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Willi Lemke sieht die wachsende Macht der Spielerberater kritisch und fordert mehr Transparenz. SPORT1-Experte und Spielerberater Thomas Strunz kontert.

Willi Lemke hat sich von der Entwicklung auf der Transfermarkt in den letzten Jahren überrascht gezeigt. Vor allem die große Rolle der Spielerberater habe es zu seiner Zeit als Manager von Werder Bremen so nicht gegeben.

"Die Macht der Spielerberater hat es 1999 in der Form überhaupt nicht gegeben", sagte Werders ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1. "In der letzten Saison wurden 127 Millionen Euro von der Bundesliga nicht etwa für Topspieler, sondern für Spielerberater ausgegeben. Warum finden wir nicht gemeinsam mit der FIFA, der UEFA und dem DFB Regeln, um das einzubremsen?"

Lemke forderte mehr Transparenz in einem "schmutzigen Geschäft". Es werde "von beiden Seiten kassiert und das finde ich unredlich."

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"Vereine haben bewusst Macht abgegeben"

SPORT1-Experte Thomas Strunz, selbst Spielerberater, konterte Lemkes Kritik umgehend.

"Die Vereine funktionieren ohne externe Beratung gar nicht mehr", meinte er. "Die Vereine haben ja bewusst Macht abgegeben. Manche Sachen können die Vereine gar nicht mehr leisten, weil die Aufgaben der Spieler zu komplex geworden sind. Wir sehen uns als Partner der Vereine. Alles andere ist Populismus."

Auch Marcel Reif sieht das Problem nicht bei den Beratern. "Dass Paul Pogba 105 Millionen Euro gekostet hat, ist völlig transparent. Dass der Berater prozentual das abkassiert, was der Markt hergibt ist transparent. Die Summen kann ich nicht am Berater festmachen", sagte der SPORT1-Experte.

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Reif: Fußball bekommt ein Problem

Der aktuelle Markt gebe es "offensichtlich her, dass ein 23-jähriger Pimpf (Pogba, Anm. der Red.), der noch nichts gewonnen hat, 105 Millionen Euro wert ist. Leroy Sane ist 50 Millionen wert und hat noch keine 50 Bundesliga-Spiele gemacht."

Diese Entwicklung fänden die Leute laut Reif langsam normal. "Es ist nicht schmutzig, aber obszön, vor allem für den normalen Fußballfan. Die Identifikation mit dem Verein, mit den einzelnen Spielern findet nicht mehr statt. Ich glaube, in diesem Bereich bekommt der Fußball ein Problem", so Reif.

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