vergrößernverkleinern
Angeblich schuld am Niedergang der Chigaco Cubs: eine Ziege
Angeblich schuld am Niedergang der Chigaco Cubs: eine Ziege © twitter/@Cubs, Getty Images

Mesa - Die Chicago Cubs sind das erfolgloseste Team im amerikanischen Sport. Grund soll ein bizarrer Vorfall sein. Nun soll ein Erfolgscoach mit einem jungen Team Abhilfe schaffen.

Es ist eine der letzten ganz großen Mythen in der US-amerikanischen Sportgeschichte. Die Chicago Cubs, die "Lovable Losers", sind zum Verlieren verdammt wegen einer Ziege.

Im Jahr 1945 erreichte der Traditionsklub aus der "Windy City" zum bislang letzten Mal die World Series. Zweimal hatten die "Cubbies" die Endspielserie der Major League Baseball bis dato gewonnen. Dabei ist es bis zum heutigen Tag geblieben.

Bei eben diesem Aufeinandertreffen mit den Detroit Tigers ereignete sich ein wohl folgenschwerer Vorfall.

Der Fluch des Billy Goat

Billy Sianis, ein griechischer Einwanderer und Gründer der Kneipenkette "Billy Goat Tavern", erschien mit seinem Wappentier zu Spiel vier der Finalserie. Standesgemäß hatte er zwei Sitzplatztickets erstanden, eines für ihn und eines für seine Ziege.

Die Legende besagt, die anwesenden Zuschauer fühlten sich durch den Geruch des Tieres belästigt, weshalb Vereinsbesitzer und Kaugummi-Hersteller Philipp K. Wrigley Sianis mitsamt seinem vierbeinigen Gefährten des Stadions verwies.

Daraufhin brach bei Sianis die Wut aus. Mit den Worten "Them Cubs, they ain't gonna win no more" (Die Cubs, sie werden nie wieder gewinnen!) sprach der Kneipier den berüchtigten Satz aus, der bis heute als "Fluch des Billy Goat" gilt.

Längste Misere in allen US-Ligen

Die Cubs verloren das Spiel, die Serie und seither eigentlich fast alles. Mittlerweile wartet der Klub seit 1908 auf den Gewinn eines Titel. Es ist die längste Misere in allen vier großen US-Sportligen.

In diesem Jahr nährt den Cubs-Fan mal wieder die Hoffnung.

Atlanta Braves v Chicago Cubs
Die Chicago Cubs tragen ihre Heimspiele seit 1916 im Wrigley Field aus © Getty Images

Während der vergangenen Saison schafften einige vielversprechende Talente wie Infielder Javier Baez oder Outfielder Jorge Soler den Sprung in die MLB (Der Saisonstart am 6. April ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Bei der Saisonvorbereitung in Arizona stach mit Kris Bryant ein weiterer Jungspund hervor. Der 23-Jährige überragte in den vier Wochen im Spring Training alle und überflügelte in Sachen Homeruns die gesamte Liga.

Hinzu kommen mit Pitcher-Ass Jon Lester, Catcher Miguel Montero oder Chris Denorfia erfahrene Neuzugänge.

(Service: SPORT1 erklärt die MLB)

Trainerfuchs Joe Maddon soll Erfolg bringen

Mit Trainerfuchs Joe Maddon holten sich die "Lovable Losers" obendrein einen heiß umworbenen Mann ins Boot.

Der 61-Jährige führte die jungen Tampa Bay Rays innerhalb eines Jahres vom Rang als schlechtestes Team der Liga bis in die World Series 2008.

Maddon heimste dafür den Manager of the Year Award ein. 2002 feierte er den bislang einzigen Titelgewinn mit den Anaheim Angels.

Über sein neues Team sagte der Heilsbringer in spe: "Die Gruppe, die als Angels Champions wurde, ist ähnlich wie die, mit der ich jetzt arbeite."

Der Erfolgscoach soll die langersehnten Finalspiele zurück ins Wrigley Field bringen. Und macht auch keinen Hehl aus seinen Zielen: "Für mich wird es ganz klar um die Playoffs gehen. Wir werden unsere Ziele hoch stecken. Das heißt Playoffs, das heißt World Series. Das verspreche ich euch und ich werde es glauben. Es ist Teil unserer Zukunft, keine Frage", posaunte Maddon bei seinem Amtsantritt.

Um die hohen Ansprüche zu verwirklichen, holte sich Maddon mit Manny Ramirez und Kevin Youkilis zusätzlich noch namhafte Unterstützung in sein Trainerteam.

Euphorie auch in Arizona spürbar

Die Hoffnung bei den Fans ist groß wie lange nicht mehr.

Die frisch entfachte Euphorie der Chicagoer Anhänger ist schon bei der Saisonvorbereitung spürbar.

Die Partien der Cubs sorgten in Arizona für den größten Zuschauerandrang aller Teams. Zum ersten Heimspiel im Spring Training kommen 15.331 Zuschauer in den nagelneuen Sloan Park in Mesa.

Ein Rekord für ein Vorbereitungsspiel in der "Cactus League".

Im Schnitt sahen 14.786 Menschen die Heimspiele der "Cubbies", auch das ist Bestwert.

Lauscht man den Gesprächen der Fans im Stadion, merkt man schnell: Es herrscht Aufbruchstimmung bei den Cubs. Die Anhänger sind aus dem ganzen Land angereist, um die jungen Wilden siegen zu sehen.

Fluch-Experte hat das Ruder in der Hand

Wenngleich die Bilanz des Altmeister im Spring Training noch ernüchternd ist, so zeigte doch die Offensive ihr enormes Potenzial.

Und dann haben die Chicago Cubs ja noch einen ganz besonderen Trumpf im Ärmel. Mit General Manager Theo Epstein hat seit gut drei Jahren ein wahrer Experte in Sachen Flüche das Ruder in der Hand.

Der Yale-Absolvent führte 2004 schon die ebenfalls verfluchten Boston Red Sox zu ihrem ersten Titelgewinn nach 86 Jahren.

Die "Rotsocken" besiegten unter Epsteins Regie den Fluch, den der Wechsel des legendären Babe Ruth zu den verhassten New York Yankees nach sich zog.

Kann da ein sturer Ziegenbock wirklich noch etwas entgegensetzen?

Video
teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel