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München und Dallas - Dirk Nowitzki wird bei den Dallas Mavericks Teil des Playoff-Problems. Eine Zeitung ätzt gegen den Deutschen, die Entlastungsmaßnahmen der Mavs verpuffen.

Dirk Nowitzki hatte gewaltig zu knabbern. Wortlos zog sich der Publikumsliebling der Dallas Mavericks an seinem Spind im Bauch des Toyota Centers in Houston um. Gemeinsam mit Tyson Chandler war der 36-Jährige nach dem Playoff-Aus der Letzte in der Mavs-Umkleide. Nach Reden war Nowitzki allerdings nicht zumute.

Vielleicht hing der Würzburger im Gedanken einem seiner wohl schwächsten Playoff-Auftritte für die Mavericks nach. Schwach, weil er für seine auf dem Papier ordentlichen 22 Punkte 23 Würfe benötigte. Weil er zum ersten Mal in seiner langen Karriere in einem Postseason-Spiel bei sechs Versuchen keinen einzigen Dreier versenkte.

Nowitzki als Teil des Problems

Für einen wie Nowitzki, der sich in der NBA schon immer über seinen Wurf definiert hat, sind solche Zahlen pures Gift. Zwar angelte er sich die meisten Rebounds seines Teams (14). Dort wo es aber für die Mavs gegen Houston am meisten haperte - bei der Trefferquote - konnte er seiner Mannschaft nicht helfen. Im Gegenteil: Er war Teil des Problems.

Dabei suchte er die Verantwortung, nahm nach Monta Ellis die meisten Würfe. Aber vor allem in der Anfangsphase, als Dallas früh in Rückstand geriet, wollte einfach nichts fallen.

Zeitung ätzt gegen Nowitzki

"Nowitzki, in seiner historischen Karriere Held so vieler Playoff-Spiele, hätte den Korb in der ersten Hälfte selbst per GPS nicht gefunden", ätzten die Dallas Morning News nach dem dritten Erstrundenaus seit dem Titel 2011 über das Mavericks-Urgestein.

"Ich finde, die Jungs, die wir hatten, haben gekämpft. Wir sind einfach auf ein sehr gutes Team getroffen", blieb Nowitzki nach der Partie seinerseits sachlich.

Parsons schmerzlich vermisst

In Abwesenheit des Langzeitverletzten Chandler Parsons waren die Texaner jedoch an diesem Abend nicht in der Lage, die schlechten Hände des Deutschen abzufedern. "Er ist der Spieler, den wir heute gebraucht hätten. Mit seinen Plays auf der drei gibt er uns Raum zum Werfen und für Spielzüge", trauerte Nowitzki Parsons nach: "Es ist schade."

Ellis, der Nowitzki in den letzten Monaten als Go-to-Guy zunehmend abgelöst hat, quälte sich in Houston seinerseits mit Knieproblemen und stand wertvolle Minuten nicht zur Verfügung. So schlüpfte Nowitzki gezwungenermaßen in seine alte Rolle, offenbarte dabei aber schmerzlich, dass er diese auf Playoff-Niveau nicht mehr wie noch 2011 ausfüllen kann.

Ex-NFL-Star Shawne Merriman hat seine Zweifel an Dirk Nowitzki:

Statistiken im Sturzflug

Das hatte sich schon zuletzt abgezeichnet: In der Regular Season warf Nowitzki nur in seiner Rookie-Saison weniger Punkte pro Spiel als in der abgelaufenen Spielzeit. In fast allen relevanten Statistiken baute der Forward im Vergleich zur Meistersaison 2010/11 ab (Der SPORT1 Nowitzki-Watch).

Dass die Playoff-Last bei den Mavericks nicht mehr allein von Nowitzkis Schultern getragen werden kann, war weder für Besitzer Mark Cuban und Head Coach Rick Carlisle, noch für den Deutschen selbst eine neue Erkenntnis. Mit Parsons und Superstar Rajon Rondo sollte die Nummer 41 entlastet werden.

Zeit für den nächsten Umbruch

Doch Parsons fehlte in der heißen Saisonphase verletzt, Rondo erwies sich nach schwachen Leistungen und dem Zerwürfnis mit Carlisle als gigantische Luftnummer. Letztlich standen die Mavs mit genauso leeren Händen da wie in der Vorsaison.

Damit Dirk Nowitzki in seinen zwei verbleibenden Vertragsjahren noch die Chance auf seinen zweiten NBA-Titel verbleiben soll, muss im Sommer weitere hochrangige Unterstützung in Form von neuen Teamkollegen her. Ein Umbruch also. Mal wieder.

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