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ALBA Berlin feiert den Sieg gegen NBA-Champion San Antonio Spurs

Berlin - Die Spurs liegen in Berlin lange vorn. Parker überragt, verpasst aber die Entscheidung. Bei ALBA wird ein Neuzugang zum Held.

Der NBA-Champion hat gegen ALBA Berlin in letzter Sekunde eine Sensationsschlappe einstecken müssen.

Mit 93:94 (54:47) unterlagen die San Antonio Spurs zum Auftakt der NBA Global Games dem Pokal- und Champions-Cup-Sieger der Beko BBL.

Das Dreigestirn Tim Duncan, Tony Parker und Manu Ginobili sowie Finals-MVP Kawhi Leonard kam lange zum Einsatz. Aber in letzter Sekunde warf Neuzugang Jamel McLean (18 Punkte, 10 Rebounds) die Berliner ins Glück.

"Das war ein unglaubliches Gefühl", sagte der Matchwinner kurz nach dem Spiel bei SPORT1.

14.504 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof - darunter Pop-Ikone Lady Gaga - hatten alles geboten bekommen.

75. Duell NBA vs Europa

Nach dem 6. Oktober 2012, als Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks bei ihrem 89:84-Erfolg einige Mühe mit ALBA hatten, war es der zweite Aufeinandertreffen eines NBA-Topteams mit den Berlinern und der vierte Auftritt eines Bundesligisten bei den NBA Global Games.

1984 waren zunächst der SSV Hagen und am folgenden Tag der ASC 46 Göttingen den Seattle SuperSonics unterlegen.

Nun konnte selbst der überragende Parker mit 28 Punkten die zwölfte Pleite eines NBA-Teams im 75. Duell mit einem europäischen Klub nicht verhindern.

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Versprecher vom ALBA-Kapitän

Unmittelbar vor dem Tipoff erhielt Parker, der Frankreich 2013 als MVP zum ersten EM-Titel geführt hatte, die Trophäe als Europas Basketballer des Jahres.

Er wandte sich ans Publikum: "Danke, dass Ihr hergekommen seid. Danke, Berlin. Und go Spurs, go!"

ALBA-Kapitän Alex King hieß - wohl aus Nervosität - die Spurs als "NBA-Champion von 2004" willkommen, dabei datieren die fünf Titel der Texaner von 1999, 2003, 2005, 2007 und 2014.

Duncan, Parker und Leonard starten

Das Spiel begann King, neben Reggie Redding, Cliff Hammonds, Niels Giffey, Leon Redosevic, aber kaltschnäuzig mit einem Dreier.

Center Radosevic schnappte in der Offensive Duncan zweimal den Rebound weg, aber dann verließ die Berliner doch allmählich die Courage.

Nach rund fünf Minuten und den ersten Zauberstückchen von Parker, der mit Danny Green, Kawhi Leonard, Boris Diaw und Duncan die Wunsch-Starting-5 von Gregg Popovich bildetet, hieß es bereits 6:22.

Lady Gaga sitzt courtside bei ALBA vs. Spurs:

Berlin kämpft sich heran

Die Deutschen brachten aber viel Energie ins Spiel der Albatrosse: Defensivklette Akeem Vargas gab Manu Ginobili gleich mal ungeahndet einen Schubser mit, Jonas Wohlfarth-Bottermann glückte ein Tip-In und auch Giffey setzte sich unter dem Korb durch.

Und Vojdan Stojanovski gelang ein schicker Korbleger unter Armen des aus Indiana geholten Centers Jeff Ayres hindurch zum 18:26 nach dem ersten Viertel.

Die Fans standen nun bedingungslos hinter ALBA, erst Recht, als der Ex-Bamberger Alex Renfroe per Dreier und einem Drei-Punkt-Spiel mit Foul von Duncan auf 36:39 verkürzte.

Wagner zahlt Lehrgeld

Mitte des zweiten Viertels lag der Beko-BBL-Spitzenreiter dank eines Distanzwurfs von Redding sogar 42:41 vorn.

Die Spurs, vor allem der routinierte Diaw, zogen aber vor der Halbzeit noch mal an. Und Berlins neuer Publikumsliebling Moriz Wagner zahlte Lehrgeld, als der 17-Jährige unter dem Korb von Leonard mächtig abgeblockt wurde.

Dennoch war ALBA bei den Rebounds bis dahin auf Augenhöhe (17:18), bei den Assists sogar mit 11:8 vorne.

Einige Missverständnisse bei Duncan und Co.

Nach dem Seitenwechsel suchten die Spurs verstärkt Duncan, doch auch dem 14-maligen All-Star gelang im ersten Vorbereitungsspiel längst nicht alles.

Einige Missverständnisse verhinderten, dass der NBA-Champion davonzog. Und auch Hammonds, der einen Korbleger furchtlos wie gekonnt über Duncan in den Korb bugsierte.

Kurz später eroberte Jamel McLean die Führung für Berlin zurück. Das letzte Wort vor dem Schlussabschnitt hatte aber Ginobili mit einem Dreier zum 75:73 für die Spurs.

Parker beeindruckt das Publikum

ALBA blieb zwar dran, weil San Antonio nur etwa jeden fünften Dreier verwandelte, schaffte es aber nicht, die Partie zu kippen.

Parker traf zunächst einen Dreier unter Bedrängnis. Das Publikum raunte anerkennend.

Dann - just als Albatros Hammonds endlich den Ausgleich geschafft hatte - lobte Duncan den Ball butterweich auf den Franzosen, der unter dem Korb in der Luft vollendete.

Kurz vor Schluss aber verwarf Parker zwei Freiwürfe und ebnete McLean den Weg zur Sensation.

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