München und Dallas - Die Mavericks kassieren gegen Memphis die dritte Niederlage in Folge. Dirk Nowitzki bleibt blass, mahnt aber trotz des anstehenden Mammutprogramms zu Gelassenheit.

Video

Die Dallas Mavericks haben zum ersten Mal in der laufenden NBA-Saison drei Spiele in Folge verloren und schlittern langsam, aber sicher in die Krise.

Gegen die Memphis Grizzlies unterlagen Dirk Nowitzki und Co. im heimischen American Airlines Center mit 90:109 und kassierten damit zugleich eine bittere Pleite gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um die besten Playoff-Plätze. In der Vorwoche hatten die Mavericks in Memphis noch mit 103:95 gewonnen und damit für die einzige Niederlage der Grizzlies in den letzten neun Partien gesorgt (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

"Das war ein wichtiger Sieg für uns. Wir haben ihn aber nicht ausreichend bestätigt", sagte Nowitzi im Rückblick auf die Partie vor acht Tagen und die darauffolgenden drei Niederlagen aus vier Spielen (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 18 Uhr: Inside US Sports).

Zach Randolph überragt

Überragender Mann bei Memphis' gelungener Revanche war Zach Randolph mit 22 Punkten und zehn Rebounds, sein spanischer Teamkollege Marc Gasol steuerte 15 Zähler und sechs Assists bei. Dirk Nowitzki blieb bei Dallas mit elf Zählern blass, beste Werfer der Mavericks waren Monta Ellis und Chandler Parsons mit je 19 Punkten. Den entscheidenden Unterschied machte letztlich jedoch die Unterstützung von der Bank: Die Reservisten der Gäste kamen auf satte 43 Zähler, die zweite Garde der Mavericks steuerte lediglich 24 Punkte bei.

Zach Randolph von den Memphis Grizzlies wirft über Dirk Nowitzki hinweg
Zach Randolph (l.) glänzte für Memphis mit einem Double-Double © Getty Images

Während Memphis (33 Siege, 12 Niederlagen) durch den Sieg in Dallas Platz zwei in der Western Conference festigte, stecken die Mavericks (30-16) auf Platz sechs fest - und haben obendrein Titelverteidiger San Antonio (29-17) im Nacken sitzen. Immerhin der Vorsprung auf die New Orleans Pelicans (24-21) auf dem ersten Nicht-Playoff-Platz ist derzeit noch recht komfortabel (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Mörderische Woche" wartet

Wohl auch deshalb sieht Nowitzki trotz der jüngsten Negativserie noch keinen Anlass zu Panik. "Es ist erst Januar", beschwichtigte der 36-Jährige und erklärte: "Wenn das direkt vor den Playoffs passiert wäre, würde ich mir Sorgen machen. Aber es ist noch reichlich Basketball zu spielen. Trotzdem müssen wir natürlich besser werden."

Und das möglichst schnell, denn die Partie gegen Memphis war erst der Auftakt in ein wahres Mammutprogramm für die Mavericks. Vier Spiele in fünf Tagen, fünf Spiele in sieben Tagen und sieben Spiele in zehn Tagen - und als nächste Hürde in diesem von Trainer Rick Carlisle als "mörderische Woche" bezeichneten Zeitraum wartet in der Nacht auf Donnerstag direkt das brisante Duell mit dem texanischen Rivalen aus Houston. Die Rockets sind mit 31 Siegen und 14 Niederlagen ebenfalls ein direkter Rivale im Kampf um die besten Playoff-Plätze.

Carlisle hadert mit der Defense

"Wir müssen die Reihen schließen und unsere Verteidigung aufrechterhalten", hat Coach Carlisle die größte Baustelle unter dem eigenen Korb ausgemacht. Sorgen bereitet Carlisle vor allem die Konzentration seiner Spieler, die in der Defensive allem Anschein nach gerne mal zu früh flöten geht.

Nach eigener Rechnung des Mavs-Trainers erlaubte sein Team den letzten drei Gegnern jeweils mehr als 40 Punkte mit weniger als acht Sekunden auf der Wurfuhr. "Wir müssen zusammenarbeiten", sagt daher auch Nowitzki und fordert ein besseres Übergeben der Gegenspieler, damit am Ende eben nicht doch jemand freisteht.

James Harden von den Houston Rockets
James Harden legt für die Houston Rockets in dieser Saison eine Gala nach der anderen aufs Parkett © getty

Beim nächsten Härtetest in Houston sollte dieser jemand auf alle Fälle besser nicht James Harden sein. Der alles überragende Scorer der Rockets legte in dieser Saison schon 21 Spiele mit 30 oder mehr Punkten auf, in den letzten vier Partien erzielte er 37, 33, 33 und 45 Zähler.

Nowitzki gibt den Philosophen

Aber selbst Hardens Galaform bringt Nowitzki mit all seiner NBA-Erfahrung nicht aus der Ruhe. "Die Dinge sehen momentan nicht gut aus. Aber manchmal gehört das eben auch zur NBA dazu", erklärte der deutsche Superstar nach der Niederlage gegen die Grizzlies - und versuchte sich anschließend als Philosoph.

"Es gibt Phasen, in denen du dir den Kopf kratzt und denkst: 'Wir werden nie wieder ein Spiel gewinnen.' So schlimm sieht es manchmal aus. Aber dann gewinnst du ein paar Spiele in Folge und auf einmal denkst du: 'Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie wir ein Spiel verlieren könnten.' Das ist die Achterbahnfahrt einer NBA-Saison."

Auf dieser sollten die Mavericks im Kampf um die Playoffs ihre derzeitige Talfahrt allerdings möglichst schnell stoppen.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel