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Texas Rangers v Seattle Mariners
Leonys Martin flüchtete 2010 von der Junioren-WM in die USA © Getty Images

München - Dem bekannten Spielerberater Bart Hernandez drohen wegen Schleusens kubanischer Spieler in die USA bis zu 20 Jahre Haft. Der Liga könnte ein handfester Skandal drohen.

Der MLB droht ein handfester Skandal und möglicherweise einige Rechtsstreitigkeiten.

Der bekannte Spielerberater Bart Hernandez ist nach Berichten mehrerer US-Medien wegen Menschenhandels verhaftet worden (Die MLB LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Dabei soll es um Hernandez' Rolle bei der Flucht des Outfielders Leonys Martin aus Kuba in die Vereinigten Staaten gehen. Martin flüchtete 2010 bei den Junioren-Weltmeisterschaften über Tokio nach Mexiko und wurde von dort aus nach Florida geschmuggelt.

Kubanisches Talent mit Waffe bedroht

Hernandez wird vorgeworfen mit zwei bereits verurteilten Schleusern gemeinsame Sache gemacht zu haben, um das Supertalent als Klienten bei einem MLB-Team unterzubringen.

2012 hatte der heute 27-jährige Martin seine Flucht beschrieben. Demnach soll er von Hernandez' beiden angeblichen Komplizen mit vorgehaltener Waffe in Mexiko begrüßt worden und seine Familie für sechs Monate in einer Wohnung in Florida festgehalten worden sein.

Seine Vereinbarung mit Hernandez sei nicht freiwillig zu Stande gekommen. Weil er nicht die versprochenen 35 Prozent seines Verdienstes abliefern wollte, wurde er verklagt, bekam aber Recht.

2011 unterschrieb Martin bei den Texas Rangers einen Fünfjahresvertrag über 15,5 Millionen Dollar, 2012 debütierte er in der MLB und wurde nach der vergangenen Saison an die Seattle Mariners abgegeben.

Lange Haftstrafe möglich

Hernandez drohen wegen Menschenhandel, Verschwörung und finanziellem Gewinn daraus insgesamt 20 Jahre Gefängnis. Auch die Profite aus Deals mit seinen weiteren kubanischen Klienten Jose Abreu (Chicago White Sox) und Dalier Hinojosa (Philadelphia Phillies) müsste er zurückzahlen.

Der Fall wirft generell Fragen über den Umgang in der MLB mit den zahlreichen Baseball-Flüchtlingen aus Kuba auf. Viele Stars ihres Nationalteams wie Abreu oder Yoenis Cespedes (New York Mets) riskieren viel bei der Flucht über andere Länder oder zu Wasser - teilweise sogar mit ihren Familien, um Profis in der besten Liga der Welt zu werden.

(SERVICE: SPORT1 erklärt Baseball)

MLB hofft auf Diplomatie

Allein 2015 sollen rund 130 Spieler geflohen sein. Seit der Aufnahme zarter diplomatischer Beziehungen der USA mit dem kommunistischen Land, hofft die MLB auf eine Ausnahmeregelung des Wirtschaftsembargos.

Nun könnte sogar eine Klagewelle wegen möglicherweise nicht freiwillig abgeschlossener Verträge drohen.

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