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Gavin Schilling im Einsatz für Michigan State Spartans bei March Madness
Gavin Schilling debütierte 2012 gegen Spanien in der U-18-Nationalmannschaft. © Getty Images

München - Gavin Schilling steht mit den Michigan State Spartans erneut im Achtelfinale, Andreas Schilling spricht bei SPORT1 über seinen Sohn. Utah will mit Kenneth Ogbe und Jakob Pöltl Duke ärgern.

44 Siege in 60 Spielen - Spartans-Coach Tom Izzo ist ein echter Experte für den März.

Seit 19 Jahren führt der inzwischen 60-Jährige Michigan State in den Kampf, seit 1998 treten die Spartans ununterbrochen beim March-Madness-Turnier an.

Zum zweiten Mal ist auch der Deutsche Gavin Schilling dabei. Der Sophomore eroberte sich in seinem zweiten College-Jahr als Forward einen Platz in der Startformation und kommt im Team von Izzo im Schnitt fast 17 Minuten zum Einsatz.

"Ich bin mit Coach Izzo in regelmäßigem Kontakt. Zuletzt haben wir uns vor ca. drei Wochen in East Lansing lange unterhalten. Er war auch ein entscheidendes Kriterium, dass Gavin sich für einen Wechsel zu den Spartans entschieden hat", sagt Vater Andreas Schilling im Gespräch mit SPORT1.

Hartes Duell mit Oklahoma

Nach dem Paukenschlag in Runde drei gegen die in der East Region an zwei gesetzten Virginia Cavaliers bekommen es Schilling und Co. im Achtelfinale "Sweet Sixteen" (Sa., ab 4 Uhr LIVE auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) nun mit den Oklahoma Sooners (3.) zu tun.

Schilling überzeugte seinen Coach mit starker Defense, schnellen Beinen und dem bedingungslosen Einsatz, den Izzo-Teams immer als Markenzeichen haben.

Im vergangenen Jahr verabschiedeten sich die Spartans im Elite Eight gegen den späteren College-Champion Connecticut Huskies mit Schillings Landsmann Niels Giffey.

2014 setzten sich die Huskies als siebtbestes Team der East Region die NCAA-Krone auf - dieses Jahr haben die Spartans den Setzplatz erhalten und sind der gefährliche Underdog.

"Nach dem durchwachsenen Saisonverlauf der Spartans in der Regular Season konnte niemand erwarten, dass die Qualifikation für March Madness ein Selbstläufer wird. Dass die Teilnahme trotzdem gelang, spricht für den Teamgeist und hat alle Beteiligten sehr gefreut", sagt Schilling Senior.

Schillings Internationaler Lebenslauf

Gavins einzigartiger Werdegang ist auch dem Vater zu verdanken. In München geboren, wächst er in Straßburg dreisprachig auf, zieht 2003 mit seiner amerikanischen Mutter nach Chicago. In der Saison 2009/10 spielt er ein Jahr in Deutschland für die renommierte Urspringschule und reift danach zum begehrten High-School-Athleten.

Das sportliche Talent wird dem Forward in die Wiege gelegt. Patenonkel Rüdiger Neitzel gewinnt 1984 Olympiasilber im Handball. Auch Vater Andreas ist einst Handball-Profi: "Wir pflegen einen engen Austausch. Auf Basis meiner Erfahrungen im Mannschafts-Leistungssport versuche ich ihn mit Augenmaß zu unterstützen. Er hört zu, und ich habe den Eindruck, dass er den einen oder anderen Tipp beherzigt - und zwar für beides: Studium und Sport."

Wenn es die Spartans tatsächlich zum Final Four ins NFL-Stadion der Indianapolis Colts (4. bis 6. April LIVE auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) schaffen, will der stolze Papa nach Möglichkeit "alles stehen und liegen lassen" und live dabei sein - wie NBA- und State-Legende Magic Johnson.

Sooners mit eingespielter Truppe

Erst einmal muss aber Oklahoma aus dem Weg geräumt werden. Große Überraschungen braucht Coach Izzo in der Startformation von Oklahoma nicht zu fürchten.

Die Sooners sind eines von sechs Teams im College-Basketball, welches in dieser Saison in jedem Spiel die identische Starting Five aufs Feld geschickt hat.

Im Falle Schillings lauten die Gegner Ryan Spangler und TaShawn Thomas. Beide etwas kleiner als der Deutsche, aber mit ein beziehungsweise zwei Jahren mehr Erfahrung am College.

Sollten die Spartans wie in den ersten beiden Runden ihre giftige Verteidigung auf das Feld bekommen - Georgia und Virginia trafen nur 28 Prozent ihrer Würfe - dann stehen die Chancen auf eine kleine Überraschung gar nicht so schlecht.

Utah vor Herkulesaufgabe Duke

Auf den zweiten Deutschen im Einsatz wartet dagegen ein richtig dicker Brocken.

Kenneth Ogbe muss mit den Utah Utes gegen die mit College-Stars besetzte Truppe der Duke Blue Devils ran (Sa., ab 7.10 Uhr Exklusive Erstausstrahlung auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Angeführt von Trainer-Legende Mike Krzyzewski wollen Ausnahmecenter Jahlil Okafor und der Rest der Teufel die 2014er Erstrunden-Blamage gegen Mercer vergessen machen.

Nachdem das Team von "Coach K" im Halbfinale des ACC-Tournaments bereits gegen die Notre Dame Fighting Irish gestolpert ist, ist die Lage im Lager der Devils leicht angespannt.

Vor allem der zukünftige Nummer-1-Pick Okafor bekam den Zorn Krzyzewskis nach einem leicht überheblichen und zudem verpatzten Dunking in Runde zwei gegen Robert Morris zu spüren.

Dukes Hang zum Leichtsinn als Chance

Der jugendliche Leichtsinn Dukes mit seinen vielen Freshmen könnte die Chance der Utes sein.

Ob Kenneth Ogbe beim großen Showdown mit von der Partie sein wird, ist äußerst fraglich. Der ehemalige Urspring-Guard wurde nach seiner Leistenverletzung Ende Februar nicht mehr eingesetzt.

Ein anderer Europäer dagegen wird ziemlich sicher auf dem Parkett stehen: der Österreicher Jakob Pöltl.

Der 2,08-Meter-Forward lieferte in den ersten beiden Turnierspielen gegen Stephen F. Austin und Georgetown durchschnittlich 15 Punkte, 4,5 Rebounds und 2,5 Blocks ab und lässt sich seine als Freshman mangelnde Erfahrung nicht anmerken.

Für den Wiener kommt es gegen Duke nun zum echten Härtetest, wartet doch mit Okafor der wahrscheinlich hochkarätigste Gegner im ganzen Turnier auf ihn.

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