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München - Rajon Rondo liegt wieder im Clinch mit Coach Carlisle und verschärft die Krise gegen Houston. Dallas Probleme sind vielfältig, Rondo könnte helfen.

Zehn Minuten Spielzeit, und das in den Playoffs.

Für Dallas Spielmacher Rajon Rondo - viermaliger All-Star, zweimal Vorlagenkönig der NBA und 2008 Champion - eine absolute Majestätsbeleidigung (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

In 94 Playoff-Spielen stand Rondo nie kürzer auf dem Parkett. Doch im zweiten Achtelfinal-Duell Houston Rockets setzte Head Coach Rick Carlisle seinem Treiben kurz nach der Halbzeit ein Ende.

Rondo mit wortlosem Abgang

Nach seinem vierten Foul verbannte ihn der Coach auf die Bank und ließ ihn dort bei der 99:111-Pleite der Mavs versauern.

Rondos Miene verdunkelte sich mit jeder Sekunde, nach dem 0-2 in der "Best-of-seven"-Serie rauschte er wortlos ab und überließ Meistertrainer Carlisle das Reden.

"Ich war mit der Leistung der anderen Spieler sehr zufrieden, darum habe ich ihn auf der Bank gelassen", erklärte Carlisle nüchtern: "Momentan brauchen wir jeden Spieler auf seinem Leistungsmaximum. Es geht hier nicht um einzelne Personen, es geht darum, dass alle einem Strang ziehen."

Der NBA-Playoffbaum 2015 © © SPORT1

Bei Rondo ist dies nicht so, klingt da durch.

Zwei Niederlagen vor einem erneuten Erstrunden-Aus reißt Carlisle wieder der Geduldsfaden, den Rondo seit seinem Wechsel im Dezember regelmäßig strapaziert.

Denn bereits in der Regular Season krachte es ordentlich zwischen den beiden Sturköpfen. Damals gab es Meinungsverschiedenheiten, wer die Spielzüge der Mavs ansagt, Rondo büßte seine Aufmüpfigkeit mit einer internen Sperre.

Ärger war programmiert

Zwar nur für ein Spiel, doch die Fronten waren geklärt: Der Coach ist der Boss, die Spieler haben zu parieren.

Für viele NBA-Experten ist der nächste Zoff zwischen den beiden Alphatieren keine große Überraschung (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

Auch in Boston geriet Rondo mit seinem damaligen Coach Doc Rivers aneinander, wobei Rivers als außerordentlich nachsichtiger Trainer gilt.

In Spiel eins noch als effektiver Harden-Stopper und mit 15 Punkten sowie fünf Assists auch offensiv ordentlich, lief es für den 29-Jährigen im zweiten Duell katastrophal.

Vier magere Punkte und nur ein Assist lieferte der Point Guard, doch viel schlimmer waren die Fehler im Spielaufbau und die unnötigen frühen Fouls.

Der Rondo-Eklat scheint das Fass des Nowitzki-Klubs vollends zum Überlaufen zu bringen, denn abgesehen vom bockigen Guard haben die Mavs Probleme an allen Ecken und Ende.

Grauenhafte Ballverluste in der Offensive, unterirdische Wurfquoten (37,1 Prozent insgesamt, 27,3% Dreier) und kein Mittel gegen das Duo Dwight Howard und Josh Smith bilden eine gefährliche Mixtur, die bereits zweimal von den Rockets bestraft wurde.

Smith und Howard spielten sich die Pässe wie beim Tratzball in der Mavs-Zone zu und ließen einen Alley-oop-Dunk nach dem anderen über Dallas hereinbrechen.

Carlisle bereiten die Defense-Probleme die größten Sorgen.

Vor dem dritten Spiel kündigte der Trainer an, die Verteidigung der Lob-Anspiele genau zu analysieren und eine Lösung zu finden.

"Alle fünf Mavericks müssen helfen"

Dirk Nowitzki hatte bereits vor dem Spiel – bewusst oder unbewusst – eine der Ursachen für das Alley-oop-Übel benannt.

"James Harden im Screen and Roll zu verteidigen, ist nicht die Sache eines Spielers. Auch zwei Spieler reichen nicht. Alle fünf Mavericks müssen helfen", so der 36-Jährige.

Doch genau durch diese Hilfe-Situationen entwischen Houstons Big Men immer wieder unter dem Korb und demütigen die Mavs mit krachenden Dunkings - gesalzene 14-mal allein in Spiel zwei.

Rondo der Schlüssel

Eine mögliche Lösung der Situation? Den besten Verteidiger auf Harden ansetzen, damit die langen Leute nicht so oft die Mitte freigeben müssen.

Und wer ist der beste Mavs-Verteidiger auf dieser Position? Richtig, Rondo.

Disziplinfanatiker Carlisle muss sich also entweder auf die Zunge beißen und den Zwist mit seinem Aufbauspieler Ruhen lassen, oder er muss schleunigst das Defensive-Kryptonit gegen "Superman" Howard aus der Kiste holen.

So oder so, die dritte Partie gegen Houston wird wegweisend sein, denn von einem 0-3 hat sich noch nie ein NBA-Team erholt.

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