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München - Aaron Judge schlägt die härtesten und längsten Homeruns und führt die Yankees wieder an die Spitze. Der Hype um den Rookie mit den NFL-Maßen kennt keine Grenzen.

Wenn dieser Berg von einem Mann an den Schlag tritt, hält die Baseball-Welt den Atem an.

Zu Recht, denn es vergeht kaum ein Tag, an dem Aaron Judge keinen MLB-Rekord pulverisiert oder mit einem weiteren monumentalen Homerun beeindruckt (MLB LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Innerhalb kürzester Zeit hat sich die neue Sensation der New York Yankees zum Kultstar entwickelt. Der Hype ist grenzenlos. Mit 1,25 Millionen Stimmen führt er das All-Star-Voting an. Seine 22 Homeruns sind aktuell der MLB-Spitzenwert.

"Es ist unglaublich zu sehen, wie er auftritt. Die langen Homeruns und die harten Hits sind eine Sache, aber er ist auch respektvoll zu den Kollegen, allen Mitarbeitern den Gegnern. Er ist selbstbewusst, aber nicht überheblich. Das erinnert an Derek Jeter", sagt General Manager Brian Cashman.

Judge lässt Taten sprechen

Ein größeres Lob kann man einem Yankee nicht aussprechen. Jeter war 20 Jahre lang der absolute Musterprofi und Leistungsträger - unlängst wohnte auch Judge der Abschiedszeremonie für den "Captain" bei und war "beeindruckt".

Tatsächlich ist der 2,01-Meter-Hüne mit dem Körper eines NFL-Profis ein Old-School-Sportstar. Überbordender Jubel auf dem Feld ist ihm ebenso fremd wie jegliches Selbstlob.

"Es geht überhaupt nicht um mich. Wir haben viel Spaß am Spiel. Das sieht man auf dem Feld. Ich versuche, dem Team zu helfen", sagt Judge. Ein Glücksgriff für die Yanks war dabei die Verpflichtung des routinierten Matt Holliday, der nicht nur sportlich überzeugt, sondern auch ein Mentor für Judge und die anderen jungen Spieler ist.

Traumdebüt für die Yankees

Schon Judges erster MLB-Auftritt im August 2016 ließ Großes erahnen. Gleich in seinem ersten At-Bat bei den "Big Boys" gelang Judge ein Homerun, darauf folgte allerdings eine Durststrecke.

Bei der Hälfte seiner Schlagchancen kassierte der für Baseball-Verhältnisse ungewöhnlich große Outfielder Strikeouts und kam gerade mal auf einen schwachen Durchschnitt von .170.

"Diese Erfahrung hat mir rückblickend geholfen. Ich habe noch härter an mir gearbeitet, um auf diesem Level erfolgreich zu sein", sagt Judge heute.

Seit Beginn der Saison 2017 läuft es fast schon beängstigend gut. Neben den Homeruns beeindruckt er auch mit einem Schlagdurchschnitt von weit über .330 und bereits 49 RBI - beides liegt im Spitzenfeld der American League. Aber die Homeruns versetzen die Welt ins Staunen.

(SERVICE: SPORT1 erklärt Baseball)

Längster Homerun, härtester Schlag

Gegen Baltimore schlug er zuletzt mit 496 Fuß (151 Meter) den längsten Homerun, seit ESPN im Jahr 2009 begann, die Distanz digital zu messen.

Der Ball flog im Yankee Stadium über die letzte Zuschauerreihe im Outfield bis auf die dortige Promenade, ebenfalls gegen die Orioles gelang ihm der am härtesten geschlagene Ball seit Beginn der Messungen.

Mit unglaublichen 121,1 Meilen pro Stunde (194,9 km/h) verließ der Ball seinen Schläger, Judge hat die härtesten vier Schläge der MLB-Saison auf seinem Konto.

"Wenn es 121 waren, dann bin ich sicher, dass er auch 122 oder 123 drauf. Er hat unfassbar viel Power", lobt Teamkollege Gary Sanchez. "Es ist unbegreiflich. Wenn er am Schlag ist, musst du zuschauen", sagt selbst Kontrahent Steve Pearce von den Toronto Blue Jays.

Eigene Tribüne im Yankee Stadium

Die Mitspieler auf der Bank flippen mittlerweile aus - die Fans in New York drehen eh völlig durch. Judge hat gar einen eigenen Fanbereich im Stadion.

In den "Judge's Chambers" sitzen die Zuschauer mit Roben und Perücken verkleidet und Schaumstofhämmern bewaffnet. Dazu kommt, dass die Yankees auch wieder ganz vorn mitmischen.

Rekordmeister wieder ganz vorn

Nach dünneren Jahren funktioniert der neue Jugendstil. Die "Bronx Bombers" führen aktuell die American League East an.

Dank Catcher Sanchez, Pitcher Jordan Montgomery, noch weiteren Toptalenten auf dem Sprung und Judge haben die Yankees in Rekordzeit einen Umbau geschafft, der eine große Zukunft erwarten lässt – ähnlich wie zu Jeters Anfangszeiten (erster Titel der Ära 1996).

Die Fans träumen schon vom ersten World-Series-Triumph seit 2009. Es wäre die insgesamt 28. Meisterschaft. Judge ist dabei der große Hoffnungsträger.

Scouts zögerten einst

In der Tat galt er schon in jungen Jahren als großes Talent, aber seine Größe - und damit verbunden die größere Strikezone (Bereich zwischen Ellbogen und Knie des Schlagmannes) – schreckten einige Scouts ab.

"Die Strikeouts haben uns schon Sorgen gemacht, strikt nach unseren Analysen hätten wir ihn nicht draften dürfen. Aber das Gesamtpaket in Verbindung mit seinem Charakter war uns den Pick wert", erklärt Cashman. Die Yankees investierten 2013 das 32. Auswahlrecht im Draft und ernten nun die Früchte ihrer Arbeit mit dem einzigartigen Rohdiamanten.

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