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Kobe Bryant im Trikot der Lakers
Kobe Bryant gewann mit den Los Angeles Lakers fünf NBA-Titel © getty

München - Lakers-Superstar Kobe Bryant fällt im Herbst seiner Karriere erneut verletzt aus. Die Strapazen stehen nicht mehr im Verhältnis zum Ertrag, nur eine Lösung macht Sinn.

Profisport ohne Schmerzen und Verletzungen ist eigentlich nicht möglich.

Der Kampf mit dem eigenen Körper gehört ebenso dazu wie Erfolg und Niederlage.

Die Frage bleibt am Ende immer nur: wie lange muss die Qual sein?

Kobe Bryant ist ein Ausnahmesportler, ein NBA-Champion, einer der besten Basketballer der Welt.

Der Lakers-Star hat alles gewonnen, persönliche Rekorde aufgestellt und gehört selbst mit 36 Jahren und nach zwei schweren Verletzungen zu den Topstars der Liga.

Bester Beweis dafür: Die Wahl ins All-Star Game 2015, von den NBA-Fans mit 1.152.324 Stimmen auf Rang vier aller Profis gewählt.

Auf einen Auftritt der "Black Mamba" müssen seine Fans aber verzichten, denn erneut versagt der Körper. Diesmal macht die Rotatoren-Manschette der rechten Schulter schlapp.

Die Saison scheint gelaufen, wieder einmal. Bereits 2013/14 stand Bryant nur sechs Partien auf dem Feld. Damals riss die Achillessehne, kurz nach dem Comeback brach der Schienbeinkopf im Knie.

Bryants Ehrgeiz und Trainingseifer sind legendär, sein Feuer auf dem Feld berüchtigt.

Michael Jordan, das Alphatier unter den Alphatieren in der NBA, fiel einst nur Bryant auf die Frage ein, welchen Spieler man mit ihm vergleichen könnte.

Eben jenen "Air Jordan" überholte Bryant in dieser Saison in der ewigen Scorer-Liste auf Rang drei.

Mit 32.482 Punkten liegen nur noch Kareem Abdul-Jabbar und Karl Malone vor Kobe und als der Laker "His Airness" überholt hatte, schien es gerade so, als ob eine zentnerschwere Last von ihm abgefallen war.

Endlich besser als Jordan, einmal in der Karriere.

Denn in allen anderen wichtigen Kategorien - Meisterschaften, MVP-Titel und so weiter - wird ihm die Bulls-Legende immer voraus sein.

Und so gibt es eigentlich nur einen richtigen Schritt: Rücktritt

Bryant würde wahre Größe beweisen, wenn er die aktive Karriere beendet und seinen Körper für sein restliches Leben schont.

Gute Beispiele, den richtigen Moment zum Rücktritt zu verpassen, hat Kobe direkt vor der Nase.

Lakers-Kollege Steve Nash quälte sich über Monate und musste trotzdem vor seinem Rücken kapitulieren.

Und selbst wenn Nash Bryants Ansprüchen zum Vergleich nicht würdig ist, die NBA-Historie hat genug Beispiele parat.

MJ konnte nicht loslassen und sägte mit seinem Abstecher zu den Washington Wizards am eigenen Thron.

Bostons Legende Larry Bird spielte viele Jahre mit Rückenschmerzen für drei Menschen und leidet noch heute unter den Folgen seines Ehrgeizes.

Larry Bird im Trikot der Boston Celtics
Larry Bird © getty

Kobe ist, war und bleibt eine Ikone dieses Sports, sollte jetzt einen Schlussstrich ziehen und den Lakers die Chance zum Neuaufbau noch etwas früher geben.

Die Franchise hat sich mehr als einmal neu erfunden, und Lala-Land besitzt auch so genug Anziehungskraft, um neue Stars anzulocken.

Und vielleicht hilft Bryants Aura, welche als Teamkollege und extremes Alphatier oft einschüchternd und abschreckend wirkte, als Repräsentant und Angestellter im Front Office wahre Wunder beim Neuaufbau.

Dann wäre die Karriere bei den Lakers nicht vorbei, sie würde nur eine neue Stufe erklimmen.

Und hier könnte Bryant sehr schnell aus Jordans Schatten treten, denn als Teambesitzer läuft es in Charlotte ja nicht besonders gut...

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