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Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks) und Dennis Schröder (Atlanta Hawks) liegen im statistischen Vergleich ihrer zweiten Saison nicht weit auseinander
Dirk Nowitzki und Dennis Schröder liegen im statistischen Vergleich ihrer zweiten Saison nicht weit auseinander © getty images / SPORT1

München - Nach einem schweren ersten Jahr fasst Dennis Schröder in der NBA Fuß. Erinnerungen an Dirk Nowitzki werden wach. SPORT1 vergleicht die richtungsweisenden zweiten NBA-Jahre der beiden vor dem deutschen Duell.

Mike Budenholzer hatte einmal mehr nur Lob übrig.

"Dennis hat wirklich gut gespielt und hat uns in vielen Belangen geholfen", würdigt der Head Coach der Atlanta Hawks die Leistung von Dennis Schröder, der beim 97:86 gegen die Milwaukee Bucks nur um einen Assist an seinem zweiten Karriere-Double-Double vorbeischrammte.

Kurz vor dem deutschen Duell gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks fanden die Hawks auch wegen Schröder wieder in die Erfolgsspur. Ein Szenario, das vor einem Jahr nur schwer vorstellbar war, wurde Schröder doch in seiner NBA-Rookie-Saison zwischenzeitlich gar in die D-League geschickt. (Dirk Nowitzki im SPORT1-Interview)

Budenholzer: "Er ist gewachsen"

Doch Schröder kämpfte sich zurück. "Dennis hat wirklich hart gearbeitet. Er ist gewachsen", konstatiert Budenholzer bei SPORT1. Wie Dirk Nowitzki hat der Braunschweiger eine Saison gebraucht, um in der NBA anzukommen.

Denn auch der inzwischen 13-malige All-Star legte zunächst einen Stotterstart hin. Vor allem körperlich konnte er in seiner ersten Saison 1998/99 nicht in der besten Liga der Welt mithalten und enttäuschte zunächst die hohen Erwartungen, die nicht zuletzt der damalige Mavs-Coach Don Nelson schürte.

Teague: "Das hat er nicht verstanden"

Schröders schwieriges erstes Jahr in Atlanta war für Teamkollege Jeff Teague vor allem Kopfsache. "In Deutschland war er ein Star, aber als er hier rüberkam, gab es plötzlich so viele andere Spieler. Das hat er erst gar nicht verstanden", blickt er bei SPORT1 zurück.

Den Grundstein für die Wende legte Schröder in der Sommerpause. In der Summer League, bei der Nationalmannschaft und in der NBA-Vorbereitung biss er sich zurück. Der Lohn: Im Schnitt stand er in der laufenden Saison mit 18,2 Einsatzminuten pro Spiel gut fünf Minuten länger auf dem Court als im Vorjahr.

Rodman macht Weg frei für Nowitzki

Zwar war Nowitzki in seinem zweiten Jahr bei Dallas schon Starter (im Schnitt 35,8 Minuten), das allerdings in einem Team, das erstens die Playoffs verpasste und zweitens kaum Alternativen zu seinem "German Wunderkind" zu bieten hatte.

Dennis Rodman, der 1999 in seine alte Heimat nach Dallas wechselte, verschafften zwölf eher lustlosen Mavs-Einsätze ein unwürdiges Ende seiner NBA-Karriere. Rick Hughes kam frisch aus der libanesischen Liga zu den Mavs, konnte aber nie Fuß fassen und fand sein Glück letztlich in Europa. Damit war die Bahn für Nowitzki frei.

Schröder hingegen hat mit Point Guard Teague einen aktuellen All-Star vor der Nase. Inzwischen gibt Budenholzer beiden zunehmend gemeinsame Spielzeit, was auch bei Teague gut ankommt: "Er ist ein aufregender, junger, schneller Point Guard. Wenn er spielt, macht das meinen Job viel einfacher."

Schröder kann mithalten

Denn Schröders Einfluss auf das Spiel der Hawks wächst. Was die absoluten Zahlen angeht, mag er an Nowitzki zu seiner zweiten Saison noch nicht heranreichen - so stehen Dirks neun Double-Doubles derzeit einem gegenüber.

Bei den relativen Zahlen sieht das jedoch anders aus: Seine Wurfquote aus dem Feld konnte Schröder im Vergleich zum Vorjahr um fast sechs Prozentpunkte auf 44 Prozent verbessern. Nowitzki traf 1999/2000 46,1 Prozent seiner Würfe. Beide, der 21-Jährige Schröder und der damals 21-Jährige Nowitzki, brauchten im Schnitt gut zwei Minuten Spielzeit für einen eigenen Punkt. Wobei Schröder nicht im Luxus eines Assist-Königs Steve Nash an seiner Seite baden konnte.

Minuten pro Spiel

Field-Goal-Quote

Dreier-quote

Freiwurf-quote

Punkte pro Spiel

Assists pro Spiel

Rebounds pro Spiel

Blocks pro Spiel

Steals pro Spiel

Dennis Schröder 14/15

18,2

44 %

30,4 %

79,6 %

8,5

3,6

2,0

0,0

0,7

Dirk Nowitzki 99/00

35,8

46,1 %

37,9 %

83 %

17,5

2,5

6,5

0,8

0,8

"Auch im letzten Jahr hat nie jemand an seinem Selbstvertrauen gezweifelt. Aber jetzt ist er seinen Teamkollegen gegenüber offener. Er ist ein Teil der Mannschaft", erklärte Budenholzer Schröders Aufstieg.

Nowitzki: Für Schröder "alles möglich"

Gewürdigt wurde diese Leistungsexplosion mit der Einladung zur Rising Star Challenge beim NBA All-Star Weekend. Eine Ehre, die auch Dirk Nowitzki 2000 zuteil wurde. Eine weitere Parallele also. Doch folgt auch bei Schröder auf die Leistungsexplosion im zweiten Jahr eine große NBA-Karriere?

Nowitzki hält das bei SPORT1 durchaus für möglich: "Er hat noch so viel Potenzial, das da drinsteckt. Wenn er weiter an sich arbeitet, ist alles möglich."

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