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Anthony liefert in bislang 30 Saisonspielen 23,9 Punkte im Schnitt ab
Anthony liefert in bislang 30 Saisonspielen 23,9 Punkte im Schnitt ab © getty

München - Zwölf Pleiten in Serie, drei Leistungsträger weg und der Superstar verletzt. Die Knicks stehen vor einem Scherbenhaufen.

"Historisch schlecht" ist eine Einschätzung, die in den letzten Jahren im Profisport inflationär verwendet wurde.

Infolgedessen hat sich die Begrifflichkeit etwas abgenutzt und an Bedeutung verloren (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Um also den Zustand der New York Knicks zu beschreiben, bedarf es etwas Neuem:

So schlecht wie die Philadelphia 76ers zum Beispiel.

Zwölf Pleiten in Serie

Philly erhob die Kunst des Verlierens in den letzten eineinhalb Jahren zur obersten Priorität und "überzeugte" mit 19 Siegen aus 82 Spielen in der Saison 2013/14 grandios.

Auch in dieser NBA-Spielzeit läuft es für die 76ers blendend, fünf Siege bei schon 28 Pleiten sind in der Eastern Conference erneut unterirdisch.

Doch halt, plötzlich bekommt Philadelphia ernsthafte Konkurrenz.

Die Knickerbockers haben im Sturm den letzten Tabellenplatz im Osten erobert und sich mit zuletzt zwölf Niederlagen in Serie eine Bilanz von fünf Siegen bei 32 Niederlagen erspielt.

Dabei sollte doch alles so großartig werden: Phil "Lord of the Rings" Jackson als meisterlicher Strippenzieher, Head Coach Derek Fisher als Lehrmeister der Triangle-Offense und Superstar Carmelo Anthony mit frischem 124-Millionen-Vertrag neu motiviert  (Alles zur NBA auch bei SPORT1 im Free TV - Do. 18 Uhr "Inside US Sports").

Doch grau ist alle Theorie, wenn das Team das Spielsystem nicht annehmen kann - oder vielleicht auch will - und unzählige Verletzungen die Mannschaft zurückwerfen.

Statistiken des Grauens

Die zweitschwächste Offense der Liga, ebenso schlecht bei den Rebounds, New York enttäuschte auf beiden Seiten des Feldes.

Vor der Pleite gegen die Memphis Grizzlies kamen dann auch erste Gerüchte auf, dass Jackson im Big Apple die Notbremse zieht.

J.R Smith, der die Triangle Offense von vorneherein ablehnte, und Iman Shumpert, beide bei voller Gesundheit Leistungsträger, reizten in dieser Spielzeit selten bis nie ihr volles Potenzial aus und sollten weg.

New York fand mit Cleveland auch einen Abnehmer, doch was im Gegenzug aus Oklahoma City - das dritte in den Trade involvierte Team - zurückkam, dürfte den Knicks-Fans die Tränen in die Augen treiben.

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen:

Von den Thunder wechselt Lance Thomas nach New York, aus Cleveland gab es Lou Amundson und Alex Kirk plus einen Zweitrunden-Pick im Sommer 2019.

Zusätzlich wurde Center Samuel Dalembert entlassen und belastet so dank der Waiver-Regel den Salary Cap der Knicks nicht mehr.

Drei Leistungsträger weg, drittklassige Spieler im Tausch ? klingt nicht gerade nach einem gelungenen Deal.

Platz unter dem Salary Cap

Ist er im ersten Moment auch nicht, denn für die aktuelle Saison hissen die Knickerbockers die weiße Fahne, rollen sich auf den Rücken und lassen die Spielzeit über sich ergehen.

Im Hinblick auf die Spielzeit 2015/16 bilden die Maßnahmen von Jackson zumindest die Grundlage für einen erfolgreichen Free-Agent-Sommer.

30 Millionen Dollar Handlungsspielraum, um Spieler nach New York zu locken, ist nicht schlecht - eine Garantie für neue Stars ist es aber noch lange nicht.

Bis zum Sommer 2015 ist es aber noch verflixt lange hin und die Wartezeit wird den anspruchsvollen Knicks-Fans nicht versüßt.

Anthony, als einziger Star und konstanter Basketballer im Team verblieben, plagt sich bereits seit Beginn der Saison mit Knieproblemen rum und droht den Rest der Saison zu verpassen.

Zwar gab sich Melo kämpferisch und erklärte, "die Saison ist für mich noch nicht gelaufen", doch eigentlich wäre es das Beste, wenn er wirklich seinen millionenschweren Hintern auf der Bank parken würde.

Alle Augen auf Okafor

Denn schließlich hat der Resterampen-Modus in New York noch einen zweiten Effekt.

Je schlechter die Knickerbocker sich präsentieren, desto größer sind die Chancen auf den besten Pick im College-Draft im Sommer.

Mit Dukes Big Man Jahlil Okafor wartet hier ein echtes Center-Juwel, doch an erster Stelle im Draft zu ziehen, hat auch viel mit Losglück zu tun - Milwaukee und Philadelphia können 2014 davon ein Lied singen.

Mittlerweile gibt es Twitter sogar ein eigenes Hashtag dafür: #LoseMoreForOkafor

Platz im Gehaltsgefüge, ein ordentlicher Pick im Draft in Aussicht. Es könnte ein spannender Sommer für New York werden.

Wäre da nicht die philadelphiaeske, um nicht historisch schlechte zu sagen, Draft-Bilanz der Knicks:

Jordan Hill (2009, No. 8), Danilo Gallinari (2008, No. 6), Channing Frye (2005, No.8), Michael Sweetney (2003, No.9) waren die letzten vier Top-Ten-Picks.

Um einen echten Kracher zu finden, geht es sehr weit in der Vergangenheit zurück. 1985 wählten die Knicks einen gewissen Patrick Ewing an Position eins.

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