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Berlin - Bei SPORT1 spricht der Forward über die Schlappe der San Antonio Spurs in Berlin, die Mission Titelverteidigung und Tony Parker.

Schwerstarbeit und eine verblüffende Schmach: Trotz fast 30 Minuten Einsatzzeit und solider Statistiken konnte auch Boris Diaw das 93:94 des NBA-Champions San Antonio Spurs bei ALBA Berlin nicht verhindern (Hier können Sie den kompletten Krimi im Re-Live sehen).

Keine vier Monate, nachdem die Spurs LeBron James' Miami Heat als World Champions - wie sie in den USA zu den Meistern der weltbesten Liga sagen - entthront hatten, und keine vier Wochen, nachdem er die erste WM-Medaille der Geschichte Frankreichs in Empfang genommen hatte, also die Ernüchterung für Power Forward Diaw (

).

Sollte man meinen. Tatsächlich aber nahm der 32-Jährige die Niederlage zum Auftakt der NBA Global Games locker. "Wir sind nicht hier, um Vorbereitungsmeister zu werden", stellte er klar.

Saisonauftakt gegen Mavs

Noch bleiben dem Team von Trainerfuchs Gregg Popovich rund drei Wochen, bis es ernst wird. Am 28. Oktober sind Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks zum Saisonauftakt in San Antonio zu Gast.

Beim texanische Dauerrivalen und Klub von Dirk Nowitzki, der die Spurs in der ersten Playoff-Runde 2014 in ein entscheidendes Spiel 7 gezwungen hatte. Der Unterschied damals: Diaws Landsmann Tony Parker, der im K.o.-Spiel 32 Punkte erzielte.

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Im SPORT1-Interview kündigt Diaw nun an, dass Europas Basketballer des Jahres noch besser werde. Zudem analysiert er die Pleite in Berlin, spricht über die Mission Titelverteidigung und den Traum von einer europäischen NBA-Division.

SPORT1: Herr Diaw, welches sind die Lehren aus der Niederlage in Berlin?

Boris Diaw: Da gibt es eine Menge... Wir haben die Grundlagen unseres Spiels noch nicht umgesetzt. Aber es sind noch drei Wochen, um uns für die Saison bereit zu machen.

SPORT1: Werden sich die San Antonio Spurs in der neuen Saison anders präsentieren als in der alten?

Diaw:Das glaube ich nicht, dazu gibt's ja auch keinen Grund. Es wurde alles getan, um jeden Spieler aus dem Meisterkader wiederzuverpflichten. Dazu kommen die Rookies. Wir sollten solide aufgestellt sein.

SPORT1: Heißt das, die Spurs sind erster Titelkandidat?

Diaw: Warum nicht? Wir versuchen, es noch mal zu schaffen.

SPORT1: Es hat den Eindruck, als würde Kawhi Leonard nun mit dem Selbstvertrauen eines Finals-MVP mehr Anteile haben.

Diaw: Die hatte er schon in der vorigen Preseason. In diesem Sommer hat er noch mal viel an seinem individuellen Spiel gearbeitet, das versucht er auch aufs Parkett zu bringen. Er verbessert sich jedes Jahr.

SPORT1: Tony Parker hat sich im Sommer erholt und geht ohne WM-Strapazen in die Saison. Was dürfen wir von ihm erwarten?

Diaw: Eine großartige Saison vom ersten Spiel an. Er hat nun in der ganzen Saison keinen Grund, erschöpft zu sein.

SPORT1: Sie selbst hatten einen bewegten Sommer...

Diaw: Ja, die WM, ich war froh, dass wir eine Medaille mitgenommen haben und ich dazu beitragen konnte.

SPORT1: Und war danach noch Urlaub drin?

Diaw: Nicht wirklich, ich hatte nur zwei Wochen frei. Da bin ich zu Hause geblieben und habe mich zu erholen versucht. Noch fühle ich mich ein wenig müde, aber das vergeht schon noch.

SPORT1: Bei der EM 2015 haben Sie Heimrecht, welche Ziele setzen Sie sich?

Diaw: Ja, die Deutschen spielen in Berlin, aber wir von Anfang bis Ende in Frankreich. Das wird eine große Sache. Darauf hoffen wir schon lange Zeit. Wir werden versuchen, den Titel zu verteidigen.

SPORT1: David Stern hatte die Vision, eine europäische Division in der NBA zu verankern. Halten Sie das für realistisch?

Diaw: Es wäre großartig. Ich wünsche mir das schon lange und am liebsten, wenn ich noch spiele. Aber dann werde ich wohl schon im Ruhestand sein.

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