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Frederik Jörg, Kenneth Ogbe, Max Hoetzel, Dominique Uhl und Gavin Schilling (v.l.)
Fünf deutsche Basketballer schaffen es ins Finalturnier des College Basketballs © Getty/Twitter

München - Fünf deutsche Talente gehen ins Rennen um das Final Four im College Basketball. Die besten Chancen hat Kenneth Ogbe. Weltbürger Gavin Schilling setzt auf Handballer-Gene.

Der erfolgreichste Deutsche im College Basketball ist inzwischen heimgekehrt.

Niels Giffey schrieb mit seinen Meisterschaften 2011 und 2014 im Team der UConn Huskies Geschichte (March Madness LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Vor dem Nationalspieler von ALBA Berlin hatten nur Magnus Pelkowsky (1987 mit Indiana), Christian Ast (Duke, 1991 und 1992) sowie Henrik Rödl (North Carolina, 1993) das Finalturnier "March Madness" gewinnen können - wobei Ast bei den Blue Devils in zwei Jahren lediglich 95 Minuten beitrug.

2015 wollen sich fünf ungleiche deutsche Talente unter völlig unterschiedlichen Voraussetzungen den Traum von einem Stück des Netzes beim Final Four in Indianapolis erfüllen.

SPORT1 stellt das Quintett vor.

  • Kenneth Ogbe (Guard, Utah Utes, Sophomore, 20 Jahre)

Die beste Chance auf das Final Four hat wohl der Münchner aus der renommierten deutschen Talentschmiede Ehingen/Urspring.

Arizona V Utah
Kenneth Ogbe im Spiel der Utah Utes gegen Arizona © Getty Images

Der Shooting Guard legt mit den Utes in der Pac12 eine tolle Saison hin und ist nach 24 Siegen bei acht Niederlagen im Finalturnier an Nummer fünf gesetzt. In der ersten Runde geht es gegen den gefährlichen Außenseiter Stephen F. Austin - im Achtelfinale ("Sweet Sixteen") könnte Mitfavorit Duke lauern.

Ogbe selbst ist ein athletischer Shooting Guard, der seine zweite Saison in Salt Lake City spielt. In durchschnittlich 13 Minuten schaffte er 4,5 Punkte pro Partie. Aktuell plagen den U-20-Nationalspieler, dessen Bruder auch am College spielte, allerdings Leistenprobleme.

Eine Schlüsselrolle wie Teamkollege Jakob Pöltl wird er auch deshalb wohl nicht spielen. Von Österreichs Supertalent (8,7 Punkte und 6,9 Rebounds) schwärmen als College-Anfänger schon die NBA-Scouts.

  • Gavin Schilling (Forward, Michigan State Spartans, Sophomore, 19 Jahre)

Weltbürger Schilling ist schon einen Schritt weiter als Ogbe. Der gebürtige Münchner wuchs in Frankreich sowie den USA auf und spielte an einer High School in Chicago - der Heimatstadt seiner Mutter.

Gavin Schilling im Einsatz für Michigan State Spartans bei March Madness
Gavin Schilling spielt seit 2013 für Michigan State © Getty Images

In seinem zweiten Jahr unter Trainerlegende Tom Izzo etabliert sich der "unglaubliche Athlet", wie ihn Izzo anpreist, in der ersten Fünf der Spartans. Die letzten 23 Partien der Saison startete der Big Man. Im Schnitt brachte er es auf 5,3 Punkte und 4,1 Rebounds. Die Freiwürfe (46 Prozent) sind seine große Schwäche.

Das Traditionsteam hat eine Saison mit Höhen und Tiefen hinter sich. Starken Siegen wie gegen Ohio State stehen enttäuschende Pleite wie gegen Texas Southern gegenüber. Mehr als ein gefährlicher Außenseiter ist die Uni von Magic Johnson nicht. Gegen Georgia droht gleich das frühe Aus.

Das sportliche Talent liegt bei den Schillings in der Familie: Vater Andreas und Patenonkel Rüdiger Neitzel waren in den 80er Jahren Handball-Profis. Neitzel gewann 1984 sogar Olympia-Silber. Seine einzige Saison in Deutschland spielte Gavin übrigens 2009/2010 für Ehingen.

  • Frederik Jörg (Center, Eastern Washington Eagles, Sophomore, 22 Jahre)

Mit 2,16 Meter ist Jörg der größte Spieler der Uni-Historie in Cheney, Washington. Im Alter von neun Jahren hatte er bereits Schuhgröße 44.

Frederik Jörg von Eastern Washington
Frederik Jörg von den Eastern Washington Eagles beim Training mit Kindern © Twitter/FrederikJoerg

Sportlich ist aber bei dem Center aus Mönchengladbach noch Luft nach oben. Ganze 68 Minuten durfte er in der laufenden Saison ran. So saß Jörg auch beim Erstrundenaus gegen die Georgetown Hoyas die komplette Spielzeit auf der Bank.

Einst absolvierte "Big Fred" immerhin einen Einsatz in der Beko BBL für die EWE Baskets Oldenburg. Im vergangenen Jahr spielten noch Martin Seiferth und Thomas Reuter bei den Eagles.

  • Dominique Uhl (Forward, Iowa Hawkeyes, Freshman, 20 Jahre)

Der immer noch etwas schlaksige Forward aus Frankfurt nimmt den Weg über eine High School in New Jersey ins beschauliche Iowa City. Auch Boston College oder Temple wollten den College-Anfänger, der 2010 bei der U-16-EM mit Paul Zipser vom FC Bayern München spielte.

Iowa v Wisconsin
Dominique Uhl (r.) wird von Coach Fran McCaffery ins Spiel geschickt © Getty Images

Sein alter High-School-Trainer Nick Catania nannte ihn einen "echten Diamanten". Im Team von Coach Fran McCaffery kam Uhl in der laufenden Saison in etwas mehr als zehn Minuten auf zwei Punkte und zwei Rebounds. Er ist dribbelstark und hat einen ordentlichen Wurf.

Sollten die Hawkeyes gegen Davidson - Steph Currys Uni - siegen, droht in der Runde der letzten 32 mit den Gonzaga Bulldigs einer der Topfavoriten.

  • Max Hoetzel (Forward, Indiana Hoosiers, Freshman, 19 Jahre)

Wie Schilling besitzt auch Hoetzel die doppelte Staatsbürgerschaft. In New York geboren spielte der Sohn eines deutschen Vaters an der High School in Kalifornien und Massachusetts.

MAX HOETZEL (Forward; San Diego State; Sophomore)
Max Hoetzel (r.) im Spiel der Indiana Hoosiers gegen die Butler Bulldogs © Getty Images

Der starke Schütze legt in seinem ersten College-Spiel im November mit 19 Punkten einen Traumstart hin und wird bereits mit den NBA-Größen Chandler Parsons oder Kyle Korver verglichen.

Bei 2,4 Punkten in durchschnittlich knapp acht Minuten wird aber klar, dass die Bäume für den College-Neuling nicht in den Himmel wachsen. 2013 verbrachte Hoetzel den Sommer bei der U-18-Nationalmannschaft.

Die einstmals so stolzen Hoosiers - 1976 unter Bobby Knight das letzte Team mit einer perfekten Saison - haben schon bessere Jahre erlebt. Letztlich rutschte Indiana nach fünf Pleiten in den letzten sieben Spielen der Saison mit Mühe ins Turnier. Die Wichita State Shockers sind ein äußerst unangenehmer Auftaktgegner.

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