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Kailua-Kona - Der Italiener Alex Zanardi schreibt das nächste unglaubliche Kapitel seines Lebens. Er beendet den Ironman Hawaii - und meckert.

Kailua-Kona - Alessandro Zanardi hatte sich gerade seinen nächsten Lebenstraum erfüllt, da haderte der ehrgeizige Italiener bereits mit den schwierigen Bedingungen in Kailua-Kona.

"Dieser Wind - ohne ihn hätte ich das Ganze in weniger als neun Stunden geschafft", sagte der zweifache Paralympics-Sieger nach seiner erfolgreichen Ironman-Premiere auf Hawaii.

Der ehemalige Formel-1-Pilot, nach einem schweren Crash im Jahr 2001 beidseitig beinamputiert, hatte eigentlich gar keinen Grund, Trübsal zu blasen.

"DU bist ein IRONMAN!"

Hervorragende 9:47,14 Stunden benötigte der 47-Jährige für 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer mit dem Handbike und 42,195 Kilometer im Rennrollstuhl. Platz 273 unter 2187 Teilnehmern stand am Ende zu Buche, 252. bei den Männern und 19. in seiner Altersgruppe (BERICHT: Kienle dank "Arschtritt" zum Titel).

Als der erste Frust über Wind und Wetter vergangen war, ließ Zanardi - dann auch wieder mit einem zufriedenen Grinsen - auf Twitter ein weiteres Mal die Muskeln spielen.

Stolz zeigte er mit dem Finger auf seinen austrainierten Bizeps und schrieb unter dieses Bild.

_"Welch große Emotionen. Tausende Personen schreien deinen Namen und am Ende heißt es: Alex Zanardi, DU bist ein IRONMAN!"

Gegen Tritte, Schläge und Wind

Und Zanardi, dieser sympathische Mann aus Bologna, einer, der sich von keinem Schicksalsschlag unterkriegen lässt, hatte sich den Titel wahrlich verdient. Durch das Wasser kämpfte er sich mit der Hilfe eines Schnorchels, selbst "Tritte und Schläge" der Konkurrenten brachten ihn nicht aus dem Rhythmus.

Die peitschenden Mumuku-Winde motivierten Zanardi auf der zweiten Teilstrecke nur noch zusätzlich.

"Das war wie ein Aufstieg auf einen Berg", sagte der Handbike-Weltmeister, "auch ziemlich gefährlich. Zweimal wäre ich beinahe gestürzt". Seiner Leidenschaft für einen der härtesten Wettkämpfe der Sportwelt tat dies freilich keinen Abbruch.

"Jetzt bin ich natürlich viel zu erschöpft, um darüber nachzudenken, es noch einmal zu tun. Aber morgen ist schon wieder ein anderer Tag", sagte er.

Was nun?

Tatsächlich darf man gespannt sein, welcher Herausforderung sich Zanardi als nächstes annehmen wird.

"Mir wurde mehr Zeit gegeben in meinem Leben, also will ich sie auch bestmöglich nutzen", hatte er vor der Reise nach Hawaii der Sportbild verraten. Er sei schlichtweg "neugierig, was das Leben noch zu bieten hat. Und wenn ich an einem Wettkampf teilnehme, genieße ich den Moment".

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