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Kurz vor dem Erstrundenspiel gegen Hawai ist den California Golden Bears die gute Laune vergangen
Kurz vor dem Erstrundenspiel gegen Hawai ist den California Golden Bears die gute Laune vergangen © Imago

Eine Reporterin packt im Falle des wegen sexueller Belästigung vorläufig entlassenen Co-Trainers der Uni California aus. Yann Hufnagel setzt eine dunkle Tradition fort.

Kurz vor dem ersten Auftritt der California Golden Bears bei March Madness schlägt der Skandal um ihren wegen sexueller Belästigung vorläufig entlassenen Co-Trainer Yann Hufnagel immer höhere Wellen.

Hufnagel soll eine Reporterin mit anzüglichen Textnachrichten geschickt und sie in eine Garage gelockt haben, um Sex mit ihr zu haben, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Untersuchungsbericht.

Der Assistent von Head Coach Cuonzo Martin ist mindestens der vierte Angestellte der Uni, gegen den sich in den letzten zwölf Monaten der Verdacht der sexuellen Belästigung erhärtete.

In die Falle gelockt

Die Journalistin hatte sich zunächst per Telefon, dann mit einer E-Mail an Martin gewandt, um sich über die Machenschaften von Hufnagel zu beschweren.

Die gipfelten ihrer Aussage zufolge vor einem Jahr darin, dass der 33-Jährige sie in einer Bar - unter dem Vorwand, zu betrunken zu sein, um selbst zu fahren - darum bat, ihn nach Hause zu chauffieren. Nur um dann die ferngesteuerte Garage nicht mehr zu öffnen und eindeutige Avancen zu machen.

"Denkst du etwa, ich werde nun Sex mit dir haben?", habe sie entrüstet gefragt, und er habe dies bejaht. Ihre Antwort: "Das wird nicht passieren… Bin nicht an dir interessiert."

Wer saß am Steuer?

Hufnagel hat einigen Punkten dieser Darstellung widersprochen, als die Ermittler der Uni ihn vernahmen.

Er habe nicht getrunken, sei selbst gefahren und habe die Reporterin ganz offen zu überreden versucht, mit ihm hoch in sein Appartement zu gehen. Sie habe abgelehnt, und er habe sie nach Hause gebracht.

Von der Entlassung "erschüttert" 

Sein Verhalten habe er nicht als unangemessen empfunden, stellt der Bericht fest. Sie habe ihm keineswegs signalisiert, dass die Flirt-SMS unwillkommen seien.

Die Journalistin wiederum sagte aus, dass sie die Annäherungsversuche monatelang zugelassen habe, da Hufnagel ihre einzige Informationsquelle bei den Korbjägern der Golden Bears war.

Die Uni beschäftigt sich auch noch mit der Rolle des Cheftrainers in diesem Fall.

Hufnagel hat in den kommenden Tagen noch eine Einspruchsfrist gegen seine Suspendieren. Er selbst sagte, er sei von seiner Entlassung "erschüttert".

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