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Houston Rockets v Dallas Mavericks - Game Four
Jose Juan Barea (Mitte) und Al-Farouq Amino (r.) drehten gegen Houston in Spiel 4 groß auf © Getty Images

München - Al-Farouq Aminu nutzt seine Chance und gibt Dallas vor Spiel 5 wieder Hoffnung. Auch Nowitzki profitiert von der Rochade, die Spielfreude ist zurück.

Drei Pleiten in Folge, die Verletzung von Chandler Parsons und zu guter Letzt die unschöne Trennung von Stinkstiefel Rajon Rondo.

Die erste Runde der Playoffs stand für Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks bislang unter keinem guten Stern.

Die Houston Rockets stellten Dallas vor scheinbar unlösbare Aufgaben (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Neuer alter Teamgeist in Dallas

Doch die jüngsten Rückschläge schweißten das Mavs-Team noch enger zusammen und Head-Coach Rick Carlisle fand vor Spiel fünf sein Trainer-Mojo wieder.

Er zog die richtigen Schlüsse aus den ersten drei Spielen und drehte in Spiel vier an den richtigen Stellschrauben.

Und so ist die Lage vor Spiel 5 (ab 2 Uhr LIVESCORES) trotz des Zwischenstands von 1:3 keineswegs aussichtslos.

Der NBA-Playoffbaum 2015 © @SPORT1

J.J. Barea, Publikumsliebling und Held der 2011er Final-Serie, wurde wieder zum Starting Point Guard befördert, Dirk Nowitzki darf fortan auf Drei Trevor Ariza verteidigen und muss sich nicht mehr mit Terrence Jones und Josh Smith herumschlagen.

Die vielleicht wichtigste Änderung nahm der Meistercoach aber auf der Position des Small Forwards durch.

Statt Richard Jefferson als Ersatz für Parsons darf nun Al-Farouq Aminu ran und reißt das Team mit seiner unbändigen Energie mit (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

"Einer unserer besten Rebounder"

Wie ein hyperaktiver Flummi fegt der 24-Jährige durch die Zone und greift sich jeden freien Ball – egal, ob er dabei Freund oder Feind aus dem Weg räumen muss.

16 Punkte und zwölf Rebounds lieferte der Small Forward bei seinem Playoff-Debüt in der Startformation ab und bekam viel Lob von Carlisle.

"Al-Farouq ist einer unserer besten Rebounder, er hilft uns enorm", so der Mavs-Coach: "Trotzdem müssen alle fünf Spieler jedem Ball hinterhergehen. Wenn wir die Ballverluste minimieren und durch Rebounds unsere Ballbesitze erhöhen, zahlt sich das im Verlauf des Spiels aus."

Beim 121:109-Sieg bewiesen die Mavs eindrucksvoll, wie dominant sie mit Aminu unter dem Korb sein können.

Mit 52:38 entschied Dallas das Rebound-Duell für sich und sorgte bei Rockets-Coach Kevin McHale für arge Sorgenfalten.

"Dallas hatte 20 Punkte nach Offensiv-Rebounds, wir nur vier. Und sie haben härter als wir gespielt, unsere Verteidigung war schlecht. Das ist die Geschichte des Spiels. Sie haben den Sieg verdient", zollte McHale der Leistung Respekt.

Flow ist zurück in der Offense

In der Verteidigung die Möglichkeiten des Gegners auf "One and Done" begrenzen, vorne zurück zum kreativen Chaos der Flow-Offense.

Vorbei die Zeiten, in denen Rondo mit dem Ball Löcher ins Parkett dribbelte.

Die Mavs lassen mit Barea als Point Guard das Leder wieder laufen und zwingen Houston zu vielen Rotationen in der Defense.

"Wir bekamen Barea überhaupt nicht in den Griff", ärgerte sich McHale über den flinken Puerto Ricaner, der in Spiel vier 17 Punkte und 13 Assists gegen sein Team erzielte.

Barea plant die ultimative Siegesserie

Zwei nicht ganz unwichtige Nebeneffekte der Rondo-Suspendierung.

  • Monta Ellis blüht wieder auf

Der Topscorer der Mavs wirkte mit Rondo neben ihm im Backcourt stets etwas verloren, denn auch er braucht den Ball in seinen Händen.

Zurück auf den "Sweet Spots"

Befreit vom Rondo-Joch explodierte "Mississippi Bullet" im letzten Spiel mit 31 Punkten, sechs davon in den letzten vier Minuten.

  • Nowitzki bekommt die Bälle an seinen Lieblingsstellen auf dem Feld serviert

Mit Barea und Harris öfter auf dem Feld hat der Würzburger zwei Spielmacher an der Seite, die die "Sweet Spots" des Routiniers genau kennen und ihn beständig mit Pässen füttern.

Ist damit also wieder alles in Ordnung bei den Mavs?

Jein, denn an der kniffligen Situation in der "Best-of-Seven"-Serie ändert auch der Sieg in Spiel nur minimal etwas.

Möglichkeit, Geschichte zu schreiben

Noch nie konnte ein NBA-Team einen 0:3-Rückstand in ein 4:3 drehen, doch Coach Carlisle hält seine Mavs für die perfekten Erstbesteiger dieses Playoff-Gipfels.

"Es wird irgendwann passieren, das ist unvermeidlich", ist sich Carlisle sicher: "Ich habe mit Detroit mal ein 1:3 gedreht, es ist möglich. Wir müssen einfach nur unseren Kurs beibehalten, dann haben wir eine Chance."

Vielleicht hilft es den Mavs ja, die Serie nun einfach als ein 1:3 zu werten, denn ein solcher Rückstand wurde in der Geschichte der NBA bereits achtmal - bei 214 Versuchen - in einen Triumph gedreht.

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