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Die Premier League stellt Bundesliga und Primera Division auf dem Transfermarkt deutlich in den Schatten © Grafik SPORT1 Philipp Heinemann

München - England, Italien und Deutschland hauen richtig raus, Spanien und Frankreich halten sich erstaunlich zurück. SPORT1 analysiert die abgelaufene Transferperiode.

Rekorde, Rekorde, Rekorde – allerdings nicht überall.

Europas Ligen haben einen hektischen Transfersommer hinter sich. SPORT1 zeigt die Trends der abgelaufenen Wechselperiode.

- Neue Dimension für Premier League

Zum ersten Mal gaben Englands Vereine in einem Sommer zusammen mehr als eine Milliarde Pfund aus. In Euro sind das knapp 1,4 Milliarden, mehr als doppelt so viel wie jede andere Liga.

Die Serie A, die Bundesliga und die Primera Division müssten sich schon zusammenschließen, um auf ähnliche Ausgaben zu kommen.

Die vier Champions-League-Teilnehmer Leicester, Arsenal, Tottenham und Manchester City kauften allein für 483 Millionen Euro ein. Hinzu kommen Manchester United und der FC Chelsea mit jeweils weit über 100 Millionen.

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Die Premier League ist mittlerweile beinahe ein in sich geschlossenes System. Nur wer unbedingt muss, verlässt das Land der locker sitzenden Millionen. Arsenals Jack Wilshere hatte Angebote aus ganz Europa, hätte unter anderem zum AS Rom gehen können. Stattdessen kickt er jetzt auf Leihbasis beim AFC Bournemouth.

Am letzten Tag der Transferfrist gaben die Engländer allein 183 Millionen Euro aus – mehr als Russland oder Portugal im ganzen Sommer.

- Rekorde in der Bundesliga

Im Vergleich dazu geht es in Deutschland immer noch bescheiden zu. Trotzdem purzelten auch hier Rekorde.

546 Millionen Euro betrugen die Ausgaben, knapp 130 Millionen mehr als im vergangenen Rekordsommer. Elf der 18 Bundesligisten holten in diesem Jahr neue Rekord-Einkäufe. Hinzu kommt beim FC Bayern Renato Sanches - rechnet man dessen erfolgsabhängige Klauseln mit.

Die Hälfte der Klubs machte dabei noch einen Transfergewinn, unter anderem Borussia Dortmund als kräftigster Einkäufer des Sommers.

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Für den FC Bayern war es mit knapp 70 Millionen (zuzüglich der Sanches-Boni) "nur" der fünftteuerste Sommer der Geschichte. Mit dem Portugiesen und Mats Hummels bekamen die Münchner aber zwei der begehrtesten Spieler in ganz Europa.

Eine Besonderheit ist Neuling RB Leipzig: Ausgaben von 46,5 Millionen Euro stehen Einnahmen von genau 0 Euro gegenüber – das mit Abstand größte Transferdefizit der ganzen Liga.

- Italien klotzt

Zum zweiten Mal in Folge ist die Serie A die Nummer zwei hinter England. Knapp 700 Millionen Euro gaben Italiens Klubs raus.

Unter den 20 Vereinen sind diese Ausgaben extrem ungleich verteilt: Juventus, Inter Mailand, der SSC Neapel und der AS Rom bringen es zusammen auf 447 Millionen Euro.

Diese Rekorde sind zu einem großen Teil dem Geld aus England geschuldet. Weil Manchester United Paul Pogba für 105 Millionen holte, konnte Juventus Neapel für Gonzalo Higuain 90 Millionen bezahlen. Neapel wiederum hatte dadurch Geld für weitere Einkäufe.

- Sparkurs in Spanien und Frankreich

Gegen den Rekordtrend sanken die Ausgaben in La Liga und Ligue 1. Spanien gab 104 Millionen weniger aus als im Sommer 2015, in Frankreich waren es 129 Millionen weniger.

Das liegt natürlich in erster Linie an den Reichen aus diesen Ländern. Paris St. Germains Einkäufe kosteten 31 Millionen Euro weniger als letztes Jahr, Real Madrid sparte 55 Millionen an Transferausgaben ein, Atletico 51 Millionen.

Einzig der FC Barcelona langte hin und erhöhte die Ausgaben um 71 Millionen, vor allem für junge Spieler aus Valencia (Andre Gomes, Paco Alcacer) und Frankreich (Samuel Umtiti, Lucas Digne).

- China nimmt Anlauf

Auf den ersten Blick wirken die Ausgaben der Chinese Super League mit 131 Millionen Euro beinahe schüchtern, bedenkt man die milliardenschweren Investitionen im Hintergrund.

Das sind jedoch bereits 70 Millionen mehr als im letzten Jahr. Und vor allem: Der Sommer ist in China nur die Nebensaison bei Transfers, weil sich dort die Liga über das Kalenderjahr erstreckt.

Im vergangenen Winter war China mit 339 Millionen Euro an der weltweiten Spitze bei den Transferausgaben. Im kommenden Januar dürfte das noch ganz andere Dimensionen erreichen.

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