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München und Dallas - Die Dallas Mavericks dürfen wieder vom Wunder träumen. Auch dank zwei Umbauten verkürzen sie gegen die Houston Rockets auf 1:3. Dirk Nowitzki macht den Deckel drauf.

Die Dallas Mavericks haben den Sweep in der ersten Runde der NBA-Playoffs vermieden.

Dirk Nowitzki und sein Team gewannen Spiel 4 gegen die Houston Rockets 121:109 (61:53) und verkürzten in der Best-of-Seven-Serie auf 1:3 (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Der deutsche Superstar trug 16 Punkte und acht Rebounds zum ersten Erfolg bei. Zehn seiner Zähler sammelte Nowitzki im entscheidenden letzten Viertel und half, den Vorsprung über die Zeit zu bringen.

"Wir haben ein besseres Gefühl für ihr Spiel bekommen und sind mehr ins Laufen gekommen. Im Halfcourt haben wir mit ihnen Probleme. Heute ist der Ball einfach sehr gut gelaufen", bilanzierte Nowitzki (SERVICE: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

Ellis beweist Mavericks-Stolz

Topscorer der Partie war Monta Ellis mit 31 Punkten. Er blüht ohne den aussortierten Rajon Rondo förmlich auf. Das gesamte Team wirkte ohne den Einzelgänger wie befreit und zeigte das alte Kämpferherz.

"Es ging heute zu 100 Prozent um unseren Stolz. Wir wollten noch nicht nach Hause gehen. Wir haben uns vor dem Spiel geschworen, wirklich alles auf den Court zu werfen. Das haben wir getan", sagte Ellis.

Schon vor dem Spiel hatte Center Tyson Chandler seine Rolle als emotionaler Anführer bekräftigt und gesagt, Geschichte sei dazu da, gebrochen zu werden. Nie zuvor gewann ein NBA-Team nach 0:3 eine Serie.

Carlisle sorgt für Lacher

Die Tiefschläge mit Rondo, der Verletzung von Schlüsselspieler Chandler Parsons und die teure Schiedsrichter-Schelte von Coach Rick Carlisle haben eine Trotzreaktion provoziert.

Carlisle wollte das Feuer bei seinem Team auch nach dem Sieg hochhalten und sorgte bei der Pressekonferenz für einen großer Lacher. Für eine Frage zu den Schiedsrichtern habe er etwas mitgebracht und klebte sich kurzerhand mit Tape den Mund zu.

Diese "Wir gegen den Rest der Welt"-Mentalität versucht der Meister von 2011 zu nutzen, um die Serie weiter zu verlängern.

Harris-Foul an Howard gibt Kick

Nach einem erneut defensiv äußerst schwachen ersten Viertel legten die Mavericks mit dem Rücken zur Wand richtig los und übernahmen im furiosen zweiten Abschnitt (36:19) die Kontrolle mit einem 24:7-Lauf.

Für einen physischen Wendepunkt sorgte Devin Harris beim Stand von 31:38 mit seinem sehr harten Foul an Dwight Howard. Es war ein Zeichen, dass sich die oftmals als zu weich verschrienen Mavericks diesmal nicht herum schubsen lassen würden.

"Ich wollte ihm einfach kein Drei-Punkte-Spiel gestatten. Wir kamen gerade in Schwung. Ich denke, wir haben gewonnen, weil ihr uns physisch richtig gewehrt haben", sagte Harris.

Aminu und Barea überzeugen als Starter

Zwei Umstellungen von Carlisle waren aber mindestens genauso wichtig (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

Point Guard J.J. Barea gab in seinem ersten Playoff-Start seit den gewonnen Finals 2011 einen Kick. Der Puerto Ricaner verbuchte starke 17 Zähler und 13 Assists.

Neben Barea überzeugte auch der ebenfalls in die erste Fünf beorderte Al-Farouq Aminu (16 Punkte, 12 Rebounds) in Abwehr und Angriff.

"J.J. hat richtig gewirbelt. Ich habe von ihm noch nie 13 Assists in einem Spiel gesehen. Das war phänomenal", lobte Nowitzki den kleinen Spielmacher.

Rockets an den Brettern im Griff

Für Aminu und Barea waren es die ersten Double-Doubles ihrer Playoff-Karriere. Vor allem Aminu sprang Chandler (10 Punkte, 14 Rebounds) in der Defense zur Seite und entlastete Nowitzki.

Der überraschende Rebound-Vorteil (52:38) war die logische Folge. Die mieserable Dreierquote der Rockets (7 von 31) schadete auch nicht.

"Wir sind sehr enttäuscht darüber, wie wir heute aufgetreten sind. So wirst du kein Meisterteam. Das fängt bei mir und James an", sagte Dwight Howard.

Harden diesmal kontrolliert

In der Tat hielt Dallas MVP-Kandidat James Harden (24 Punkte) und vor allem Howard (13 Zähler, 7 Rebounds) diesmal besser unter Kontrolle.

Trotzdem wären die Mavs nicht die Mavs, wenn sie am Ende nicht fast noch eingebrochen wären.

Nach dem zwischenzeitlichen 81:57 kamen die Rockets durch Josh Smith (23 Zähler) knapp vier Minuten vor Schluss plötzlich auf 103:112 heran, kurz zuvor hatte sich Richard Jefferson ein dummes technisches Foul abgeholt.

"Es war am Ende sehr viel enger, als wir uns das gewünscht hätten. Du leistest dir ein, zwei schlechte Aktionen und sie sind zur Stelle, aber wir haben es durchgezogen", sagte Nowitzki.

Nowitzki macht den Sack zu

Mit vier Punkten beendete der MVP von 2007 die Comeback-Hoffnungen des texanischen Rivalen. Spiel 5 steigt nun in der Nacht auf Mittwoch wieder in Houston (ab 2 Uhr LIVESCORES).

"Wir wollen die Serie unbedingt zurück nach Dallas bringen. Es macht richtig Spaß. Jetzt wollen wir auch die nächsten 15 gewinnen", witzelte Barea - dann wäre der zweite Titel eingetüt. Ganz so weit ist es noch nicht.

Können die Mavs aber tatsächlich als erstes Team ein 0:3 noch drehen? Der erste Schritt ist getan und der Glaube an das Wunder ist da.

Der Playoffbaum der NBA 2015
Der Playoffbaum der NBA 2015 © SPORT1
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