München und Kansas City - Im entscheidenden Spiel 7 in Kansas City kommt Star-Pitcher Madison Bumgarner von der Bank und sichert San Francisco den Titel.

Diese Leistung wird in die lange Geschichte der Major League Baseball eingehen.

Pitcher Madison Bumgarner hat seine brillante World Series mit dem Meisterstück in Spiel 7 gekrönt und die San Francisco Giants zum dritten Titel in fünf Jahren geführt.

Nach nur zwei Tagen Pause brachte er als Einwechselspieler die 3:2-Führung mit fünf blitzsauberen Innings über die Zeit. Bereits die Spiele 1 und 5 hatte er dominiert (Alles zur MLB auch bei SPORT1 im Free TV -Do. 18 Uhr "Inside US Sports").

"Ich wollte dem Team helfen und so lange draußen bleiben, wie es geht", sagte Bumgarner, der folgerichtig zum MVP der Serie gewählt wurde.

Bumgarner bleibt World-Series-Experte

Schon 2012 legte Bumgarner beim letzten Titelgewinn der Giants einen grandiosen Sieg in der World Series hin, diesmal setzte er noch einen drauf.

Normalerweise brauchen Starting Pitcher mindestens drei Tage zwischen Einsätzen, der 25-Jährige stellte sich aber in den Dienst der Mannschaft, weil Starter Tim Hudson schon im zweiten Inning ausgewechselt worden war (DIASHOW: Die Bilder der Meisterfeier).

"Er ist unglaublich", sagte Catcher Buster Posey über Bumgarner: "Er wird in jedem Spiel besser."

Unglaubliche Zahlen

Seit 1905 war er erst der sechste Werfer, der in der Endspielserie mindestens 20 Innings warf, zwei Siege schaffte und auf neun Innings gerechnet weniger als 0,5 Punkte abgab (ERA) - seine Vorgänger sind allesamt in der Hall of Fame.

Sein Karriere-ERA in der World Series von 0,25 ist ohnehin ein Fabelrekord - in der MLB gilt schon 3,0 als absolute Weltklasse.

"Was ist er für ein Krieger! Was er in den Playoffs geleistet hat, ist unfassbar. Dabei ist er so bescheiden", lobte Manager Bruce Bochy.

Bumgarner kann es auch mit dem Holz

2007 hatten die Giants Bumgarner direkt aus der High School im beschaulichen Hickory, North Carolina in der ersten Runde gedraftet und ihn kontinuierlich aufgebaut.

Im September 2009 feierte er als 20-Jähriger sein Debüt in der MLB. Sein angeschnittener Fastball bringt seitdem die Schlagmänner zur Verzweiflung (DATENCENTER: Die Major League Baseball).

Mit dem Schläger kann Bumgarner auch umgehen. In dieser Saison gelangen ihm als erstem Pitcher in über 140 Jahren MLB-Geschichte zwei Grand-Slam-Homeruns.

Sandoval macht Siegpunkt

Im Entscheidungsspiel gegen das Überraschungsteam der Royals war aber wieder sein Wurfarm gefragt.

Nach der schnellen 2:0-Führung für die Giants konnte Kansas City vor heimischer Kulisse noch im zweiten Durchgang ausgleichen.

Die gefährliche Offensive aus Spiel fünf (10:0) kam allerdings nie in Schwung. Und so besorgte Pablo Sandoval den siegbringenden Run für die Giants bereits im vierten Inning. Der entscheidende Hit gelang dabei Michael Morse.

Als Bumgarner kam, war auch Royals-Manager Ned Yost die bittere Wahrheit bewusst: "Es war hoffnungslos."

Kurzer Schreckmoment

Spannend wurde es nur noch einmal im neunten Inning. Bumgarner hatte 14 Schlagmänner in Folge ausgemacht und brauchte nur noch ein Aus, um den Sieg perfekt zu machen.

Center Fielder Gregor Blanco schätzte allerdings einen kurzen Flugball von Alex Gordon falsch ein und ließ ihn durch die Beine bis zur Outfield-Mauer rollen. Juan Perez kam aus dem Left Field zu Hilfe, brachte den Ball aber auch nicht unter Kontrolle - der potenzielle Ausgleich war plötzlich auf der dritten Base.

"Ich hab kurz hingeschaut und dachte für einen Moment, ich könnte den Punkt machen. Es hat leider nicht gereicht", meinte Gordon (DIASHOW: Der Auftakt der World Series).

Neue MLB-Dynastie

Den nächsten Batter Salvador Perez machte Bumgarner aber aus, und die Giants wurden zum sechsten MLB-Team mit drei Meisterschaften in fünf Jahren. Rekordmeister New York Yankees gelang dies bereits achtmal.

Als New York Giants hatte der Klub 1905, 1921, 1922, 1933 und 1954 die Meisterschaft geholt, ehe er zur Saison 1958 nach Kalifornien umsiedelte.

Für die Royals endete dagegen ihre Cinderella-Story - erste Playoff-Teilnahme seit 1985 - ohne das erhoffte Happy End. Am Ende feierten nur die Giants im ausverkauften Kauffman Stadium.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel