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Alexander Wölffing beim NBA All-Star Game
Der stv. Sport1-Chefredakteur Alexander Wölffing ist beim All-Star Game in New York © Sport1/NBA

New York City - Die Stadt New York ist im NBA All-Star Fieber. Der stv. Sport1-Chefredakteur Alexander Wölffing berichtet vom Wahnsinn im "Big Apple".

Es war nicht der Tag der Sportgeschäfte in Downtown Manhattan.

Alles ist auf Hochglanz poliert - jedes erdenkliche Souvenir zum NBA All-Star Weekend ist erhältlich: Socken, Jacken, T-Shirts, Tassen, Bälle und natürlich die Trikots der Stars, wie sie die NBA-Profis am Sonntagabend im legendären Madison Square Garden tragen werden.

Die Stars der Eastern Conference laufen in Weiß auf, die der Western Conference in Schwarz. Alle Superstars sind verfügbar: Lokalmatador Carmelo Anthony, der viermalige MVP LeBron James und natürlich Fan-Liebling Stephen Curry.

Doch ein Trikot fehlte am Donnerstag - jenes von Dirk Nowitzki. Zu kurzfristig war die Nachnominierung des Stars der Dallas Mavericks, der für den an der Schulter verletzten Weltmeister Anthony Davis nachrückte.

Es war eine Entscheidung von NBA-Boss Adam Silver, mit der nun wahrlich niemand gerechnet hatte: Nicht die Merchandising-Strategen der NBA, noch Nowitzki selbst und schon gar nicht die zahlreichen Analysten und Experten. Denn wenn der Europäer naiv gedacht hat, das All-Star Weekend sei vor allem eine Show, aber nichts wirklich wichtiges, der staunte ob der medialen Reaktion auf Nowitzkis Nachnominierung durch den Commissioner höchstpersönlich.

Experten diskutieren Nowitzkis Nominierung

In Los Angeles schrie man "größte Ungerechtigkeit!", da DeAndre Jordan es doch wahrlich eher verdient gehabt hätte. Sogar Lakers-Legende Magic Johnson sprang den wütenden Clippers-Funktionären zur Seite und wunderte sich öffentlich über die Nominierung Nowitzkis.

Es sei wohl eher eine Würdigung der bisherigen sportlichen Lebensleistung des Deutschen denn eine aktuelle Wertschätzung, analysierten die Experten im TV in eilig einberufenen Talk-Runden schon am Donnerstagmorgen. Und eben auch Dirk Nowitzki war überrascht.

Hatte er sich doch sein freies Wochenende deutlich anders vorgestellt - nämlich ganz in Ruhe mit der Familie.

Aber das All-Star-Weekend ist eben eine ganz große Nummer, erst recht in der Stadt, die niemals schläft, alles kann und sowieso der Nabel der Welt ist. Da wollen und sollen sie alle dabei sein, die Stars der NBA. Und wer ein echter Star sein will, der muss eben auch All-Star sein.

Dirk, hier in den USA lassen Sie beim Würzburger meist den Nachnamen gleich weg, ist zum 13. Mal dabei - und als bester Ausländer der NBA-Geschichte passt das schon gut in die NBA-Geschichte des Wochenendes, sind doch über 500 der 1.800 akkreditierten Journalisten aus dem Ausland angereist.

Jeder will dabei sein

In Deutschland freut man sich nun zurecht auf die Premiere, dass gleich zwei Deutsche mit Bundesliga-Vergangenheit mitmachen dürfen, Dirk Nowitzki und erstmals Dennis Schröder im Talente-Spiel.

Wie gesagt, jeder will dabei sein. Keiner sagt wie manch Nationalkicker für ein ungeliebtes Test-Länderspiel wegen vermeintlicher Blessuren ab.

Bestes Beispiel: Carmelo Anthony, der (einzige) Star der heimischen und furchtbar schwächelnden Knicks. Er kündigte an, dass für ihn die Saison beendet sei, weil er sich am Knie operieren lassen muss. Aber natürlich erst nach dem All-Star-Game, da wolle unbedingt noch spielen.

Das Verständnis ist groß. Nicht anders geht es ja auch so manchem Medienvertreter, der am Sonntagmorgen beim Medien-Turnier mitspielen wird. Beginn 8:00 Uhr.

Ein Grund zur Klage ist die unchristliche Startzeit natürlich nicht. Denn schließlich ist man dann ja auch ein (zugegeben ganz kleiner) All-Star 2015 in New York.

Szenenwechsel: Im vermutlich berühmtesten Sportgeschäft New Yorks herrschte überraschend Aufregung. Im obersten Stockwerk war ein Bereich abgesperrt, erste Kamerateams rückten an und die Securitymitarbeiter steckten die Kopfhörer in die Ohren. Also fragen wir mal den Mitarbeiter des Hauses, was denn hier gleich los sei. Antwort: "Keine Ahnung. Vielleicht eine Überraschung." Aha! Die umstehenden Fans wussten derweil längst Bescheid: James Harden wurde erwartet für eine Schuh-Präsentation. Wie gesagt, es war nicht der Tag der Sportgeschäfte.

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