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Leandro Barbosa beim Drive
Leandro Barbosa wurde 2007 zum besten Sechsten Mann der NBA gewählt © Getty Images

Oakland - Leandro Barbosa führt mit den Warriors den Westen an. Vor dem Duell mit den Mavericks spricht er bei SPORT1 über Sternstunden von Dirk Nowitzki und Klay Thompson - und Brasiliens "peinliches" 1:7.

Von Alisha Pälmke

Die Timberwolves bezwungen, Die SPORT1 entgegengenommen - und ab ging's für Dirk Nowitzki zum besten Team des Westens.

Bei den Golden State Warriors wollen seine Dallas Mavericks Revanche für die 98:105 Schlappe im Dezember, als Nowitzki und Co. bereits nach dem ersten Viertel aussichtslos mit 18:39 zurücklagen.

Einer, der bei den Warriors für Feuer von der Bank bürgt, ist Leandro Barbosa. Der Brasilianer, 2007 zum besten Sechsten Mann der NBA gewählt und die längste Zeit seiner Karriere für die Phoenix Suns aktiv, heuerte vor der Saison zum Mindestlohn von 1.448.490 Dollar in Oakland an.

Des Trainers wegen, wie der 32-Jährige im SPORT1-Interview verrät. Zudem spricht "The Brazilian Blur", wie er einst wegen seiner Schnelligkeit getauft wurde, über Sternstunden seines Teamkollegen Klay Thompson und von Nowitzki - sowie Brasiliens 1:7 gegen Deutschland im Halbfinale der Fußball-WM.

SPORT1: Herr Barbosa, Sie standen dreimal in den Conference Finals, aber nie in den Finals. Erinnern Sie sich noch an die Halbfinals 2006 gegen die Dallas Mavericks, in denen Dirk Nowitzki den Phoenix Suns im fünften Duell 50 Punkte eingeschenkt hat?

Barbosa: Oh ja. Das war hart für uns. Er hat uns nicht nur in dem einen Spiel Probleme bereitet. Es war schwer ihn zu decken. Eigentlich konnten wir ihn gar nicht stoppen, weil er zu gut war. Aber wenn wir dieses Spiel gewonnen hätten, hätten wir eine Chance auf den Titel gehabt.

SPORT1: Dirk Nowitzki ist mittlerweile der siebtbeste Korbjäger aller Zeiten, aber fürs All Star Game wurde er diesmal nicht nominiert…

Dallas Mavericks v Phoenix Suns
Barbosa gegen Nowitzki: Für den Brasilianer, hier noch im Trikot der Phoenix Suns, ist der Deutsche noch ein All Star © Getty Images

Barbosa: Für mich ist er ein All Star. Er hat es immer noch drauf. Er ist ein großartiger und sehr erfahrener Spieler. Ich bin ein großer Fan von ihm, auch weil wir beide sehr gut mit Steve Nash befreundet sind. Auch haben wir oft mit unseren Nationalteams gegeneinander gespielt. Ich habe viel Respekt vor ihm.

SPORT1:  Unabhängig vom Duell mit den Mavericks sind Ihre Warriors die Nummer 1 im Westen. Was ist in dieser Saison das Erfolgsrezept?

Barbosa: Ich glaube, unsere Energie. Unser Trainer will, dass jeder sein Ding durchzieht. Und wir haben wirklich großartige Spieler - Stephen Curry, Klay Thompson und David Lee. Das sind so viele Waffen auf einmal. Wir bringen alle Teile des Puzzles zusammen und arbeiten hart.

SPORT1:  Das Team hat auch außerhalb der Arena eine gute Chemie und verbringt viel Zeit miteinander. Wie viel macht das aus?

Barbosa: Man muss in der Lage sein, mit jeden klarzukommen. Wenn wir Essen gehen, machen wir das zusammen und haben eine gute Zeit. Das braucht man, um wirklich erfolgreich zu sein und die Meisterschaft zu gewinnen. Dafür sind wir hier. Ich bin ein lustiger Typ, und das Team hat mich gerne um sich.

SPORT1: Klay Thompson hat Ende Januar gegen die Sacramento Kings mit 37 Punkten in einem Viertel Geschichte geschrieben. Ihr Trainer Steve Kerr hat ihn mit seinem früheren Mitspieler Michael Jordan verglichen. Wie haben Sie diese zwölf Minuten erlebt?

Barbosa: Ich habe so etwas noch nie zuvor miterlebt. So viele Punkte. Ich habe es genossen. Klay ist ein toller Typ und hat es verdient.

SPORT1:  Was macht mehr Spaß -  Curry und Thompson beim Spiel zuzuschauen oder mit ihnen zu spielen?

Barbosa: Beides. Jedes Spiel ist eine Überraschung. Mal spielt Klay groß auf, mal Curry. Man weiß es nie. Ihr Können ist unglaublich. Ich bin froh, dabei sein zu dürfen.

SPORT1: Nach elf verdienstvollen Jahren in der NBA spielen Sie nun für das Veteranen-Mindestgehalt  - warum?

Barbosa: Nur aus dem Grund, weil ich Steve Kerr und sein Spielsystem kenne. Die Art, wie wir derzeit spielen, ist dieselbe wie damals in Phoenix. Kerr hat dort 2014 während der Pre-Season ausgeholfen und mich gefragt. Das ist mein zwölftes Jahr in der NBA und man weiß nie, wann man deinen Namen nennt. Man muss immer bereit sein und auf seine Chance warten.

SPORT1:  Wo sehen Sie Ihre Zukunft?

Barbosa: Ich weiß nicht, wie viele Jahre ich noch habe, vielleicht fünf. Keine Ahnung, ob ich dann noch in der NBA tätig sein werde oder nach Hause gehe und chille.

SPORT1: Sie haben früher Fußball gespielt. Brasilien wurde von Deutschland bei der WM mit 7:1 überrollt. Welche Erinnerungen haben Sie ans Spiel?

Barbosa: Ich war im Stadion. Klar, Deutschland hatte eine gute Mannschaft, aber ich weiß nicht, was mit Brasilien passiert ist. Ich glaube, niemand weiß es. Es war peinlich. An einem Punkt haben sie einfach aufgehört, es zu versuchen. Es war traurig. Doch Deutschland hat es verdient. Ich bin ein großer Fan der Spieler.

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