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Dennis Schröder (r.) erzielte in den letzten zwei Minuten acht Punkte

München und New York City - Dennis Schröder beweist gegen New York Nervenstärke und liefert seine Karrierebestleistung ab. Die Knicks reden die erste Krise schön.

Von Florian Pertsch

Dennis Schröder hat einen Lauf.

Der junge deutsche Point Guard feierte mit seinen Atlanta Hawks den zweiten Sieg in Serie und lieferte beim 91:85-Erfolg gegen die New York Knicks im Madison Square Garden mit 14 Punkten seine Karrierebestleistung ab.

"Der Trainer vertraut mir jetzt. Mein Selbstvertrauen geht durch die Decke", erklärte der Point Guard der Tageszeitung "Atlanta Journal-Constitution".

Budenholzer schwärmt von Schröder

Schröder brachte es in 28 Minuten auf vier Rebounds, vier Assists und einen Steal und bekam von Head Coach Mike Budenholzer ein großes Lob (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

"Er hat uns in der ersten Halbzeit einen großen Schub gegeben, im zweiten Durchgang das gleiche nochmal. In der Verteidigung hat er viel Druck auf den Ball gemacht, im Angriff hat er New York vor große Probleme gestellt", so der ehemalige Assistent von San Antonios Trainer Star Gregg Popovich.

Vor allem in der packenden Endphase des Spiels setzte Budenholzer auf den Braunschweiger und wurde nicht enttäuscht (Alles zur NBA auch bei SPORT1 im Free TV - Do. 18 Uhr "Inside US Sports").

An der Seite von Hawks-Leistungsträger Paul Millsap (19) erzielte Schröder in den letzten 120 Sekunden zwei wichtige Körbe, verwandelte eiskalt vier Freiwürfe und bestätigte so seine aufsteigende Form in der letzten Woche. Phasenweise stand Schröder in Halbzeit eins sogar mit Aufbau-Chef Jeff Teague gleichzeitig auf dem Feld.

Mancher Beobachter fühlt sich beim Duo Budenholzer/Schröder an Popovich und viele seiner Youngster-Entdeckungen erinnert.

Zum dritten Mal in Folge punktete er zweistellig, sein Wert im vielbeachteten Effizienz-Rating (PER), welches mittels einer komplexen Formel als Statistiken eines NBA-Spielers berücksichtig, liegt Schröder unter den Top Drei.

So stahl der 21-Jährige auch New Yorks Topscorer Carmelo Anthony die Show, der trotz seiner 25 Zähler, neun Rebounds und sieben Assists die fünfte Niederlage der Knicks in Serie nicht verhindern konnte

Und sogar von New Yorks Rookie-Coach Derek Fisher gab es ein Lob für den jungen deutschen Nationalspieler, der Schröder als den Spieler heraushob, der den Unterschied machte.

Für sein eigenes Team wollte Fisher ebenfalls einige positive Ansätze entdeckt haben.

"Wir haben viel besser verteidigt, uns dabei keine Fouls geleistet", so der Ex-Aufbauspieler. Ohne Fouls ja, aber auch ohne gute Absprache beim Blocken und Abrollen.

"Beim Pick and Roll kam niemand zu Hilfe, und so bin ich immer zum Korb gezogen", freute sich Schröder über die Nachlässigkeiten der New Yorker.

Knicks-Präsident und NBA-Legende Phil Jackson fand nach der ärgerlichen Pleite ebenfalls positive Worte für Melo und Co.

"Das Team wächst, und manchmal kommt es nicht immer auf das Ergebnis an", so der elfmalige Meistertrainer: "Mir kommt es auch auf die Art und Weise an, wie wir spielen. Es läuft in der Offensive schon viel besser für uns."

Im Haifischbecken New York mit seiner giftigen Presse und den hohen Ansprüchen an die Mannschaft dürfte die Aussage "es läuft schon viel besser" bald nicht mehr genügen ? Siege müssen her.

Bei den Atlanta Hawks hingegen herrscht eitel Sonnenschein.

Mack zieht den Kürzeren

Serie gegen die Knicks gewonnen, zurück in der Erfolgsspur und die Gewissheit, dass Schröder Point Guard Teague auch in engen Spielen adäquat ersetzen kann.

Nur die ursprüngliche Nummer zwei auf der Aufbau-Position dürfte mit der aktuellen Situation nicht ganz glücklich sein: Shelvin Mack.

Der 24-Jährige kam im zweiten Duell mit den Knicks gar nicht zum Einsatz und musste sich Schröders Gala von der Bank aus ansehen.

Auch in den Spielen zuvor kosteten Schröders gute Leistungen Mack seine Spielzeit und es zeichnet sich ab, dass Budenholzer langsam das Vertrauen in den jungen Deutschen zurückgewinnt.

Jetzt muss es für den 21-Jährigen darum gehen, dieses wiedergewonnene Vertrauen auszubauen ? und nicht wie zu Beginn seiner Rookie-Saison kontinuierlich zu verspielen.

Denn vor knapp einem Jahr wurde das Projekt Schröder in Atlanta vorübergehend auf Eis gelegt und der Point Guard musste zwischenzeitlich in der D-League Erfahrung und Spielzeit sammeln.

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