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Die Villanova Wildcats krönen sich in einem denkwürdigen Finale zum Champion der College-Meisterschaften. Sie schlagen North Carolina in letzter Sekunde.

Verrückt, verrückter, March Madness - und das im April! Die verrückten College-Meisterschaften in den USA haben ein denkwürdiges Endspiel erlebt und in Kris Jenkins einen neuen Shooting-Star hervorgebracht. 

Jenkins krönte durch einen Dreier mit der Schlusssirene die Villanova Wildcats zum Champion. Das Team aus Pennsylvania besiegte im Finale in Houston die North Carolina Tar Heels in letzter Sekunde mit 77:74 (34:39). 

74.340 Zuschauer im NFL-Stadion der Houston Texans sahen ein packendes Endspiel. Die Final-Kulisse war die zweitgrößte nach 2014.

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Die Geschichte um den 22-jährige Forward Jenkins ist dabei hollywoodreif: Denn mit seinem Buzzer-Beater kurz vor Schluss versetzte er nicht nur ganz Villanova in Jubel, sondern verpasste gleichzeitig seinem Stiefbruder Nate Britt einen schmerzhaften Stich ins Herz.

Beide standen im Finale auf dem Feld - aber auf verschiedenen Seiten.

Kuriose Geschichte um Jenkins

Britt, der für North Carolina auflief, meinte hinterher: "Es macht die Niederlage noch schlimmer. Es tut weh, dass er [Kris Jenkins] den Korb gemacht hat. Er kann jetzt sein Leben lang damit prahlen."

Jenkins wurde von Britts Eltern 2007 adoptiert. Seine Mutter, selbst Basketball-Trainerin und beruflich an einem anderen Ort tätig, sah ihren Sohn in den Händen der befreundeten Familie besser aufgehoben.

Lange spielten Britt und Jenkins im gleichen Team, bei AAU und der Gonzaga College High School in Washington - am College trennten sich ihre Wege, seitdem drücken ihre Eltern beiden Söhnen die Daumen.

"Unsere Eltern waren neutral", verriet Jenkins nach dem Spiel. "Ich liebe meinen Bruder, aber ich bin froh, dass wir gewonnen haben und ich ihm nicht zuhören muss, wie er mich aufzieht."

"Ich bin frei! Ich bin frei!"

Seinen Korb für die Ewigkeit kommentierte er so: "Ich hatte keinen Zweifel, dass er reingeht. Ich glaube immer, dass ich treffe."

Jenkins hatte Teamkollege Ryan Arcidiacono, der den Korb aufgelegt hatte, beim letzten Spielzug lautstark zugerufen: "Hier. Hier. Ich bin frei! Ich bin frei!"

Als der Korb schließlich fiel wurde er von seinen Teamkameraden zu Boden geworfen und rannte anschließend zu seiner leiblichen Mutter, die er umarmte.

Insgesamt war Jenkins mit 14 Punkten zweitbester Werfer seines Teams, Guard Arcidiacono erzielte 16 Zähler und gab das entscheidende Assist.

North Carolina am Boden

North Carolina hatte zuvor mit vier Sekunden auf der Uhr überhaupt erst durch einen wilden Dreier von Marcus Paige (21 Punkte) ausgeglichen.

Am Ende standen sie mit leeren Händen da.

Trainerlegende Williams weint

Es ist insgesamt der zweite Titel für Villanova nach 1985.

Gleichzeitig ist es die vielleicht schwerste Niederlage für North Carolinas Trainerlegende Roy Williams, der bereits zweimal den Titel gewinnen konnte.

Williams konnte nach dem Spiel seine Tränen nicht zurückhalten und stammelte nur: "Ich liebe die Jungs. Ich wünschte, ich hätte mehr helfen können." Über sein Karriereende wird in den USA spekuliert.

Jordan als Internethype

Auch NBA-Legende Michael Jordan, selbst UNC-Absolvent, war die Enttäuschung über die Niederlage "seines" Teams anzusehen.

"Crying Jordan" wurde in den sozialen Netzwerken schnell zum Selbstläufer.

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