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Leon Draisaitl feiert mit den Kelowna Rockets den WHL-Titel
Leon Draisaitl feiert mit den Kelowna Rockets den WHL-Titel © Twitter@Kelowna_Rockets

Kelowna - Nationalspieler Leon Draisaitl führt Kelowna zum Erfolg und wird in der Farmliga der NHL zum MVP der Playoffs. Mit neuem Selbstvertrauen empfiehlt er sich für die Oilers.

Nach der Meisterschaft im Schnelldurchgang küsste der frisch gekürte MVP Leon Draisaitl den riesigen Pokal und ließ sich von den mehr als 6000 Fans gebührend feiern.

Als torgefährlicher Center und Vorlagengeber hatte der deutsche Nationalspieler seine Kelowna Rockets in der kanadischen Western Hockey League (WHL) souverän zum vierten Titel geführt.

Draisaitl genoss den Jubel sichtlich, die Anerkennung von den Rängen war Balsam auf seine Wunden. Vor vier Monaten war der gebürtige Kölner als hoffnungsvollstes deutsches Talent, Nummer drei im NHL-Draft 2014, beim einstigen Gretzky-Klub Edmonton Oilers nach 37 Einsätzen ausgemustert worden.

Draisaitl glänzt und hat noch ein Ziel

Doch statt nach dem Karriereknick aufzugeben, stand der 19-Jährige wieder auf und eroberte die Provinz. "Die Degradierung in Edmonton war nicht leicht für mich, ich war ganz schön frustriert. Ich bin dann hierhin gekommen, um die Meisterschaft zu gewinnen. Das ist ein unglaubliches Gefühl", sagte er nach dem 3:0 im vierten Finale gegen die Brandon Wheat Kings.

Mit seinem Führungstreffer in Unterzahl hatte Draisaitl die Rockets auf die Siegerstraße geführt, das 3:0 durch Nick Merkley legte er auf. Damit war der Sweep in den Endspielen perfekt. Die
vorherigen drei Finalspiele gegen Brandon hatte Kelowna mit 4:3, 5:3 und 3:0 für sich entschieden.

"Das war eines der wichtigsten Tore meiner Karriere. Ich bin hierhin gekommen, um die Meisterschaft zu gewinnen. Es ist ein unglaubliches Gefühl", sagte der Matchwinner, "aber wir haben noch einen Plan." Die Rockets qualifizierten sich als WHL-Champion für den Memorial Cup vom 21. bis 30. Mai in Quebec.

Viel Spielzeit in Kelowna

Dort treffen die Meister der WHL, der Ontario Hockey League (OHL) und der Quebec Major Junior Hockey League (QMJHL) in einem Vierer-Turnier auf Gastgeber Quebec Remparts.

Ermittelt wird der Champion der Canadian Hockey League (CHL), die beste Junioren-Mannschaft im Eishockey-Mutterland.

Draisaitl war nicht nur in der zweiten Saisonhälfte die Schlüsselfigur der Rockets aus der 120.000-Einwohner-Stadt in der Provinz British Columbia. In der Defensive übernahm er Verantwortung, stand auch oft in Unterzahl auf dem Eis. Als Center der ersten Sturmreihe führte er zudem das Powerplay an.

Beeindruckende Bilanz

In der entscheidenden Meisterschaftsphase bewies er mit insgesamt 28 Scorerpunkten (10 Tore, 18 Assists) in 19 Spielen höchste Effizienz und wurde folgerichtig zum wertvollsten Spieler der Playoffs gewählt. Seine Gesamtbilanz ist beeindruckend: In 51 Begegnungen kam Draisaitl auf 29 Tore und 51 Assists.

Tri-City Americans v Kelowna Rockets
Leon Draisaitl (r.) im Einsatz für die Kelowna Rockets © Getty Images

Das beschauliche Leben am Lake Okanagan hat den Sohn des ehemaligen deutschen Nationalspielers Peter Draisaitl verändert (Die NHL-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

"Ich bin ein anderer Spieler geworden. Ich habe mehr Powerplay-Zeit bekommen, mein Selbstvertrauen ist gestiegen", berichtet Leon Draisaitl. Allein aus diesem Grund sei er "froh, hier zu sein".

Empfehlung für die Oilers

Doch die Frage nach einer Zukunft in der NHL bei den Oilers, wo er bis 2017 unter Vertrag steht, stellt sich zwangsläufig.

Dort amtiert seit Ende April Peter Chiarelli als neuer General Manager, zudem steht Coach Todd Nelson nach der miserablen Saison als drittschlechtestes Team vor der Ablösung. Neue Figuren, neues Glück?

Draisaitl relativiert: "Für mich ändert sich dadurch nicht viel. Ich muss mich verbessern und mich im Camp für die Oilers empfehlen." Der Titel mit Kelowna dürfte ihm dabei sicher helfen.

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