppenspiele parallel ausgetragen. Das ist einfach fairer und sollte auch hier so sein", sagte die deutsche Nummer eins nach dem 4:6, 3:6 im abschließenden Vorrundenmatch gegen Lucie Safarova (Tschechien/Nr. 8).

Der 27-jährigen Kerber hätte schon ein Satzgewinn zum Sprung ins Halbfinale gereicht. Die Kielerin machte keinen Hehl daraus, dass diese Tatsache sie gehemmt habe. "Ergebnisorientiert zu spielen, ist etwas, was ich nie mache. Es war eine neue Situation. Ich war sehr angespannt und habe nie meinen Rhythmus gefunden", sagte Kerber.

Konstellation zufällig erfahren

Eigentlich hatte die Linkshänderin vor ihrem Spiel gar nicht wissen wollen, welche Konstellation für das Halbfinale gereicht hätte. Doch in den Katakomben hatte Kerber unfreiwillig mitbekommen, dass ihr bereits eine Dreisatz-Niederlage gelangt hätte.

Dies hatte der 6:4, 4:6, 7:5-Erfolg von Garbine Muguruza (Spanien/Nr. 2) gegen Petra Kvitova aus Tschechien (Nr. 4) möglich gemacht. Kerber gab sich nach der Enttäuschung aber auch selbstkritisch.

"Ich bin einfach nicht in den Tunnel gekommen. Das war wieder eine Erfahrung, aus der ich lernen werde. Dieses Jahr war lehrreich", meinte sie.

Kerber verpasst historische Chance

Im entscheidenden Moment versagten Kerber die Nerven. Deutschlands beste Tennisspielerin agierte zu passiv, wirkte zögerlich und ließ Safarova immer wieder mit der Vorhand punkten. Der an Position acht gesetzten Tschechin gelangen 30 Gewinnschläge.

Kerber fand im Linkshänderinnen-Duell kein Mittel gegen French-Open-Finalistin. Die Kielerin servierte zudem schwach, nur zu 55 Prozent fand ihr erster Aufschlag das Ziel. Beim Stand von 4:5 im ersten Satz verdeckte Kerber ihr Gesicht beim Seitenwechsel mit einem Handtuch - der Frust und die Nervosität war bis unter das Hallendach zu spüren.

Die 27-Jährige hätte die erste deutsche Spielerin seit Steffi Graf 1998 werden können, die das Halbfinale beim prestigeträchtigen Saisonabschluss-Turnier erreicht.

Zuletzt hatte die 22-malige Grand-Slam-Siegerin aus Brühl das Masters 1996 gewonnen.

Kvitova nun gegen Scharapowa

Garbine Muguruza (Spanien/Nr. 2) hatte Kerber durch ihren 6:4, 4: 6, 7:5-Sieg über die Tschechin Petra Kvitova (Nr. 4) die Tür zum Halbfinale weit aufgestoßen. Dort spielen am Samstag nun Muguruza und Agnieszka Radwanska (Polen/Nr. 5) sowie Maria Scharapowa (Russland/Nr. 3) und Kvitova gegeneinander.

Kerber hat in dieser Saison vier Turniere (Charleston, Stuttgart, Birmingham, Stanford) gewonnen. Nur Branchenführerin Serena Williams (USA) holte mehr Titel (5).

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