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Pau Gasol, Marc Gasol und Dirk Nowitzki
Pau Gasol (l.) sieht seinen Bruder Marc (M.) vor dem deutschen Superstar Dirk Nowitzki © SPORT1/getty

EM-Gegner Nowitzki ist für Pau Gasol nicht mehr spitze. Bei SPORT1 spricht der Spanier über Zweifel des FC-Bayern-Trainers, das Aus von Derrick Rose und die Chancen der Bulls.

Von Alisha Pälmke

Den Niedergang der Los Angeles Lakers muss Pau Gasol nicht mehr miterleben.

Der Spanier, 2009 und 2010 NBA-Champion mit dem Glamourteam von Kobe Bryant, wechselte im Sommer in den Osten zu den Chicago Bulls - und blüht dort mit 34 Jahren noch mal auf (Die
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Gasol steigerte sich auf durchschnittlich 18,4 Punkte sowie 12,1 Rebounds pro Spiel - Karrierebestwert - und verdiente sich seine fünfte Nominierung fürs All-Star Game, das in den drei Jahren zuvor ohne den 2,13-Meter-Riesen über die Bühne ging.

Doch gerade als auch die Bulls richtig ins Rollen kamen, verletzte sich ihr Star-Regisseur Derrick Rose. Ob der MVP von 2011 für die Playoffs zurückkehren kann, ist äußerst fraglich.

Im SPORT1-Interview spricht Pau Gasol über das Aus von Rose, die Chancen der Bulls, seinen Bruder Marc Gasol von den Memphis Grizzlies und die EM im September, wenn Spanien in der Vorrunde auf Gastgeber Deutschland trifft.

SPORT1: Herr Gasol, Derrick Rose hat sich erneut den Meniskus im rechten Knie gerissen. Wie gehen die Bulls mit seiner Verletzung um?

Pau Gasol: Das ist ein schwerer Schlag. Psychologisch und emotional ist es hart für den Klub und für seine Teamkollegen, die bereits viel mitmachen mussten. Er ist ein Teil des Puzzles, aber Verletzungen passieren, und man muss weitermachen.

SPORT1: Wie viel Potenzial steckt noch im Team?

Gasol: Ich glaube, noch jede Menge. Wir haben noch viele andere Top-Spieler. Wir werden sehen, was wir noch alles schaffen können.

SPORT1: Vor der Saison wurden Sie stark kritisiert, kaum jemand hat Ihnen eine so gute Saison zugetraut. Woran liegt das?

Gasol: Ich bin nur glücklich, dass wir es geschafft haben, alles zu bereinigen, und ich in der Lage war, die Meinung der Kritiker zu ändern. So etwas macht mir Spaß. Ich bin gesund und ich spiele gut.

SPORT1: Im All-Star Game haben Sie und Ihr Bruder Marc Geschichte geschrieben. Erstmals standen zwei Brüder in den Startformationen. Glauben Sie, dass es dazu auch in den Finals kommen könnte?

Gasol: Das wäre der nächste, große Schritt. Das ist unser beider Ziel und ich hoffe, dass es auch passieren wird.

SPORT1: Im September könnte es bei der EM auch zu einem neuen Duell mit Ihrem französischen Teamkollegen Joakim Noah kommen. Im Viertelfinale der WM 2014 und im Halbfinale der EM 2013 hat Spanien jeweils gegen Frankreich verloren. Wie heiß sind Sie auf Revanche?

Gasol: Wir wollen jeden schlagen. Im vergangenen Jahr war es eine schmerzvolle Niederlage für uns bei der WM im eigenen Land, die wir um jeden Preis gewinnen wollten. Es werden viele Emotionen aufkommen, wenn es tatsächlich erneut zu diesem Duell kommt.

SPORT1: Trainer Svetislav Pesic vom FC Bayern München glaubt, dass spanische Team sei langsam zu alt - und die Deutschen mit Dirk Nowitzki müssten es nicht mehr fürchten. Wie antworten Sie?

Gasol: Ja, es gibt einige, die älter sind. So ist das im Leben. Aber wir haben auch viele junge, gute Spieler. Seitdem ich spiele, hatten wir in den vergangenen 14 Jahren immer ein gutes Team. Und die meisten Spieler aus meiner Generation haben noch immer Basketball in sich und den großen Wunsch zu spielen.

SPORT1: Basketball-Europa hofft, das alle Superstars dabei sein werden - Nowitzki, Tony Parker, Sie und Ihr Bruder Marc. Welcher europäische Spieler ist Ihrer Meinung nach der beste derzeit?

Gasol: Mein Bruder Marc. Er ist der Beste und natürlich auch mein Lieblingsspieler.

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