Der Star der Mavericks wird fast zum Matchwinner, muss sich aber Meister San Antonio beugen. Chandler Parsons vergibt den Sieg.

Von Eric Böhm

München/San Antonio - Dirk Nowitzki hat mit den Dallas Mavericks einen Auftaktcoup hauchdünn verpasst.

Bei Titelverteidiger und Erzrivale San Antonio Spurs setzte es zum Start der 69. NBA-Saison eine 100:101 (53:45)-Niederlage. (Alles zur NBA auch bei SPORT1 im Free TV - Do. 18 Uhr "Inside US Sports")

Nowitzki begann seine 17. Saison mit einer guten Leistung. Am Ende standen 18 Punkte und sechs Rebounds für den deutschen Superstar zu Buche.

Mit einem seiner typischen Sprungwürfe im Rückwärtsfallen zum 100:98 hatte Nowitzki eine starke Aufholjagd der Mavericks gekrönt, ehe San Antonios Topscorer Tony Parker (23 Zähler) per Dreier konterte ().

"Es war ein großartiges Spiel. Du kannst dir aus Sicht der Fans keinen besseren Saisonauftakt wünschen. Unglücklicherweise wird sich nur an Sieger und Verlierer erinnert. Es entscheiden Kleinigkeiten. So ist das Leben in der Western Conference", sagte Mavericks-Coach Rick Carlisle.

Chandler Parsons vergibt Siegtreffer

Die letzte Chance, das Texas-Dery doch noch umzudrehen, verpasste der schwache Neuzugang Chandler Parsons. Sein Dreier scheiterte 0,4 Sekunden vor dem Ende an der Front des Ringes.

Der neue Small Forward (5 Punkte, 4 Rebounds) traf lediglich zwei seiner zehn Versuche aus dem Feld (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

"Es nervt total, so ein erstes Spiel hinzulegen. Es war aber nur eines von 82 Spielen. Ich brauche noch Zeit, um mich auf die Jungs einzustellen. Heute ist einfach nichts gefallen", ärgerte sich Parsons.

Popovich sieht sich bestätigt

Immerhin deutete der 26-Jährige sein Potenzial an - vor allem in der Defensive. In der ersten Hälfte war beiden Teams die lange Pause noch anzumerken.

Es kam zu vielen Missverständnissen. San Antonio leistete sich völlig uncharakteristische fünf Ballverluste in den ersten acht Minuten. Dallas war kaum besser, ging aber mit einer Führung in die Halbzeit (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Du bekommst deine Ringe, verlierst mit 30 und trinkst ein Glas Wein", hatte Spurs-Trainer Gregg Popovich einen schwachen Auftakt seines Teams schon vorher erwartet.

Spurs drehen nach der Halbzeit auf

Nach einer Video-Zusammenfassung der vergangenen Saison - erzählt von Spurs-Fan und Hollywoodstar Samuel L. Jackson - bekamen die Texaner ihre Meisterringe.

Dass für Popovich in seinem 18. Saisoneröffnungsspiel doch noch der 17. Sieg heraussprang, lag an der alt bekannten Abgezocktheit, die sein Team nach der Pause wiederfand.

Plötzlich war es ein komplett anderes Spiel, das an die Leidenschaft der umkämpften Playoff-Serie des Sommers erinnerte.

Technische Fouls für Nowitzki und Chandler

Trotz des Fehlens der wichtigen Meisterspieler Kawhi Leonard (Augeninfektion), Tiago Splitter (Wadenverletzung) und Patty Mills (Schulter-OP) begann der Titelverteidiger das dritte Viertel mit einem 12:4-Lauf.

Begünstigt wurde das Comeback der Spurs jedoch auch durch einen kleinen Meisterbonus der Schiedsrichter. Das brachte wiederum die Mavericks im dritten Abschnitt auf Betriebstemperatur.

Nowitzki, der schon vorher von "kochendem Blut" gesprochen hatte, holte sich ebenso wie Rückkehrer Tyson Chandler ein technisches Foul wegen Meckerns ab (SERVICE: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

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Duncan stellt NBA-Rekord

So blieb das heiße Duell bis in die Endphase hinein spannend. Bester Schütze der Mavs war Monta Ellis mit 26 Zählern. Chandler verbuchte acht Punkte und zehn Rebounds.

Bei den Spurs überzeugten neben Parken die anderen Routiniers Tim Duncan (14 Zähler, 13 Rebounds) und Manu Ginobili (20 Punkte). Für Duncan war es das 14. Double-Double zum Start - ein neuer NBA-Rekord. Zuvor hatte er mit Kareem Abdul-Jabbar gleichauf gelegen.

"Es war schon etwas Besonderes. So ein Spiel hilft dir, die Erfolge der vergangenen Saison abzuhaken. Wir waren emotional und noch nicht griffig, aber jetzt geht es wieder richtig los", sagte Ginobili.

Harris überzeugt

Angesichts der teils heftigen Klatschen in den regulären Saisonspielen der vergangenen Jahre war es für die umgebauten Mavericks ein solider Start.

Devin Harris (17 Punkte, 5 Assists) bot eine starke Leistung als zweiter Point Guard hinter Jameer Nelson (9 Zähler).

Ihr erstes Heimspiel bestreiten die Mavericks in der Nacht auf Freitag gegen die Utah Jazz (ab 1.30 Uhr LIVESCORES). Der Auftakt weckte trotz der Niederlage Vorfreude auf die kommenden 81 Partien.

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