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Jan Frodeno gewinnt den Ironman auf Hawaii und schreibt Geschichte. Auch Platz zwei belegt ein Deutscher. Titelverteidiger Sebastian Kienle landet in den Top Ten.

Das Ende seiner Höllentour durch das Paradies genoss Jan Frodeno in vollen Zügen. Gemächlich und mit einem breiten Grinsen im Gesicht spazierte der neue König der Triathleten über die Ziellinie - ehe ihn die Tortur der vergangenen Stunden doch übermannte.

"Es war so unfassbar hart und unendlich heiß", sagte der 34-Jährige: "Aber jetzt bin ich Weltmeister. Ich fühle mich wie auf Wolke sieben, oder neun, oder 35."

Gerade hatte Frodeno das historische Triple perfekt gemacht und als erster Sportler überhaupt nach dem Olympiasieg 2008 und dem Erfolg bei der WM über die Halbdistanz auch den legendären Ironman auf Hawaii gewonnen.

"Wahnsinn, das ist ein surreales Gefühl und momentan sehr, sehr viel auf einmal", sagte der werdende Vater danach im hr-Fernsehen.

Fünfter deutscher Sieger auf Hawaii

Den abschließenden Marathonlauf über 42,195 Kilometer nutzte der gebürtige Kölner zur entscheidenden Attacke. Der Rostocker Andreas Raelert machte schließlich den deutschen Doppelsieg perfekt.

Insgesamt ist Frodeno der fünfte deutsche Sieger beim eisenharten Wettkampf auf der Vulkaninsel.

Er tritt damit in die Fußstapfen von Thomas Hellriegel (1997), Normann Stadler (2004, 2006), Faris Al-Sultan (2005) und Kienle (2014).

"Ich glaube, wir haben gerade einen Lauf", kommentierte Frodeno die deutsche Stärke.

Kienle kann nicht mithalten

Nach den 3,86 Kilometern Schwimmen und 180,2 Kilometern auf dem Rad distanzierte Frodeno während der letzten Teildisziplin die Konkurrenten, insbesondere den hoch gehandelten Titelverteidiger Sebastian Kienle (Mühlacker).

Der 31-Jährige musste sich diesmal mit Platz acht zufrieden geben.

Frodeno (Endzeit: 8:14:40 Stunden) dagegen wurde auf dem Podest mit dem zweitplatzierten Raelert (3:03 Minuten zurück) und dem Dritten Timothy O'Donnell (USA/+4:10) gefeiert. "Das war der beste und zugleich schlechteste Schampus meines Lebens", sagte Frodeno augenzwinkernd. 

Raelert hat noch nicht genug

Geschmeckt haben dürfte der Siegerchampagner neben dem härtesten aller "Eisenmänner" insbesondere Raelert. Der 39-Jährige war zwischen 2009 und 2012 Stammgast auf dem Podium gewesen, bei den vergangenen beiden Ausgaben aber erlebte er schwere Enttäuschungen.

"Das war ein sensationeller Saisonabschluss", schwärmte Raelert daher: "Mit dem zweiten Platz aber will ich nicht aufhören. Ich werde versuchen, mir den Traum noch zu erfüllen." 

Ob Frodeno dann aber zu schlagen ist? Der Wahl-Spanier feierte erst im vergangenen Jahr sein Debüt auf der Langdistanz, das vermeintlich beste Alter hat er noch gar nicht erreicht. Vielleicht aber könnte der Trubel um seine Person fortan den Gegner in die Karten spielen. "Es wird jetzt einiges auf mich zukommen", sagte Frodeno vorausblickend.

Gleiches gilt für Daniela Ryf. Die Schweizerin, wie Frodeno im Juli bei der Ironman-EM in Frankfurt/Main erfolgreich, triumphierte auf Hawaii in 8:57:57 Stunden klar vor Rachel Joyce (Großbritannien/+13:02) und der Australierin Liz Blatchford (+16: 55). Beste Deutsche war Mareen Hufe (Wesel) auf dem 21. Platz. 

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