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Dallas - Dallas gelingt gegen Minnesota bei der Rückkehr von Ricky Rubio ein Arbeitssieg. Dirk Nowitzki hat Besuch vom Mentor und ist Effizienzmeister, Ellis und Parsons springen zur Seite.

Beim eher erkämpften als erzauberten 100:94 (54:47) gegen die Minnesota Timberwolves lieferte die Mannschaft um Superstar Dirk Nowitzki phasenweise Glanzlichter, leistete sich aber auch einige leichtsinnige Phasen.

Dirk Nowitzki SPORT1
SPORT1-Redakteur Eric Böhm überreicht Dirk Nowitzki die SPORT1 als bester Sportler des Jahres 2014 © SPORT1

"Wir haben eigentlich sehr gut gespielt, aber immer mal ein bisschen nachgelassen. Das wird in dieser Liga ausgenutzt. Alle Fehler werden bestraft. Es ist nie einfach, aber Hauptsache gewonnen", bestätigte Nowitzki bei SPORT1. Der Finals-MVP von 2011 verbuchte effiziente 16 Punkte und sieben Rebounds.

Ohne den wegen doch ernsterer Gesichtsverletzungen mindestens drei Spiele fehlenden Rajon Rondo war das dreiköpfige Monster Nowitzki, Monta Ellis (23 Zähler) sowie Chandler Parsons (18 Punkte, sechs Rebounds, vier Steals) entscheidend.

Rubio kehrt gegen Nowitzki zurück

Damit vermiesten die Mavericks auch Ricky Rubios lang erwartete Rückkehr auf das NBA-Parkett. Seit dem 7. November hatte der Spanier wegen einer Knöchelverletzung auf Eis gelegen (Die NBA - LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Der Rost war ihm trotz sofortigem Einsatz in der Startformation anzumerken. Mit 10:0 startete Dallas und gab die Führung über die gesamte Partie nicht ab. Rubio schaffte zehn Zähler und vier Assists.

J. J. Barea war für den ohnehin noch nicht völlig integrierten Rondo in die Startformation gerückt. Trotz schwacher Wurfquote zog der kleine Puerto Ricaner sehr gut die Fäden. "Ich bin bereit. Als Starter musst du die anderen Jungs noch mehr einbinden. Ich schaue mir morgen das Tape an, um zu schauen, wo ich noch zulegen muss", sagte Barea (10 Zähler, 8 Assists).

Bangen um Harris

Speziell am Ende zeigte er seine Qualität. Per Korbleger zum 98:94 und zwei verwandelten Freiwürfen machte Barea den Sack zu.

Möglicherweise wird er bei dem kommenden schweren Programm - in der Nacht auf Donnerstag bei den Golden State Warriors - sogar noch mehr gefragt sein.

Denn der nun zweite Point Guard Devin Harris verletzte sich bei einem Zusammenprall mit Minnesotas Nikola Pekovic am linken Bein - allerdings blieben die Röntgenaufnahmen ohne Befund.

Lässigkeit ärgert Carlisle

Dass der Sechste der Western Conference (33 Siege - 17 Niederlagen) gegen das schlechteste Team der Liga überhaupt so zittern musste, zeigt die aktuelle Problematik in Dallas.

Es fehlt die letzte Konstanz eines Spitzenteams. Im zweiten Viertel führte die Truppe von Coach Rick Carlisle dank eines von Nowitzki mit zwei Dreiern eingeleiteten 15:2-Laufes bereits 45:24, ließ dann aber immer wieder die Tür offen.

Vor allem Kevin Martin (19 Punkte) und Thaddeus Young (15 Zähler, 9 Rebounds) marschierten munter durch. Nach einem fragwürdigen Foulpfiff gegen Nowitzki sorgte Routinier Mo Williams für das 94:96 der Gäste, ehe Barea cool blieb.

"Wir müssen solche Spiele besser und früher zumachen. Es ist ohne Rondo nicht einfach, aber dann müssen andere Jungs ihren Job machen und bereit sein", forderte Carlisle.

Parsons meldet sich zurück

Das gelang vor allem Al-Farouq Aminu. An der Seite des ebenfalls sehr ökonomischen Centers Tyson Chandler (6 Punkte, 10 Rebounds, 5 Assists, 3 Blocks) oder als dessen Ersatz, sorgte er mit spektakulären Dunkings und Blocks für Stimmung.

Wenn er in die verwaiste Rolle des Energizers Brandan Wright schlüpft, hätte der Frontcourt ein Problem weniger.

Parsons zeigte nach zwei wegen Krankheit verpassten Spielen ebenfalls einen Aufwärtstrend. "Es ist immer schwer, wieder in den Rhythmus zu kommen. Zum Korb zu kommen und einige Würfe zu treffen, hat geholfen. Mein Magen ist wieder in Ordnung, die Beine sind nicht mehr schwer", meinte der Flügelspieler.

Geschwindner ist da

Dabei ist vor allem die deutlich heruntergefahrene Rolle Nowitzkis Fluch und Segen für die Mavs. Der fast 37-Jährige bleibt frischer, wäre aber in den schwachen Phasen als Haltgeber mit Treffern aus Einzelaktionen wie in früheren Jahren wichtig.

Stattdessen nimmt er kaum noch einmal die meisten Würfe des Teams. Gegen die Wolves hatten gleich drei Kollegen mehr Versuche aus dem Feld - dabei ist doch seine Abgezocktheit nach wie vor das höchste Gut des Meisters von 2011.

Vielleicht kommt ja mit Mentor Holger Geschwindner, der durch die Arena huschte, und nach der Ruhephase All-Star-Wochenende wieder mehr Dominanz in Nowitzkis Spiel.

"Ja, Holger ist da. Mal schauen, wie lange er bleibt. Über den All-Star Break fahre ich aber ein paar Tage weg. Da wird nicht trainiert. Mal sehen, ob er auf mich wartet", verriet Nowitzki bei SPORT1.

Angesichts der Warriors und Portland Trail Blazers vor der Brust würde eine Prise mehr Nowitzki den Mavericks nicht schaden.

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