vergrößernverkleinern
Rajon Rondo-Dallas Mavericks
Rajon Rondo kam von den Boston Celtics zu den Dallas Mavericks © getty

München - Rajon Rondo blüht in Dallas regelrecht auf, das Duell mit Washingtons Wall verspricht viel. Muss Nowitzki wieder als Center ran?

Im Sport ist es wie in der Liebe - ist der Lack erst mal ab, dann fällt es oft schwer, immer 100 Prozent zu geben.

Als die Dallas Mavericks den Trade für Bostons Rajon Rondo einfädelten, hatten sie genau das im Sinn (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Der viermalige All-Star zeigte für seine Celtics immer noch gute Leistungen, 10,8 Assists, 8,3 Punkte und 7,5 Rebounds sind für einen Point Guard traumhafte Werte.

Keinen Bock auf Mittelmaß

Doch nach neun Jahren in "Beantown" und dem Titel 2008 standen die Celtics einmal mehr vor dem Totalumbau, und Rondo wollte mit 28 Jahren den Weg nicht mitgehen.

"Die letzten Jahre waren eine große Herausforderung", blickt Rondo zurück: "Jede Saison spricht man darüber, den Titel zu holen. Aber realistisch gesehen, haben wir in den letzten beiden Jahren in Boston nur um die Playoffs gekämpft."

Die perfekte Chance für Dallas - und der Plan scheint zu funktionieren (Alles zur NBA auch bei SPORT1 im Free TV - Do. 18 Uhr "Inside US Sports").

Rondo lieferte in seinen ersten fünf Spielen 13,6 Punkte, 8,4 Assists und 6,2 Rebounds ab und wirkte wie aufgedreht.

Vor allem in der Verteidigung gibt er den Mavericks eine ganz neue Dimension, denn erstmals seit Jahren können sie mit Monta Ellis und Rondo richtig Druck auf beide Guards des Gegners machen.

Dies bekam im letzten Spiel unter anderem Oklahoma Citys Wirbelwind Russell Westbrook zu spüren.

In den neun Partien vor dem Duell mit Dallas bei über 32 Punkten im Schnitt, legte Rondo Westbrook die Daumenschrauben an und hielt den Thunder-Star bei 18 Zählern.

Spitzenduell gegen Wall steht an

"Es gibt wenige Spieler, die zu solch einer Leistung fähig sind", lobt Head Coach Rick Carlisle seinen Neuzugang: "Westbrook kommt mit über 100 Sachen auf einen zu, wechselt ständig die Richtung und bekommt dauernd Blocks gestellt. Rajon hat das toll gemacht, er hat riesigen Einsatz gezeigt."

Sogar ein Cut am Auge konnte Rondo gegen OKC nicht bremsen, das Feuer des wohl aktuell besten Allround-Guards scheint wieder entfacht.

Da kommt das Duell mit Washingtons Superstar John Wall gerade recht (2.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und LIVESTREAM).

Wizards schwimmen auf Erfolgswelle

Auch der Point Guard der Hauptstädter legt eine klasse Saison hin (17,6 Punkte, 10,4 Assists, 4,6 Rebounds) und führte seine Wizards zur besten Start-Bilanz (22-8) seit der Saison 1974/75.

Allzu viel bessere Duelle auf der Eins gibt es derzeit nicht in der NBA.

In gewisser Weise erinnert Rondo mit seiner Vielseitigkeit an Jason Kidd, Dallas' Meister-Point-Guard in der Saison 2011.

"Es gibt definitiv Ähnlichkeiten", so Carlisle: "Jason hat sein wahres Potenzial erst mit Ende 20, Anfang 30 abgerufen und ich glaube, dass auch Rajon sein ganzes Können noch nicht gezeigt hat. Beide waren nicht als herausragende Schützen bekannt, aber Jason war am Ende seiner Karriere ein konstanter Dreierschütze."

Genau diesen Plan verfolgt Carlisle auch mit Rondo, dem er zwar keinen komplett neuen Wurf verpassen will, aber an ein paar kleinen Stellschrauben soll schon gedreht werden.

Ex-Celtics unter sich

"Es ist nicht der richtige Zeitpunkt in einer Saison, um den Wurf ganz und gar zu verändern", stellt Carlisle klar: "Trotzdem gibt es Kleinigkeiten, die die Bewegung verbessern können. Rajon soll verstehen, wo er im Mavs-System seine Würfe bekommt. Es geht nicht darum, mehr zu werfen, sondern die richtigen Würfe zu nehmen."

Rondo ist mit dem Plan Carlisles, der zwischen 1984 und 87 selbst Spieler der Celtics war und 1986 mit Larry Bird NBA-Champion wurde, einverstanden und will hart an sich arbeiten.

Trainingseifer neu entflammt

Nach eigenen Aussagen stand der 28-Jährige in seiner Zeit in Dallas schon öfter in der Trainingshalle, als zu Saisonbeginn in Boston.

"Ich liebe es, an meinem Spiel zu arbeiten. Es wird uns auch als Team besser machen."

Aktuell ist Dallas sogar so gut, dass die Texaner gegen die Thunder den Ausfall von Center Tyson Chandler kompensieren konnten.

Aushilfscenter Dirk Nowitzki brachte es zwar auf 30 Punkte, war aber doch sehr überrascht von Carlisles Entscheidung und dachte zuerst, der Coach hätte sich vor dem Geistesblitz ein paar Bier genehmigt.

Small Ball äußerst riskant

Einmal ging der Geniestreich mit extremem Small Ball - J.J. Barea lief als Small Forward auf - gut, doch gegen Washington mit Center Marcin Gortat und Power Forward Nene dürfte der Plan sehr riskant sein.

Ob Chandler wieder fit ist, wird sich recht kurzfristig entscheiden, ein leichtes Training am Montag konnte der Center zumindest schon absolvieren.

Bei Monta Ellis, der mit einer Sprunggelenksverletzung gegen OKC vom Feld musste, gab Carlisle Entwarnung.

"Wenn Monta sagt, er kann spielen, dann nehme ich ihn beim Wort", so der 55-Jährige.

Ellis selbst ließ auch keine Zweifel an seiner Einsatzfähigkeit aufkommen, schließlich hat "Mississippi Bullet" in gut eineinhalb Jahren für Dallas noch keine Partie versäumt.

"Ich werde dieses Spiel garantiert nicht verpassen. Es ist zwar der Fuß, in den ich eine Platte eingesetzt bekommen habe, aber ich werde für die Partie bereit sein."

Video
teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel