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Danilo Gallinari kam 2011 von den New York Knicks nach Denver
Danilo Gallinari kam 2011 von den New York Knicks nach Denver © getty

Danilo Gallinari von den Denver Nuggets spricht im SPORT1-Interview über Italiens EM-Ziele, ein bitteres Duell gegen Dirk Nowitzki und seine schwere Verletzungszeit.

Von Alisha Pälmke

München/Denver - Als einer von vier Italienern in der NBA ist Forward Danilo Gallinari von den Denver Nuggets eine der Stützen des italienischen Nationalteams.

Bei der EM 2015 bekommt er es in der Gruppenphase in Berlin unter anderem mit der deutschen Mannschaft zu tun. Zuletzt traf Gallinari vor drei Jahren auf Dirk Nowitzki und das deutsche Team. Damals gab es bei der EM eine heftige 62:76-Niederlage gegen das DBB-Team.

In der NBA verlief sein Comeback nach der verletzungsbedingt komplett verpassten vergangenen Saison bis zum nächsten Rückschlag noch schleppend. Nach einem starken Auftritt mit 19 Punkten gegen Indiana wurde bei dem 26-Jährigen allerdings einen Meniskusriss festgestellt. Wie lange er nach der OP ausfällt, ist noch unklar (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Im SPORT1-Interview spricht Gallinari über die wichtige Europameisterschatft, seine Zeit bei den New York Knicks und sein Verletzungspech.

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SPORT1: Italien trifft bei der EM 2015 in Berlin auf Deutschland. Glauben Sie, dies ist ein gutes Los für Italien?

Danilo Gallinari: Ich kann es kaum erwarten. Diese EM wird eine sehr wichtige für Italien. Es ist unsere Chance, uns für die Olympischen Spiele zu qualifizieren, deshalb wird es ein sehr entscheidender Sommer für uns. Ich freue mich schon drauf.

SPORT1: Vor drei Jahren haben Sie Ihr erstes und bisher einziges Länderduell gegen Dirk Nowitzki gehabt. Obwohl es für Sie persönlich ein gutes Spiel war, hat Italien gegen Deutschland bitter verloren. Was sind Ihre Erinnerungen an das Spiel?

Gallinari: Ich erinnere mich noch sehr gut an das Spiel. Wir haben hoch verloren und wir haben nicht sehr gut gespielt. Das gesamte Turnier lief sehr schlecht für Italien. Deshalb hoffe ich, dass wir nächstes Jahr besser spielen werden.

SPORT1: Mit Andrea Bargnani, Marco Belinelli, Gigi Datome und Ihnen sind derzeit vier Italiener in der NBA. Glauben Sie, dass sie alle bei der EM dabei sein werden?

Gallinari: Das hoffe ich sehr. Ich weiß es leider noch nicht, da man erst abwarten muss, wie die NBA-Saison verläuft, aber hoffentlich werden wir alle zusammen spielen.

SPORT1: In der Lega A ist Daniel Hackett sechs Monate lang gesperrt. Hoffen Sie, dass er dennoch bei Nationaltrainer Simone Pianigiani Gnade findet und bei der EM spielen wird?

Gallinari: Ja, er wird spielen. Er wird auf jeden Fall spielen. Wir glauben, dass er ein sehr guter Spieler ist und sehr wichtig für uns ist. Er spielt hervorragend bei Milan. Er ist ein großartiger Typ und ein guter Freund von mir. Ich hoffe, dass wir zusammen bei der Europameisterschaft spielen werden.

SPORT1: Als Sie bei den Knicks gespielt haben, war Ihr Trainer Mike D'Antoni, der bereits mit Ihrem Vater zusammen gespielt und sogar dessen Mitbewohner gewesen ist. Haben Sie sich dadurch besonders unter Druck gesetzt gefühlt?

