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Tray Lewis (l.) und Trainer Rick Pitino zeigten sich von der Entscheidung geschockt
Tray Lewis (l.) und Trainer Rick Pitino zeigten sich von der Entscheidung geschockt © Getty Images

Die University of Louisville zieht die Konsequenzen aus den Ermittlungen wegen eines angeblichen Sex-Skandals. Die March Madness findet ohne die Cardinals statt.

Die University of Louisville hat sich im College Basketball selbst eine Sperre für das March-Madness-Turnier auferlegt.

Der Grund für die ungewöhnliche Entscheidung sind die anhaltenden Ermittlungen der NCAA bezüglich eines angeblichen Sex-Skandals bei der Anwerbung von neuen Spielern an der Uni.

Es sei "annehmbar zu folgern, dass in der Vergangenheit Verstöße geschehen seien", erklärte Präsident James R. Ramsey.

Entschluss schockt Team

Die Cardinals haben in der laufenden Saison eine Bilanz von 18 Siegen und vier Niederlagen und galten als ein Kandidat auf den College-Titel. "Ich verstehe, dass es eine erhebliche Strafe für unser Programm ist", so Ramsey, der bei der Verkündung unter anderem von Star-Coach Rick Pitino begleitet wurde.

Besonders hart traf der Entschluss die Topscorer Damion Lee und Trey Lewis, die nach Louisville gewechselt waren, um zum ersten Mal als Senioren im NCAA-Turnier zu spielen.

"Wir verdienen das nicht. Das Team verdient das nicht", sagte der geschockte Lewis zu ESPN.

In einem im Vorjahr veröffentlichen Buch hatte Katina Powell, die sich selbst als frühere Eskort-Dame bezeichnet, schwere Vorwürfe gegen die Uni erhoben.

Stripperinnen als Lockmittel?

Powell behauptete, dass Andre McGee, ein früherer Assistenztrainer des Herren-Basketballteams aus Louisville, Tänzerinnen angeheuert hätte, die für die rekrutierten Neulinge und die anderen Spieler in einem Studentenwohnheim auf dem Campus strippen und mit ihnen schlafen sollten.

Zwischen 2010 und 2014 hatte sie laut ESPN etwa zwei Dutzend Frauen auf den Campus gebracht, von denen fünf oder sechs für Geld Sex mit ehemaligen Spielern von Louisville gehabt hätten. Auch einige frühere Spieler hätten bestätigt, dass sie auf Partys mit Stripperinnen, die von McGee bezahlt wurden, anwesend waren.

"Das ist eine Bestrafung, von der ich niemals dachte, dass sie diese Saison passiert", sagte Pitino: "So eine harte Entscheidung habe ich noch nicht erlebt."

Pitino hatte bislang jede Mitwisserschaft zurückgewiesen und am Freitag betont, dass er über die Details der Ermittlungen im Dunkeln gelassen wurde.

Ramsey hofft, dass die selbst auferlegte Sperre die NCAA zufrieden stellen und die Schule vor weiteren Strafen schützen würde. "Auch wenn es eine schwierige Entscheidung war, wurde sie im besten Interesse der Universität gefällt", erklärte er.

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