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München und Houston - Dirk Nowitzki zeigt in Spiel 1 bei den Rockets seine gewohnte Playoff-Form, aber Dallas kann James Harden und Co. nicht einbremsen. Zwei Mavericks-Meister trumpfen auf.

Zwei Meisterspieler von 2011 in Diensten der Houston Rockets haben entscheidend zum verpatzten Start der Dallas Mavericks in die NBA-Playoffs beigetragen.

Dirk Nowitzkis Team musste sich nach einer schwachen Abwehrleistung in Spiel 1 der ersten Runde Houston mit 108:118 (55:59) geschlagen geben (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Der deutsche Superstar lieferte mit 24 Punkten und acht Rebounds eine gewohnt starke Playoff-Leistung. In den entscheidenden Momenten fehlte aber die Unterstützung.

"Man muss ihnen Respekt zollen. Wir haben uns natürlich auf James (Harden, Anm. der Red.) konzentriert, es aber dabei den anderen Jungs zu einfach gemacht", haderte Nowitzki (SERVICE: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

Brewer nimmt Rache für Chips-Tüte

Zwar markierte MVP-Kandidat Harden "nur" 24 Zähler, er setzte jedoch seine Mitspieler nicht nur wegen der elf Assists wirkungsvoll ein. Besonders die ehemaligen Mavericks Jason Terry (16 Punkte, 4 Dreier) und Corey Brewer profitierten.

Brewer - im Mavs-Marsch zum Titel 2011 nur Statist - erzielte 13 seiner 15 Zähler im Schlussviertel - darunter drei Dreier in einer Spanne von knapp drei Minuten.

Weil Dallas damals unbedingt Lamar Odom wollte, wurde Brewer nach der Meisterschaft an Denver verscherbelt. "Es fühlt sich gut an. Sie haben mich damals gegen eine Tüte Chips eingetauscht. Es ist immer schön, gegen sie zu spielen", jubelte Brewer.

Nowitzki macht kurz Hoffnung

Als Nowitzki sein Team neun Minuten vor dem Ende auf sieben Punkte heranbrachte, keimte trotz aller Defensivprobleme Hoffnung auf den so wichtigen Auswärtssieg.

Brewer hievte den Vorsprung der Gastgeber aber immer wieder in zweistellige Regionen. Sein Drei-Punkte-Spiel zum 109:95 machte mit noch drei Minuten auf der Uhr alles klar (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

Für Terry, der seit Patrick Beverleys Verletzung neben Harden in der Startformation steht, war es dagegen keine besondere Motivation, auf seinen alten Kumpel Nowitzki zu treffen.

"Das ist für mich ein alter Hut. Die Playoffs sind meine Jahreszeit, es sind eben jetzt zufällig die Mavericks. Heute haben wir den ersten Teil unseres Jobs erledigt", sagte "Jet", der acht Jahre für Dallas die Knochen hingehalten hatte.

Parsons, Rondo und Ellis zu schwach

Bei den Mavs meldete sich der am Knie angeschlagene Ex-Rocket Chandler Parsons zurück, traf aber nur fünf seiner 15 Würfe. Auch Monta Ellis und Rajon Rondo (zusammen 12 von 32) ging die Effizienz des texanischen Rivalen ab.

Rondo konnte zudem defensiv seine prognostizierte Rolle als Schlüsselspieler der Best-of-Seven-Serie nicht mit Leben füllen. Mit ihm auf dem Court verlor Dallas 25 Punkte.

Mit einem Horror-Auftakt fingen sie sich einen schnellen 6:19-Rückstand ein und leisteten sich allein im ersten Viertel sechs Ballverluste.

"Wir müssen unbedingt damit aufhören, den Ball wegzuwerfen. 17 Turnover haben ihnen 23 Punkte im Fast Break auf dem Silbertablett serviert", kritisierte Coach Rick Carlisle.

Mavericks-Plan war richtig

Lediglich Tyson Chandler (11 Zähler, 18 Rebounds) zeigte wie Nowitzki eine Topleistung. Er überstrahlte Dwight Howard (11 Punkte, 5 Rebounds) - trotz dessen fünf Blocks.

Carlisle untermauerte mit einer guten Einstellung seiner Truppe den Ruf eines Meistertaktikers in den Playoffs. Howard in Foulprobleme zu bringen und Harden halbwegs unter Kontrolle zu halten, funktionierte. Auch an den Brettern (49:44) schlugen sich die Gäste hervorragend.

Die Rollenspieler Brewer, Terry, Terrence Jones (19 Zähler, 9 Rebounds) und Trevor Ariza (12 Punkte, 11 Rebounds) stellten die vermeintlich tiefer besetzten Mavs dagegen vor große Probleme.

"Wir geraten jetzt nicht in Panik. Wir haben sehr viel falsch gemacht und mit zehn verloren. Wir müssen die richtigen Schlüsse ziehen", forderte Chandler.

Druck für Spiel 2 hoch

In Spiel 2 (Mi., ab 3.30 Uhr LIVESCORES) müssen die Mavericks als Team besser verteidigen, sonst geht es mit viel Druck und einem 0:2 im Gepäck in die Heimspiele.

Die 50-50-Bälle und die Verteidigung der Dreierlinie waren die Achillesfersen. Die Rockets waren oft gedankenschneller, giftiger. Zudem muss von Ellis und Parsons (1 von 8 bei Dreiern) mehr kommen.

"Es ist sehr schmerzhaft und frustrierend. Ich will unbedingt helfen, hatte aber keinen Schwung aus den Beinen bei den Würfen, Hoffentlich wird es bis Spiel 2 besser", sagte Parsons über seine Knieprobleme.

Ellis, der von Nowitzki immer wieder als neuer "Closer" angepriesen wird, tauchte im Schlussabschnitt völlig unter und traf nur einen von vier Würfen.

"Wir hatten gute Möglichkeiten, aber die Würfe sind nicht gefallen", sagte Carlisle. Sich allein auf Sprungwürfe zu verlassen, war in den Playoffs aber noch nie ein Erfolgsrezept.

Der Playoff-Baum der NBA 2015
Der Playoff-Baum der NBA 2015 © SPORT1
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