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Angelique Kerber
Angelique Kerber gewann 2015 vier Turniere auf der WTA-Tour © Getty Images

Angelique Kerber feiert beim WTA-Finale gegen Kvitova einen Auftakt nach Maß und steigert ihre Chancen aufs Halbfinale. Daran will die 27-Jährige aber noch nicht denken.

Die Erleichterung über den Traumstart beim WTA-Finale war Angelique Kerber nach der wohlverdienten Sieger-Dusche deutlich anzusehen.

Mit nassen Haaren kam die deutsche Nummer eins in die Pressekonferenz im Indoor Stadium von Singapur - und strahlte über das ganze Gesicht.

"Ich kann jetzt selbstbewusst den weiteren Spielen entgegenblicken. Ich bin einfach happy, weil mein Matchplan funktioniert hat, und ich immer fokussiert war", sagte Kerber nach dem überzeugenden 6:2, 7:6 (7:3) gegen die zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova aus Tschechien (Nr. 4).

Durch die Revanche der besonderen Art gelang der Kielerin ein erster großer Schritt Richtung Halbfinale.

"Mache mir keinen Druck"

Daran wollte die beim Saison-Abschlussturnier an Position sechs gesetzte Kerber aber noch nicht denken.

"Ich mache mir keinen Druck und will weiterhin so viele Partien wie möglich gewinnen. Mal sehen, was dabei rauskommt", sagte die 27-Jährige, die am Mittwoch im zweiten Gruppenmatch auf ihre Angstgegnerin Garbine Muguruza (Spanien/Nr. 2) trifft (DATENCENTER: Ergebnisse "Weiße Gruppe"). Zwei Tage später bekommt es Kerber dann mit der Tschechin Lucie Safarova (Nr. 8) zu tun.

Nach 1:45 Stunden verwandelte Kerber gegen Kvitova ihren zweiten Matchball und streckte beide Arme Richtung Hallendach.

Kerber bleibt cool

Im zweiten Durchgang ließ sie sich auch von einem 0:3-Rückstand nicht beirren und wehrte beim Stand von 5:6 sogar zwei Satzbälle ab - einen mit einem Ass. "Ich war immer ganz ruhig, obwohl ich vor dem Spiel wirklich nervös war", meinte Kerber.

Es war erst der zweite Sieg von Kerber bei ihrer dritten Teilnahme (2012 und 2013) am Saison-Abschlussturnier. Im Linkshänderinnen-Duell mit Kvitova (25) gelang ihr der erste Erfolg nach zuvor vier Pleiten in Folge gegen die Tschechin. Sie revanchierte sich zudem für ihr Negativ-Erlebnis vor knapp einem Jahr im Fed-Cup-Finale in Prag, als sie beide Einzel verloren hatte.

In ihrer 73. Partie des Jahres (53:20 Erfolge) nutzte die sehr konzentriert wirkende Kerber gleich ihren ersten Breakball eiskalt und baute die Führung danach mit zwei Assen im eigenen Aufschlagspiel auf 3:1 aus.

Kvitova nicht bei 100 Prozent

Kvitova war anzumerken, dass sie nach ihrer Erkrankung am Pfeifferschen Drüsenfieber noch nicht zu alter Form zurückgefunden hat. Der US-Open-Viertelfinalistin unterliefen im Auftakt-Durchgang 13 unerzwungene Fehler.

Kerber, die sich im Vergleich dazu nur zwei "unforced errors" erlaubte, verwandelte nach nur 27 Minuten ihren ersten Satzball mit einem Service-Winner. In ihrer Box schauten Mutter Beata und Coach Torben Beltz zufrieden.

Bundestrainerin Rittner verteilt Lob

Danach steigerte sich Kvitova und setzte die Norddeutsche immer mehr unter Druck. Doch Kerber glaubte an sich und zeigte im Tiebreak wieder ihr bestes Tennis.

"Angie ist immer positiv geblieben. Dieser Sieg wird ihr noch mehr Ruhe und Zuversicht geben", lobte Bundestrainerin Barbara Rittner.

So hat Kerber in ihren Augen bei der inoffiziellen WM Chancen auf den Titel. "Wenn sie das zeigt, was sie kann, muss Angie sich vor niemandem verstecken."

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