Gallinari: Ja, da war sehr viel Druck von vielen Seiten und ich musste beweisen, dass ich nicht wegen ihm in der NBA bin, sondern weil ich gut Basketball spiele. Er war ein guter Freund meines Vaters, aber ich denke, ich war ein guter Spieler und ich habe es in die NBA geschafft, worauf ich sehr stolz bin. Ich bin auch sehr stolz darauf, was ich in New York geschafft habe.

SPORT1: Stehen Sie noch mit Mike in Kontakt?

Gallinari: Nein, wir reden nicht miteinander. Wir haben zusammen gearbeitet, aber wir waren außerhalb des Spielfeldes keine besten Freunde. Ich wünsche ihm immer das Beste, aber wir stehen nicht im Kontakt miteinander.

SPORT1: Sie waren Teil des großen Carmelo-Anthony-Trades. Was hat sich aus heutiger Sicht dadurch für Sie und Ihr Team geändert?

Gallinari: Es war sehr hart für mich, New York zu verlassen, weil ich dachte, ich würde noch eine lange Zeit dort bleiben. Der Wechsel kam sehr überraschend, aber wie sich herausgestellt hat, war es eine sehr gute Entscheidung, nach Denver zu kommen. In der bisherigen Zeit, in der ich hier war, haben wir sehr viel erreicht.

SPORT1: Sie waren zuletzt bereits über ein Jahr lang verletzt und konnten nicht spielen. Wie hat die Zeit Sie beeinflusst und was war die größte Herausforderung?

Gallinari: Wenn man nicht Basketball spielen kann, fokussiert man sich auf andere Dinge im Leben, da das Leben nicht nur aus Basketball bestehen kann. Das Leben ist viel mehr und du hast die Möglichkeit, dich in dieser Zeit auf andere Dinge außerhalb des Basketballs zu konzentrieren. Die größte Herausforderung ist, dich von den Verletzungen wieder zu erholen. Die Reha-Phase war der schlimmste und schwierigste Teil.

SPORT1: Dirk Nowitzki spielt derzeit seine 17. Saison. Hoffen Sie auf eine ebenso lange NBA-Karriere?

Gallinari: Ja, absolut. Mein Ziel ist es, in der NBA zu spielen bis ich 35 bin. Das bedeutet noch etwa acht oder neun Saisons in der NBA. Ich hoffe, ich werde körperlich in der Lage dazu sein. Mein Verstand ist bereit dazu, aber ich weiß nicht, ob mein Körper meinem Verstand folgen wird. Dennoch ist es mein Ziel.

SPORT1: Was an Europa fehlt Ihnen am meisten?

Gallinari: Ich vermisse meine Freunde, Familie und das Essen.

SPORT1: Haben Sie deshalb ein Restaurant in New York eröffnet?

Gallinari: Ja, genau. Leider bin ich nicht so oft in New York. Ich habe es aus verschiedenen Gründen eröffnet, aber ich vermisse das Essen und die Familie sehr.

SPORT1: Ihr Spitzname ist "Il Gallo" (der Hahn, Anm. der Red.). Nicht besonders schmeichelhaft, oder? Wie kam es dazu?

Gallinari: Ja, genau, Gallo. Doch, es ist etwas Positives in Italien. Jeder der mich kennt, alle meine Freunde und meine Familie nennen mich so. Nur Leute, die mich nicht kennen, nennen mich nicht so. Mein Vater wurde bereits so genannt als er jünger war. Sie haben mir dann den Namen gegeben.

SPORT1: Also hat Ihr Vater Ihnen den Namen praktisch vererbt.

Gallinari: Ja, ich hatte den Spitznamen schon bevor ich in zur NBA gekommen bin. Es war schon immer mein Spitzname.

SPORT1: Sind Sie Fußballfan?

Gallinari: Ja, auf jeden Fall. Ich liebe Fußball.

SPORT1: Haben Sie ein Lieblingsteam?

Gallinari: Definitiv! Der AC Mailand.

Milan wünscht ihm sogar via Twitter eine schnelle Genesung:

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