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Die Dallas Mavericks liegen in der Western Conference auf Rang sieben
Die Dallas Mavericks liegen in der Western Conference auf Rang sieben © Getty Images

Phoenix und München - Bei den Dallas Mavericks rumort es. Rick Carlisle stellt die Seele der Mannschaft in Frage. Dirk Nowitzki fordert bei SPORT1 Teamgeist nicht nur abseits des Courts.

Das kurze Zwischenhoch ist verzogen. In Texas wird es frostig.

Fans der Dallas Mavericks muss es nach der Niederlage ihres Teams bei den Phoenix Suns Angst und Bange werden. Als Siebter im Westen sind die Playoffs längst noch nicht eingetütet.

Mit einer Leistung wie im Wüstenstaat wäre die Post Season wohl ohnehin nur ein kurzes Vergnügen.

Carlisle wirft Fragen auf

Auch Dirk Nowitzki warnte nach dem Spiel im Gespräch mit SPORT1: "Ich denke, die besten Teams der Liga sind einfach konstanter als wir, zumindest im Moment. Daran müssen wir arbeiten, vor allem, wenn wir noch in die Playoffs kommen wollen."

Doch der maue Auftritt bei den Suns war kein Einzelfall. Dallas hat ein tieferliegendes Problem. Das hat auch Head Coach Rick Carlisle erkannt.

Auf die Frage, warum sein Team immer wieder Komplettaussetzer wie in der ersten Hälfte gegen Phoenix hat, antwortete er vielsagend: "Diese Frage müssen Sie den Spielern stellen. Ich habe meine Vermutungen, aber die werde ich nicht öffentlich äußern. Die habe ich dafür in der Halbzeit kundgetan."

"Wir waren kein Team"

In Dallas rumort es. Zieht die Mannschaft noch an einem Strang?

"Wir waren in der ersten Halbzeit kein Team, das gilt für die Trainer, die Spieler, einfach jeden", bemängelte Carlisle.

Fakt ist, dass sich die Mavericks mit Rajon Rondo und Amar'e Stoudemire keine charakterlichen Leichtgewichte in die Mannschaft geholt haben. (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

Rondo flog wegen eines Zwists mit Carlisle zwischenzeitlich aus der Mannschaft und genießt ein Image als Locker Room Cancer. Stoudemire legte sich gegen die Grizzlies in der vergangenen Woche mit den Referees an, kassierte zwei technische Fouls und eine Geldstrafe. Ein Bärendienst für die an Big Men ohnehin armen Mavs.

Nowitzki fordert mehr Teamgeist

Schon kurz nach seiner Ankunft in Dallas stauchte er sein neues Team öffentlich zusammen: "Wir können in den Shootarounds und Trainings nicht rumalbern und glauben, dass  wir dann Spiele gewinnen."

Worte aus dem Mund eines einstigen All-Stars, der in seinen letzten Knicks-Jahren die Playoffs meist nur noch vom Hörensagen kannte.

Dennoch könnte STAT mit seiner Predigt den Finger in die Wunde gelegt haben. "Wir verstehen uns alle gut. Die Jungs verstehen sich gut, wir haben Spaß im Bus, in der Umkleide, im Flugzeug", sagte Nowitzki zu SPORT1: "Die Chemie passt schon. Wir müssen es einfach ein bisschen mehr auf dem Feld zeigen." (SERVICE: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

Carlisle zweifelt Seele an

Das gelang zuletzt zu selten. In der katastrophalen ersten Hälfte gegen Phoenix wirkte Nowitzki genervt. Nach dem Spiel nahm er vor allem die Arrivierten in die Pflicht: "Wir Starter müssen einfach von Beginn an besser sein."

Auch Carlisle stellte sich nicht mehr schützend vor sein Team. "Bezüglich der Seele des Teams sollten Sie die Spieler fragen", sagte er lapidar.

Dass etwas nicht stimmt, fiel auch Chandler Parsons auf: "Wenn einem ein Ausrutscher passiert, muss jemand für ihn in die Bresche springen. Und das passiert bei uns nicht."

Und das ausgerechnet vor Partien mit Playoff-Charakter in den nächsten Tagen: Zweimal geht es gegen die San Antonio Spurs (Spiel 1, ab 1 Uhr LIVESCORES), dann warten Indiana, OKC und Houston.

"Normalerweise versuchst du, vor den Playoffs ein bisschen Momentum aufzurollen, um dann deinen besten Basketball zu spielen. Aber langsam wird es eng", warnt Nowitzki.

Gerade in dieser Phase müssen die Mavericks Charakter zeigen. Sonst droht das zweite Aus in der Regular Season seit dem Titel 2011.

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