München und Phoenix - Dirk Nowitzki überzeugt vor der Mini-Pause, aber Rajon Rondo und Co. sind zu freigiebig. Die Suns-Guards plagen die Mavericks.

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Die Dallas Mavericks haben sich mit einer Pleite in den Mini-Weihnachtsurlaub verabschiedet.

Bei den Phoenix Suns setzte es eine 115:124 (45:53)-Niederlage, auch weil der NBA-Meister von 2011 in Abwehr und Angriff zu viele Geschenke verteilte (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM)

Dirk Nowitzki zeigte mit 22 Punkten und fünf Rebounds zwar eine ansprechende Leistung, die insgesamt 20 Ballverluste (Saison-Rekord) brachen Dallas aber das Genick.

"Du kannst einem Team, das im Fast-Break so gut ist, nicht so viele Punkte schenken - zu viele leichte Punkte", stöhnte Center Tyson Chandler.

Mavericks: "Lichtjahre entfernt"

Dass die Abstimmung mit dem neuen Point Guard Rajon Rondo und seinem völlig anderen Spielstil Zeit brauchen würde, war klar, aber ein Großteil der Turnover war vermeidbar.

Zehn davon unterliefen den Mavericks allein im zweiten Viertel als die Suns einen 30:39-Rückstand in den finalen sechseinhalb Minuten bis zur Pause in eine Führung umdrehten.

Vor allem Chandler Parsons (6) und Neuzugang Rondo (5) taten sich bei der freundlichen Ballabgabe an Phoenix hervor (Alles zur NBA auch bei SPORT1 im Free TV - Do. 18 Uhr "Inside US Sports").

"Es sind jetzt gerade einmal drei Spiele. Nach diesen beiden letzten Auftritten denkst du, wir sind Lichtjahre von unserem Optimum entfernt. Wir sind aber deutlich näher dran", sagte Coach Rick Carlisle.

Ellis und Parsons mit Problemen

Die gewisse Skepsis einiger Experten gegenüber dem risikoreichen Rondo-Experiment konnte auch der so respektierte Cheftrainer noch nicht vertreiben.

Vor allem Ellis und Parsons tun sich an Rondos Seite noch schwer mit der Umstellung, nun deutlich seltener den Ball in den Händen zu haben. Schon bei der Pleite gegen Atlanta tags zuvor, war diese Tendenz zu beobachten.

Parsons, Rondo (13 Zähler, 8 Assists) und Monta Ellis verfehlten gegen Phoenix insgesamt 26 ihrer 40 Würfe. Die immense Athletik der Suns konnten die Mavs nicht neutralisieren.

"Nach 31 Jahren in dieser Liga bin ich immer noch Optimist. Letztendlich kommt es auf die Effizienz an, die hatten wir aufgrund der Ballverluste nicht", analysierte Carlisle.

Bledsoe und Dragic im Rebound-Clinch

Speziell die Guards der Gäste bedankten sich für die Präsente artig mit Topleistungen. Eric Bledsoe (16 Zähler, 11 Assists, 10 Rebounds) gelang sein zweites Triple-Double der Karriere. Goran Dragic steuerte 25 Punkte bei.

Dabei waren die beiden untereinander die schärfsten Konkurrenten. 31 Sekunden vor Schluss kämpften beide um einen Rebound, weil Bledsoe sein Triple-Double wollte, ging er energisch zum Ball, Dragic landete auf dem Hosenboden.

"Ich wusste nicht, dass er noch einen Rebound brauchte. Sonst wäre ich aus dem Weg gegangen. Ich hab ihm gesagt, dass er mich ganz schön eingeschüchtert hat. Das ganze Team musste lachen", erzählte der Slowene im Anschluss.

Suns haben einen Lauf

Bledsoe hatte sein erstes Triple-Double erst drei Wochen zuvor gegen die Clippers geschafft. "Ich bin wie ein kopfloses Huhn rumgelaufen, um diesen einen Rebound zu bekommen", meinte "Bled":

"Sie haben mir gesagt, ich hätte Goran verletzt und er zwei Wochen ausfällt. Ich bete, dass es nicht dazu kommt", sagte Bledsoe, während im Hintergrund seine Teamkollegen in Gelächter ausbrachen.

Dragic blieb unverletzt. Gerald Green steuerte zum vierten Sieg in Folge - nach zuvor sechs Niederlagen - 22 Punkte bei. Auch der frühere Bamberger P.J. Tucker (15) zeigte eine gute Leistung.

Nur Chandler und Nowitzki stark

Im dritten Abschnitt fingen sich die Mavs, die zum zweiten Mal in dieser Saison zwei Partien in Folge verloren, den entscheidenden Lauf ein und kamen erst knapp zwei Minuten vor Schluss wieder auf unter zehn Punkte heran.

Neben Nowitzki überzeugte lediglich Center Tyson Chandler mit 22 Punkten und 14 Rebounds.

"Es sind einige große Veränderungen im Gange. Wir versuchen momentan, die richtige Verteilung auf dem Court hinzukriegen, um den Ball richtig laufen zu lassen", erklärte Rondos Backup Devin Harris.

Nächste Aufgabe gegen die Lakers

Einige positive Zeichen gab es dennoch. Zum Beispiel gelang Rondo ein wunderschöner Alley-Oop-Pass auf Chandler, der an den weggetauschten Brandan Wright erinnerte.

Das Projekt Meisterschaft steht aber noch am Anfang und hat noch einige Kinderkrankheiten, die gut abgestimmte Teams wie Phoenix erbarmungslos ausnutzen.

Dallas (20 Siege - 10 Niederlagen) blieb in der Western Conference dennoch Fünfter und tritt in der Nacht auf Samstag (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) gegen Kobe Bryants Los Angeles Lakers zur Wiedergutmachung an.

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