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Donald Lutz hat bisher 62 Spiele in der Major League absolivert
Donald Lutz hat bisher 62 Spiele in der Major League absolivert © Getty Images

München - Vier Wochen vor dem Eröffnungsspiel startet die Major League Baseball in die Saisonvorbereitung. Mit Donald Lutz und Max Kepler kämpfen auch zwei Deutsche um ihre Chance.

Von Matthias Ondracek

Der gefallene Yankees-Superstar Alex Rodriguez ist bereits ein paar Tage vorher angereist.

Die Pitcher und Catcher um World-Series-MVP Madison Bumgarner von den San Francisco Giants trainieren gar schon seit über einer Woche. Neu formierte Teams wie die Chicago Cubs oder die Miami Marlins wollen sich finden und in der kommenden Spielzeit den Titel in Angriff nehmen. In Florida und Arizona startet in diesen Tagen die Saisonvorbereitung der Major League Baseball (Die MLB LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Mit von der Partie im Konzert der Großen sind auch zwei Deutsche.

Donald Lutz und Max Kepler kämpfen um ihre Chance. Nur 25 der 40 Spieler im erweiterten Kader stehen auch am Eröffnungstag noch im Major-League-Team. Für beide ist das Spring Training kein Neuland mehr. Lutz befindet sich bereits das vierte Mal im Trainingscamp der Cincinnati Reds. Sein Landsmann Kepler durfte im Vorjahr erstmals ganz oben mitmischen.

Zwei Deutsche in einem MLB-Aufgebot - das hatte es bis dato noch nicht gegeben.

Nächster Schritt für Lutz und Kepler

Nun wollen Donald Lutz und Max Kepler den nächsten Schritt gehen. Für Lutz bedeutet dies, sich dauerhaft einen Platz im Team von Reds-Trainer Bryan Price zu erarbeiten. 62 Spiele absolvierte der "braune Hulk" bislang in der Major League. Die Mehrheit davon im Jahr 2013, als er als erster Deutscher in der besten Baseball-Liga der Welt für Furore sorgte.

Die vergangene Spielzeit war für das in Hessen aufgewachsene Kraftpaket dagegen eine Achterbahnfahrt. Pensacola, Louisville, Cincinnati, Louisville, Cincinnati und schließlich Mexiko hießen seine Stationen.

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Kein gutes Jahr

"Es war kein gutes Jahr, in dem ein paar Sachen schiefgelaufen sind", gestand der ehemalige Regensburger Bundesliga-Spieler.

2015 soll sich das ändern. "Ich will versuchen, mir einen festen Platz im Team zu erkämpfen", gibt Lutz als Devise aus. "In den letzten beiden Jahren war es schwieriger, da war quasi alles schon vorher entschieden. Ich denke, dieses Jahr ist es für mich realistischer, von Anfang an in die Mannschaft zu kommen", glaubt der 26-Jährige.

Neue Konkurrenz im Outfield

Die Cincinnati Reds haben nach einer verkorksten Saison im Winter einige Änderungen vorgenommen. Top-Werfer Mat Latos wanderte nach Miami ab. Den beiden Outfieldern Chris Heisey und Ryan Ludwick - beides direkte Konkurrenten von Lutz - wurden keine Steine in den Weg gelegt. Dafür schloss sich Routinier Marlon Byrd den "Roten" an. Der 37-Jährige soll den Platz im Leftfield übernehmen.

Genau auf diesen schielt auch Lutz. Für den Offensivspezialisten ist es das letzte Vertragsjahr bei den Reds. Eigentlich wäre sein Kontrakt bereits nach der Vorsaison ausgelaufen.

"Ich habe von der MLB eine weitere Option bekommen, da ich vor meiner Berufung in den erweiterten Kader noch keine volle Saison gespielt hatte", erklärt der Power Hitter. Wenngleich die Möglichkeiten für den ersten deutschen MLB-Profi nach wie vor gut sind, ist eines klar: In der Karriere des Donald Lutz bricht die heiße Phase heran.

Rekordmann Kepler selbstbewusst

Max Kepler hingegen kann die bevorstehende Aufgabe entspannter anpacken.

Der 22-Jährige bereitet sich ein paar tausend Kilometer weiter östlich in Fort Myers, Florida auf die neue Saison vor. Seit gut 12 Monaten steht der einst teuerste europäische Baseballer im 40-Mann-Kader der Minnesota Twins und will diesmal von der Erfahrung aus dem Vorjahr profitieren. "Ich weiß nun schon, wie es dort abläuft und will mit mehr Selbstvertrauen an die Sache herangehen", sagt Kepler.

Die Twins hatten im Winter einen Wechsel auf der Trainer-Position zu verzeichnen. Teamikone Paul Molitor hat das Zepter von Ron Gardenhire übernommen. "Er ist ein super Typ, war bisher bei jedem Spring Training dabei. Alles, was er mir gesagt hat, hat sehr geholfen. Es wird interessant, ihm zuzusehen, was er verändert", erklärt Kepler.

"Die Leute in Minnesota dürfen sich freuen"

Während es für das Major-League-Team in der vergangenen Spielzeit nicht rund lief, gewann der Outfielder und First Baseman in den unteren Ligen zwei Meisterschaften.

Grund genug für den gebürtigen Berliner optimistisch in die Zukunft zu blicken. "Die Twins haben wirklich viele gute Spieler in den Minor Leagues. Ich denke, die Leute in Minnesota dürfen sich freuen und hoffe, dass wir in den nächsten Jahren alle nacheinander den Sprung schaffen."

Die Testspiele beginnen Anfang März. Dann werden sich die Mannschaften vier Wochen lang jeden Tag mit den Konkurrenten aus der Major League messen und die Spieler um ihre Positionen kämpfen. Und irgendwo zwischen den Rodriguez' und Bumgarners dieser Welt hat Deutschland mit Donald Lutz und Max Kepler zwei heiße Eisen im Feuer.

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