Video

Frank the Tank zeigt Jahlil Okafor im NCAA-Finale lange die Grenzen auf - im entscheidenden Moment ist der Star aber da und hilft den Duke Blue Devils zum Krimi-Titel gegen Wisconsin.

Im entscheidenden Moment war Jahlil Okafor dann doch da.

Lange musste das Top-Talent des amerikanischen Basketballs im Finale von March Madness zuschauen, war durch Foulprobleme zum Nichtstun verdammt.

In der Crunchtime trumpfte er dann auf und trug mit zwei entscheidenden Körben in 66 Sekunden dazu bei, dass die Duke Blue Devils in einem packenden Endspiel die Wisconsin Badgers niederrangen und sich zum fünften Mal zum College-Champion krönten.

Mit 68:63 (31:31) triumphierte das Team von US-Nationaltrainer Mike Krzyzewski vor knapp 72.000 Zuschauern im Football-Stadion der Indianapolis Colts am Ende - doch danach hatte es lange nicht ausgesehen.

Okafor rechtzeitig da

Mit neun Punkten lagen die favorisierten Blue Devils zwischenzeitlich bereits hinten.

Und Okafor? Der kommende Nummer-1-Pick im NBA-Draft? Kein Faktor. Ganze sechs Punkte und zwei Rebounds standen für den 19-Jährigen 3:22 Minuten vor Ende der Partie zu Buche. Auf der ganz großen Bühne wurden ihm bis dahin von Widersacher Frank Kaminsky klar die Grenzen aufgezeigt.

"Frank the Tank" dominierte die Zone, legte letztlich mit 21 Punkten und 12 Brettern ein Double-Double auf - und demonstrierte einmal mehr, warum er zum National Player of the Year gewählt wurde.

Aber Okafors Stunde sollte noch schlagen. Nach einem Dreier des überragenden Tyus Jones zum 59:58 für Duke blitzte gerade rechtzeitig das Potenzial des Big Man auf. Erst ein Korbleger nach Postmove, dann ein Tip-in nach Offensivrebound - und die Blue Devils führten mit 63:58.

Jones und Allen springen in die Bresche

Dass das unerfahrene Team aus North Carolina zu diesem Zeitpunkt trotz Okafors Schwierigkeiten überhaupt noch im Spiel war, lag am furiosen Duo im Backcourt. Okafors Kumpel Jones legte 23 Punkte auf und wurde nur folgerichtig zum "Most Outstanding Player" der Partie gekürt.

Nicht minder beeindruckend war die Leistung von Bankspieler Grayson Allen, der mit 16 Zählern in die Bresche sprang und den jungen Blue Devils Hoffnung gab, als es eigentlich schon keine mehr gab.

"Wir waren mausetot", gab Coach K zu, als er Allen nach der Partie ein Sonderlob aussprach.

Die Freshmen trumpfen auf

Obwohl gegen die deutlich erfahreneren Badgers klar im Nachteil, trumpften Dukes Freshmen Okafor, Jones, Allen und auch Justise Winslow in der Crunchtime auf.

14 Punkte erzielten die Blue Devils in den letzten 13 Minuten der Partie mehr als die Badgers. Insgesamt 60 von Dukes 68 Punkten gingen auf das Konto von Akteuren im ersten Collegejahr.

Der lange Arm der (Un-)Gerechtigkeit

Im packenden Endspiel kamen auch Verschwörungstheoretiker einmal mehr auf ihre Kosten.

Wisconsin v Duke
Justise Winslow hatte in dieser Situation das Glück auf seiner Seite © Getty Images

Als Dukes Forward Justise (etwas freier übersetzt: Gerechtigkeit) Winslow beim Stand von 63:58 nur 1:53 Minunten vor Schluss ein Rebound aus den Händen geschlagen wurde, hätte es eigentlich Einwurf für Wisconsin geben müssen - denn Winslow war im letzten Moment mit der Fingerspitze noch am Ball.

Die TV-Bilder belegten dies, das Schiedsrichtergespann entschied trotz Videobeweis anders - und der lange Arm der Gerechtigkeit erwischte Duke eben nicht. Statt eines möglichen Anschlusses der Badgers versenkte Dukes Point Guard Jones nach Okafors Doppelschlag einen frechen Dreier zum 66:58 - die Entscheidung.

Kaminsky schlug zwar noch einmal selbst aus der Distanz zurück, Duke überstand aber den Verzweiflungs-Run der Badgers und brachte den Titel nach Hause. Für Coach K war es ebenso wie für Duke der 5. Titel nach 1991, 1992, 2001 und 2010. Krzyzewski rückte damit an die zweite Stelle der Bestenliste hinter John Wooden (zehn Titel).

Im Halbfinale hatte Duke die Michigan State Spartans des gebürtigen Münchners Gavin Schilling ausgeschaltet.

Video
teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel