vergrößernverkleinern
Alex Rodriguez von den New York Yankees
Alex Rodriguez gewann mit den New York Yankees 2009 die World Series © Getty

München - Nach seiner einjährigen Dopingsperre gibt Alex Rodriguez zum Vorbereitungsstart sein Comeback. Willkommen ist er bei den New York Yankees aber nicht.

Er ist ohne Zweifel die umstrittenste Figur der Major League Baseball.

Seinen Ruf hat sich Alex Rodriguez durch die Verstrickung in die Doping-Affäre um das Biogenesis-Labor in Florida längst ruiniert, sportlich will er es nun noch einmal wissen.

In dieser Woche beginnen die New York Yankees in Tampa Bay die Vorbereitung auf die neue Saison, und der einstige Homerun-König wird nach seiner einjährigen Sperre am 25. Februar mit den anderen Feldspielern dazu stoßen, während sein Steroide-Versorger Anthony Bosch zur gleichen Zeit zu vier Jahren Haft verurteilt wurde.

Glücklich ist beim Rekordmeister darüber niemand, aber Rodriguez' Vertrag läuft noch drei Jahre und garantiert ihm 61 Millionen Dollar. "Ich kann von Alex gar nichts erwarten, bereits vor seiner Sperre war er nicht mehr derselbe Spieler wie früher", sagt General Manager Brian Cashman.

Rodriguez' Megavertrag plagt Yankees

Der Stachel, den wohl schlimmsten Vertrag in der MLB-Geschichte ausgehandelt zu haben, sitzt tief. Nach Rodriguez' dritter und bisher letzter MVP-Saison 2007 mit 54 Homeruns sicherten ihm die Yankees über die nächsten zehn Jahre 275 Millionen Dollar zu - der damals größte Kontrakt der Sportgeschichte.

Alex Rodriguez beim privaten Schlagtraining
© Instagram/arod

Zwar sprang 2009 der 27. Erfolg in der World Series heraus - nicht zuletzt dank herausragender Playoffs des 14-maligen All-Stars. Aber danach ging es steil bergab.

Zwei Hüftoperationen, Querelen mit den Yankees und natürlich der 2013 aufgedeckte Doping-Skandal machten Rodriguez endgültig zum Millionengrab.

Kein Platz im Feld frei

Seit Oktober 2012 bestritt der mittlerweile 39-Jährige ganze 44 Spiele, bis zum ersten Test der Yankees werden 17 Monate seit seiner letzten Schlagchance vergangen sein.

Die "Bronx Bombers" trauen dem einst bei Pitchern gefürchteten Superstar nicht einmal mehr eine Position im Feld zu. Stattdessen erhielt der neue Third Baseman Chase Headley einen Vierjahresvertrag über 52 Millionen Dollar. Cashmans Versprechen, Rodriguez werde "die gleiche Chance wie jeder andere Spieler" erhalten, ist nicht mehr als ein Lippenbekenntnis.

Rodriguez selbst verpasste sich schon im Februar 2014 einen Maulkorb und äußerte sich nicht öffentlich, seit er die Klage gegen die MLB zurückgezogen und seine Sperre akzeptiert hat.

Rodriguez entschuldigt sich intern

Intern entschuldigte er sich immerhin in der vergangenen Woche bei den Yankees, das Team erwartet aber zusätzlich noch eine USA-typische mediale Beichte vor dem Start der Vorbereitung.

"Der Baseball sollte wieder in den Vordergrund rücken. Wir haben die Hoffnung, dass Alex in eine gute Form kommt und ein fantastischer Designated Hitter für uns wird", sagt Cashman.

Es wäre das beste Szenario für das berühmteste MLB-Team, das in den vergangenen zwei Jahren die Playoffs verpasste. Ohne Feldposition könnte sich Rodriguez voll auf seine Qualitäten am Schlag konzentrieren - ähnlich wie David Ortiz beim Erzrivalen Boston Red Sox.

Was hat er noch drauf?

Es bleiben aber deutliche Zweifel. Will es Rodriguez tatsächlich doch noch einmal allen zeigen und auf seine 654 Homeruns weitere draufpacken? Oder will er auch die letzten Millionen aus der Steinbrenner-Familie herausquetschen, ehe sie ihn mit einer dicken Abfindung davonjagt?

Alex Rodriguez beim privaten Training in Miami
© Instagram/arod

Einige Instagram-Bilder von seinen privaten Trainingseinheiten in Miami sollen offenbar Rodriguez' Ehrgeiz illustrieren. "Er ist in einer Form wie lange nicht. Die Power ist immer noch da", zitiert die New York Daily News eine anonyme in Miami präsente Quelle.

Angeblich habe Rodriguez fünf bis sechs Stunden täglich trainiert und im Vergleich zur Saison 2013 deutlich abgespeckt. Der Abstecher zu Barry Bonds, um sich Tipps vom ebenfalls Doping-belasteten Homerun-König (762) zu holen, war aber nicht die beste Idee.

Überhaupt Homeruns: Rodriguez fehlen noch sechs, um mit Legende Willie Mays auf Rang vier der ewigen Rangliste gleichzuziehen - einen Wert hat das für Experten und Fans nicht mehr.

Die Yankees sehen das genauso und wollen den dann ausstehenden Bonus von sechs Millionen Dollar mit allen juristischen Mitteln bekämpfen. Der rote Teppich wird Rodriguez bei seiner Rückkehr also wahrlich nicht ausgerollt. 

Video
teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel