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München und Dallas - In einem wilden Punktefeuerwerk verliert Dallas auch Spiel 3 gegen Hardens Rockets. Der brillante Dirk Nowitzki macht es am Ende spannend, aber Ellis vergibt den Ausgleich.

Den Dallas Mavericks kann in den NBA-Playoffs nur noch ein Wunder helfen (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Auch Dirk Nowitzkis glänzende Aufholjagd hat gegen die Houston Rockets nicht gereicht. Am Ende ging auch Spiel 3 der Best-of-Seven-Serie verloren - diesmal mit 128:130 (72:65).

Der deutsche Superstar zeigte mit 34 Punkten und acht Rebounds eine fantastische Leistung. Seine 16 Zähler im letzten Viertel halfen, einen zweistelligen Rückstand nahezu wettzumachen, ehe Monta Ellis den Ausgleich in letzter Sekunde verpasste (SERVICE: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

"Dieses Spiel hätten wir unbedingt gewinnen müssen. Wir haben uns wirklich zurückgekämpft. Es ist definitiv eine der bittersten Niederlagen meiner langen Playoff-Karriere", bilanzierte ein schwer enttäuschter Nowitzki.

Mavericks in wildem Shootout

Ohne den praktisch aussortierten Point Guard Rajon Rondo und den am Knie verletzten Chandler Parsons ließen sich die Mavs auf einen wilden Texas-Shootout ein.

Bereits nach dem ersten Viertel standen insgesamt 78 Zähler zu Buche. Die 258 Punkte waren die meisten in einem Playoff-Spiel ohne Verlängerung seit 1995. Damals schlug Houston die Utah Jazz mit 140:126.

Ray Felton startete sein erstes Playoff-Spiel seit zwei Jahren an Rondos Stelle, war aber kein Faktor. Feuer und Leidenschaft war dem Team nach dem Rondo-Eklat nicht abzusprechen.

"Wir haben alles gegeben und am Ende Moral bewiesen, aber es hat nicht gereicht. Also müssen wir noch eine Schippe drauflegen, um zumindest den Sweep zu vermeiden", forderte Tyson Chandler.

Harden stellt Bestleistung auf

Die Aussichten sind allerdings nicht rosig. Gegen James Harden fand Dallas in Spiel 3 dank seiner schon gewohnt löchrigen Verteidigung nie ein Mittel (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

Mit 42 Punkten stellte der MVP-Kandidat eine persönliche Playoff-Bestleistung auf. Das schaffte auch Center Dwight Howard mit 26 Rebounds. Dessen Spiel brachte jedoch Mavericks-Coach Rick Carlisle auf die Palme.

"Auch den Schiedsrichtern passieren Fehler, aber diese harte Spielweise müssen sie unter Kontrolle bringen. Howard schmeißt Leute durch die Gegend. Das darf in Spiel 4 nicht passieren die Regeln müssen eingehalten werden", wetterte Carlisle.

Howard mit harter Spielweise

Auslöser war eine Aktion Howards gegen Devin Harris zu Beginn des letzten Viertels. Der Center schubste den Guard der Gastgeber ins Aus, schnappte sich den Ball und passte auf Trevor Ariza, der per Dreier zum 104:99 traf.

Bereits während der Saison hatte sich Eigentümer Mark Cuban massiv beschwert. Ellis werde immer hart attackiert, bekäme aber viel zu wenige Freiwürfe - nicht zuletzt im Vergleich zu Harden.

"Das muss aufhören. Er hat es gut gemacht, Gegenspieler immer wieder zu schubsen. Er ist aber damit durchgekommen, schön für ihn", sagte J.J. Barea.

Nowitzki überlässt Ellis letzten Wurf

In der Endphase kam dann auch noch Pech dazu. Harden, der auch noch neun Assists sammelte, versenkte mit viel Glück den letztlich wichtigsten Wurf zum 129:126. Der Ball tänzelte auf dem Ring entlang, sprang ans Brett und fiel dann doch noch in den Korb.

Dennoch müssen sich die Mavs an die eigene Nase fassen. Trotz ihrer Defensiv-Allergie hatten sie die Chance, auf den Sieg. Nowitzki und Ellis (Playoff-Bestleistung mit ebenfalls 34 Punkten) stellten mit einem 7:0-Lauf 73 Sekunden vor dem Ende auf 123:124 - die Arena tobte.

Warum allerdings am Ende Ellis und nicht der gerade ultra-heiße Nowitzki den letzten Wurf bekam, blieb Carlisles und Nowitzkis Geheimnis.

"Im Nachhinein gehen dir eine Million Dinge durch den Kopf, die du anders hättest machen können. Ich hinterfrage den Coach nicht. Monta ist seit zwei Jahren der Mann. Ich denke, damit sind wir ganz gut gefahren", sagte Deutschlands Aushängeschild.

Historie spricht gegen Dallas

Diesmal allerdings ging es schief. Vor allem in den Playoffs hat Ellis nicht annähernd Nowitzkis Erfolgsquote vorzuweisen. Die Rockets können nun bereits in der Nacht auf Montag (ab 3 Uhr LIVESCORES) den Sack zumachen.

Kein NBA-Team setzte sich nach einem 0:3-Rückstand noch durch. Seit der Meisterschaft 2011 holten sich die Mavericks keine Serie mehr.

"Es wird nicht leicht, aber wir müssen jetzt motiviert bleiben. Es zählt nur das nächste Spiel. Alles anderes ist unwichtig", sagte Amar'e Stoudemire, der ordentliche 14 Minuten mit acht Punkten und vier Rebounds lieferte.

Dallas steht kurz davor, ein weiteres Jahr von Nowitzkis goldenen NBA-Herbstjahren in den Sand zu setzen.

Der Playoff-Baum der NBA 2015
Der Playoff-Baum der NBA 2015 © SPORT1
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