München - Die Atlanta Hawks werden verkauft - ein Team in Hochform mit Dennis Schröder, der den nächsten Schritt vollzieht.

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Bis zu eine Milliarde.

So viel sollen die Atlanta Hawks nach einer CNBC-Umfrage unter Fachleuten wert sein. Der NBA-Klub des deutschen Nationalspielers Dennis Schröder, dies wurde jetzt bekannt, steht zum Verkauf.

Mehrheitseigner Bruce Levenson wird sich nach dem Zwist wegen einer rassistischen E-Mail zurückziehen (News), für neue Investoren ist der Weg frei. Und auf diese wartet ein lukratives Franchise.

Atlanta hat sich in der Eastern Conference (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) an die Spitze der Tabelle gesetzt und spielt so dominant wie schon lange nicht mehr.

Mini-Spurs des Ostens

Die Mini-Spurs des Ostens, so wurden sie zu Beginn der Saison noch genannt.

Eine schlüssige Beschreibung, denn schließlich ist Head Coach Mike Budenholzer ein ehemalige Assistent von San Antonios Trainer-Ikone Gregg Popovich und wie "Pop" Anhänger von extremen Teambasketball.

Doch nach gut der Hälfte der Saison ist es Zeit, das Mini zu streichen.

Der jüngste Erfolg lässt dies nicht mehr zu. Atlanta hat Star-Truppen wie Cleveland oder Chicago mit einer Bilanz von 27 Siegen bei nur acht Niederlagen hinter sich gelassen.

Teamgedanke an erster Stelle

Teambasketball und harte Defense sind bei den Hawks dabei oberste Prämisse, sowohl bei den Assists (25,1) und zugelassenen Punkten (97,2) liefert Atlanta die drittbesten Werte aller NBA-Teams.

Wenn jetzt die übliche "Im Osten ist es leichter zu gewinnen"-Karte gespielt wird, dann ist das nur zum Teil richtig.

Denn die letzten drei Spiele wurden gegen echte West-Kracher gewonnen. Portland, die L.A. Clippers und zuletzt Memphis gerieten gegen die Hawks unter die Räder. Zuvor wurde schon Dirk Nowitzki und den Dallas Mavericks sowie Houston die Leviten gelesen.

Dreigestirn wird pefekt ergänzt

Woran liegt es also, dass es so klasse läuft? Die Puzzle-Teile im Team von Budenholzer passen einfach.

Point Guard Jeff Teague sowie die Big Men Paul Millsap und Al Horford sind keine Superstars, aber sie haben verstanden, dass sie zusammen eine Menge Erfolg haben können.

Um dieses Dreigestirn herum formierte Budenholzer harte Arbeiter wie DeMarre Carroll und Experten wie Kyle Korver, die sich zum einen nicht zu fein für die Drecksarbeit sind und zum anderen sehr uneitel - sprich teamdienlich - agieren.

Schröder immer wichtiger

Hinzu kommt eine Bank, die den drei Stars die nötigen Pausen im Spiel gibt. Das gilt vor allem für Teague, der mit seinem explosiven Spiel immer hart an den Reserven kratzt.

Hier kommt der Deutsche Schröder ins Spiel, der in seinem zweiten NBA-Jahr eine deutliche Leistungssteigerung hingelegt hat.

Punkte, Rebounds und Assists gingen nach oben (8,0/2,0/3,1) und rückten den 21-Jährigen mehr als einmal in dieser Saison in den Fokus.

Bill Simmons, NBA-Experte und Gründer der Website "Grantland", erklärte sich bereits zum Schröder-Fan

Meisterstück gegen Dallas

Sein Meisterstück liefertr er ausgerechnet gegen Landsmann und Mentor Nowitzki ab.

Mit 22 Punkten und sechs Assists klaute der Youngster dem 36-jährigen Oldie die Show.

Hat Schröder mal wieder einen Durchhänger ? was im zweiten NBA-Jahr durchaus normal ist ? können sich die Hawks auf Teague verlassen.

Der Aufbauspieler, dessen Bruder Marquis ebenfalls in der NBA gespielt hat, legt derzeit mit 17,7 Punkten und 8,0 Assists im Schnitt eine All-Star-Saison hin  (Alles zur NBA auch bei SPORT1 im Free TV - Do. 18 Uhr "Inside US Sports").

Paul gerät ins Schwärmen

Von Seiten der Clippers bekommt Atlantas Nummer 0 gleich doppelt Lob.

Head Coach Doc Rivers bewertet die Entwicklung Teagues in den letzten beiden Jahren enorm, Mentor und Freund Chris Paul, beide spielten am College für Wake Forest, schwärmt in den höchsten Tönen.

"Jeff hat sich wahnsinnig verbessert", erklärt "CP3": "Er ist aggressiver als je zuvor, und das liegt an seinem neuen Selbstbewusstsein. Das sollte er auch haben. Er spielt eine tolle Saison."

Die Niederlage gegen Atlanta schmeckte "CP3" dagegen gar nicht - wie er bei Twitter verriet.

Wurfkraft von außen

Funktioniert der Zug zum Korb nicht, findet Teague immer besser die freien Kollegen auf dem Flügel.

Namentlich Millsap und Korver, die es fleißig von Downtown regnen lassen.

Nur vier Teams treffen hochprozentiger jenseits der 7,24 Meter, Korver ist mit 103 verwandelten Distanzwürfen (202 Versuche, 51 Prozent) der beste Dreierschütze der Liga.

Millsap als Allrounder

Millsap ist derweil mit Center Al Horford, der endlich verletzungsfrei bleibt, der einzige All Star im Team und das Schweizer Taschenmesser der Hawks.

Drei Jahre in Folge bester Rebounder am College, greift sich Millsap für die Hawks acht Rebounds im Schnitt und steuert zusätzlich 17 Punkte bei.

Ob von außen (33,7% Dreier) oder aus der Nah- und Mitteldistanz, ist dem Power Forward dabei herzlich egal ? und wenn der Name auf dem Trikot mal falsch geschrieben ist, reagieren die Hawks mit Humor.

Statt den Buchstabier-Wettbewerb gewinnt Atlanta lieber Spiele.

Kein Ende in Sicht

Bleiben die Knochen von Horford heil und die Teamchemie der Hawks weiter positiv, könnte der Lauf der Hawks noch einige Wochen und Monate andauern.

Und während sich der Rest des Ostens mit Verletzungen, verwirrenden Systemen und nicht passenden Puzzleteilen selbst ein Bein stellt, ziehen die Hawks gemütlich ihre Kreise an der Tabellenspitze.

Was in den Playoffs passiert, steht natürlich auf einem anderen Papier - aber auf die Hawks als Nummer eins der Eastern Conference kurz vor dem All-Star-Break hätten die wenigsten getippt. Den Wert des Klubs dürfte die Serie weiter gesteigert haben.

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