Video

München und Dallas - Die Dallas Mavericks beenden gegen San Antonio ihre Formkrise. Nach Schlafentzug schafft Dirk Nowitzki den historischen 10000. Rebound. Monta Ellis glänzt mit 38 Punkten.

Der wenige Schlaf wegen der Geburt seines zweiten Kindes hat Dirk Nowitzki nicht geschadet - ganz im Gegenteil.

Gegen Erzrivale San Antonio Spurs zeigten die Dallas Mavericks eine starke Reaktion auf die Kritik von Head Coach Rick Carlisle und schlugen den Meister mit 101:94 (43:46).

Nowitzki selbst verpasste nach der Ankunft von Sohn Max am Montag und wenig Schlaf seine ersten vier Würfe, steigerte sich aber noch auf 15 Punkte und herausragende 13 Rebounds (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

"Es ist natürlich ein Segen. Kind und Mama sind gesund. Es ist eine besondere Zeit für meine Familie und mich", sagte Nowitzki, der als Geschenk der Teamkollegen jede Menge Packungen Feuchttücher in seinem Spind vorfand.

Nowitzki feiert nächsten Meilenstein

Auch sportlich war es ein weiterer großer Tag in der einzigartigen NBA-Karriere des großen Blonden.

Mit seinem erst fünften Double-Double der Saison - das erste seit dem 11. Februar - knackte der 36-Jährige die Marke von 10.000 Rebounds.

Als erst siebter Spieler der NBA-Historie hat er somit mindestens 27.000 Punkte und 10.000 Rebounds auf dem Konto. Niemand sonst hat freilich zusätzlich je 1000 Dreier und Blocks zu bieten (SERVICE: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

"Das ist schon unglaublich. Ich kam hier mit 20 Jahren an und war wohl der schlechteste Rebounder der Liga über 2,10 Meter. Ich bin zwar immer noch nicht großartig, aber ordentlich. Auf diese Marke bin ich stolzer als auf die Punkte", meinte Nowitzki.

Chandler beeindruckt vom Bretter-König

Tatsächlich war sich Nowitzki des Charaktertests bewusst und ging als Aggressiv-Leader an den Brettern mit heuer selten gesehener Leidenschaft voran.

"Ich habe schon lange nicht mehr gesehen, dass er so nach dem Ball herjagt. Er kann wahrscheinlich die Playoffs schon riechen und bringt sich dafür in Form", sagte Tyson Chandler mit einem Lächeln (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

Viel wichtiger war jedoch der Big Point im extrem engen Playoff-Rennen der Western Conference nach dem über weite Strecken blutleeren Auftritt in Phoenix und der Infragestellung des Teamcharakters.

Ellis ist zu viel für die Spurs

Trotz eines verpatzten ersten Viertels (17:29) bewiesen vor allem die erfahrenen Schlüsselspieler, dass sie Carlisles Botschaft verstanden haben. In den Vierteln zwei und drei dominierten sie die Spurs mit 59:37.

Topscorer Monta Ellis beendete seine Formkrise und brillierte mit 38 Punkten. "Zu viel Monta heute, oder? Wir haben ihn durch leichte Punkte in den Rhythmus gebracht", lobte Carlisle seinen Shooting Guard.

In drei Partien 2014/15 gegen die Spurs kommt "Mississippi Bullet" auf überragende 34 Punkte im Schnitt. "Wir haben ganz gut angefangen. Danach war es die Show von Mr. Ellis. Wir haben ihn nie in den Griff bekommen", haderte Spurs-Trainer Gregg Popovich.

Parker und Duncan aus dem Spiel genommen

Chandler Parsons steuerte 15 Zähler bei. Ein Schlüssel waren die 24 Punkte aus Schnellangriffen, die Dallas aus 16 forcierten Ballverlusten generierte.

Nowitzki traf elf Minuten vor Schluss mit seinem einzigen Dreier zum 81:66, näher als auf sieben Zähler kam der texanische Rivale in der Folge nicht mehr heran.

Kawhi Leonard (19 Zähler, 9 Rebounds) war noch der beste Akteur der Gäste. Tony Parker und Tim Duncan kamen nie in einen Rhythmus (zusammen 14 Punkte, 6 von 18 aus dem Feld).

"Wir waren heute alle richtig heiß. Wir waren sehr aggressiv und haben auf ihren Lauf am Anfang richtig gut reagiert", bilanzierte Ellis.

Rückspiel folgt sogleich

Eine solche Reaktion haben die Mavs in dieser Saison schon häufiger nach derben Klatschen gezeigt. Die Frage ist, ob sie diese Leidenschaft und Giftigkeit nun in jedem Spiel konstant abrufen.

"Es war wichtig, dass wir wieder ein gutes Gefühl bekommen. Nach Phoenix brauchten wir wieder etwas Momentum. Wir mussten wieder spielen, wie wir es können", sagte Nowitzki.

Dallas (45 Siege - 27 Niederlagen) liegt nun faktisch gleichauf mit den Spurs (44:26) auf Rang sechs im Westen. In der Nacht auf Samstag (ab 1.30 Uhr LIVESCORES) folgt das Rückspiel in San Antonio.

"Heute hat jeder an sich geglaubt, jeder hat an den anderen geglaubt, die Jungs haben einander ermutigt", lobte Carlisle. Vielleicht hat er sein Team endlich und gerade noch rechtzeitig aufgeweckt.

Video
teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel