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Denver - Überflieger mit 1,75 Metern: Point Guard Nate Robinson spricht bei SPORT1 über den Kampf gegen Zweifler, Dirk Nowitzki und Air Jordan, seinen Fuhrpark und Auslandspläne.

Von Alisha Pälmke

14 Versuche. Das unverzagte Anrennen, das dem ersten Triumph des Nate Robinson im NBA Slam Dunk Contest vorausging, steht stellvertretend für den Kampf des 1,75-Meter-Mannes.

Gemessen und für zu klein befunden. Viermal durch die Knochenmühle Summer League gescheucht. Und am Ende doch einer der schillerndsten Stars auf der großen Basketball-Bühne (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

"Kryptonate" bezwingt "Superman"

Dreimal - so oft wie kein anderer - wurde Robinson Dunking-König. Und 2009, als er in giftgrünem Kostüm "Superman" Dwight Howard bezwang, zu "Kryptonate".

Nur der Meistertitel blieb dem Spielmacher verwehrt - auch, weil sich ein überragender Dirk Nowitzki in den Conference Finals 2011 nicht von Robinsons Oklahoma City Thunder aufhalten ließ. Zuletzt trug der 30-Jährige das Trikot der Denver Nuggets, seiner sechsten NBA-Station - seit Mitte Januar ist er aber vertragslos.

Im Interview mit SPORT1 spricht das Sprungwunder über den Kampf gegen die Zweifler, sein Idol Michael Jordan, seinen Fuhrpark und Auslandspläne. Außerdem schwärmt er von den Qualitäten Nowitzkis (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 18 Uhr: Inside US Sports).

SPORT1: Sie haben mit nur 1,75 Metern dreimal den Slam Dunk Contest gewonnen. Was denken Sie über Dirk Nowitzki, der es - obwohl 38 Zentimeter größer als Sie - nur selten krachen lässt?

Nate Robinson: Er macht dafür so viele andere Sachen. Er ist fantastisch im Werfen und nicht umsonst unter den besten Scorern aller Zeiten.

SPORT1: 2011 hat er Ihr damaliges Team, die Thunder, in den Conference Finals fast im Alleingang ausgeschaltet. War das die denkwürdigste Playoff-Serie, die Sie miterlebt haben?

Robinson: Nein, die Finals 2010 sind mir noch stärker in Erinnerung geblieben, als ich mit den Boston Celtics knapp an den L.A. Lakers gescheitert bin. Ich war von so vielen Talenten umgeben: Kevin Garnett, Ray Allen, Ron Artest… das war unglaublich. Meine Freunde sind gekommen, meine Kinder waren dabei. Es hat sehr viel Spiel gemacht, aber es war auch sehr hart, als Verlierer nach Hause zu gehen.

NBA Finals Game 4: Los Angeles Lakers v Boston Celtics
Glen Davis und Nate Robinson standen gegen die Los Angeles Lakers in den NBA-Finals © Getty Images

SPORT1: Kommen Sie dem Titel jemals wieder so nahe?

Robinson: Ich habe noch ungefähr 10 weitere Jahre zu spielen und werde weitere Versuche starten, Meister zu werden.

SPORT1: Doch der Trade zu den Celtics und die folgende Entlassung bedeuten erst einmal die Arbeitslosigkeit...

Robinson: Ich habe Verständnis dafür, dass die NBA ein Geschäft ist. Ich habe meine Zeit in Denver sehr genossen und werde bereit sein, für ein neues Team, meinen Beitrag zu leisten - wo auch immer mein nächster Halt sein wird.

SPORT1: Sie sind inzwischen fast zehn Jahre in der Liga, nehmen es voller Leidenschaft immer wieder mit größeren Gegenspielern auf. Wer hat Sie inspiriert?

Robinson: Ich erinnere mich, wie ich als Kind Michael Jordan beim Slam Dunk Contest zugeschaut habe. Ich wollte genauso fliegen und dunken können wie Mike. Ich spiele einfach mit all meiner Kraft. Ich bin schnell und kann gut springen. Ich versuche, das Beste daraus zu machen. Das gebe ich auch an meine Kinder weiter. Jeder kann es schaffen, solange er das Talent, das Herz, den Willen und die Zielstrebigkeit hat.

SPORT1: Die Botschaft Ihres im Sommer erschienenen Buches "Heart over Height", richtig?

Robinson: Ja, so ziemlich. Ich wollte alles zeigen, was ich durchmachen musste, um dieses Level zu erreichen und einer der Besten in der NBA zu sein. Viele haben mich schon abgeschrieben und nicht daran geglaubt, dass ich es in die NBA schaffe.

SPORT1: Sie schreiben, dass Sie egal bei welchem Sport immer der Beste sein wollen…

Robinson: Absolut. Ich will immer der Beste sein. Ich weiß nicht, warum ich verlieren so sehr hasse. Ich glaube, das hat mir geholfen, ein Gewinner zu werden. Meine Mitspieler und meine Freunde haben früher immer zu mir gesagt: 'Mann, nicht alles ist ein Wettbewerb'. Aber ich habe geantwortet: 'Doch, für mich ist es genau das.' Wenn ich im Auto bin, will ich der Erste am Ziel sein, also fahre ich Rennen mit meinen Freunden.

SPORT1: Sie haben sich 2013 mit ihren extravaganten Autos - von Pontiac und Porsche über Cadillac und Dogde und bis hin zu einem Hummer - ablichten lassen. Haben Sie eins davon schon einmal auf der deutschen Autobahn gefahren?

Robinson: Nein, ich bin noch nie da gewesen, aber ich würde gerne mal hin. Allerdings muss ich sagen, wenn ich mir Jungs wie Carlos Boozer und ihre Schlitten anschaue, sind meine nicht zu auffallend und schrill. Ich mache mir nicht mehr so viel aus Autos.

SPORT1: Aber Sie haben in ihrem Fuhrpark ein Lieblingsauto?

Robinson: Ja, der blaue Porsche. Ihn zu fahren, fühlt sich an, als wenn man in einem kleinen Raumschiff ist. Er ist sehr komfortabel, sehr leise und sehr elegant. Ich habe einen Range Rover für meine Familie und die Kinder. Und ich habe einen Truck zu Hause.

SPORT1: Darf außer Ihnen noch jemand den Porsche fahren?

Robinson: Außer meiner Freundin nicht. Wenn sie fährt, kann ich allerdings nicht zuschauen. Ich muss es mir dann vorstellen. Es macht mich richtig nervös.

SPORT1: 2009 wurde Ihr Name in Verbindung mit dem griechischen Topteam Olympiakos Piräus gebracht. Erleben wir eines Tages Nate Robinson in Europa?

Robinson: Wenn ich mit der NBA fertig bin, möchte ich für ein Jahr ins Ausland gehen.

SPORT1: Wollen Sie Basketball spielen oder reisen?

Robinson: Reisen, spielen, irgendwas… Welches Team spielt keine Rolle. Ich will nur die Welt sehen. Ich war am Nikki Strand, um ein Basketball Camp zu leiten. Ich war in Indonesien, China, Portugal, Madrid und in Amsterdam.

SPORT1: Dann ist Ihr nächster Stopp Deutschland und unsere Autobahn?

Robinson: Definitiv! Da würde ich sehr, sehr gerne hin.

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