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2011 gewann Dirk Nowitzki seinen ersten und bislang einzigen NBA-Meisterring © getty

München - Dallas ist gegen James Hardens Rockets der Underdog. SPORT1 nennt aber Gründe für den Coup - und Dirk Nowitzki auch. Ein Vorstoß von Milliardär Cuban zählt dazu.

Rosenkränze wurden gebetet, alle Schutzheiligen angefleht.

Die Dallas Mavericks wollten um jeden Preis den NBA-Champion San Antonio Spurs in Runde eins der Playoffs vermeiden - und es hat tatsächlich geklappt (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Mit einer Pleite gegen die New Orleans Pelicans am letzten Spieltag rutschten die Spurs noch von Platz zwei in der Western Conference und ließen Dirk Nowitzki und seinen Kollegen ein paar mittelschwere Felsbrocken vom Herzen fallen.

Mavericks gegen Houston

Jetzt bekommen es die Mavs mit den Houston Rockets zu tun (Spiel 2 am Mittwoch, ab 3.30 Uhr LIVESCORES).

Zwar auch kein leichter Gegner, doch bei weitem nicht so schlimm wie die ewig unterschätzten und doch ewig erfolgreichen Spurs von Trainer Gregg Popovich.

"Im Westen sind alle stark, aber Houston liegt uns ganz gut. Wir sind uns sehr ähnlich und spielen oft mit kleineren Aufstellungen und vielen Schützen. Das wird eine umkämpfte Serie", sagte Nowitzki im Rahmen eines Conference-Calls.

Das Duell Tyson Chandler gegen Dwight Howard könnte unentschieden ausgehen, Chandler Parsons - so er denn rechtzeitig fit wird - und Trevor Ariza agieren ebenfalls ungefähr auf einem Level. Monta Ellis im Zweikampf mit James Harden soll zunächst auch nur eine untergeordnete Rolle spielen.

SPORT1 nennt fünf Gründe, warum die Mavericks gegen die Rockets gewinnen können:

1: Tiefere Bank

Ohne Verletzungssorgen hätten die Rockets es auf jeden Fall mit den Mavericks in diesem Punkt aufnehmen können, doch ohne Point Guard Patrick Beverley, Power Forward Donatas Motiejunas und Rookie K.J. McDaniels schrumpft die Rotation der Raketen erheblich.

"Das ist für uns natürlich ein bisschen glücklich. Ich hoffe, dass wir die tiefere Mannschaft sind. Wir müssen den Druck aufrechterhalten, wenn die Jungs von der Bank reinkommen. Der Schlüssel ist aber für uns alle, schnell zurück zu rennen. Sie sind gefährlich im Schnellangriff und von der Dreierlinie", sagt Nowitzki auf SPORT1-Nachfrage.

Statt Motiejunas bekommt es der 36-Jährige persönlich jetzt mit den Kraftpaketen Terrence Jones und Joey Dorsey zu tun, die ihn als Verteidiger unter dem Korb ziemlich malträtieren werden.

Nowitzkis Antwort? Im nächsten Angriff den Dreier ins Gesicht, denn der Würzburger ist fast zehn Zentimeter größer als das Duo (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

Bekommt Nowitzki eine Pause, können Charlie Villanueva, Amare'e Stoudemire und Al-Farouq Aminu, den Nowitzki als einen der Verteidiger für Harden ins Spiel bringt, für produktive Minuten sorgen.

Im Gegensatz dazu hat Houston neben Jones und Dorsey nur noch Josh Smith zu bieten. Der Ex-Piston hat sich zwar klasse bei den Rockets integriert, doch über 48 Minuten haben die Mavs die Nase vorn.

2: Point Guards

Houston Rockets v Dallas Mavericks
Rajon Rondo (l.) wird häufig auf Houstons Superstar James Harden treffen © Getty Images

Zwar kämpft sich Houston schon seit Monaten ohne Beverley durch die Saison, doch die Notlösung mit Ex-Maverick Jason Terry und Rentner Pablo Prigioni auf der Eins dürfte Head Coach Kevin McHale noch ein paar mehr Sorgenfalten ins Gesicht zaubern.

Denn auf der Gegenseite hat McHales ehemaliger Celtics-Kollege und Mavs-Meistermacher Rick Carlisle ein ganzes Arsenal an starken Spielmachern.

Angefangen bei Rajon Rondo über J.J. Barea, Devin Harris und Raymond Felton hat Dallas einfach mehr Guard-Trümpfe in der Hand.

3: Freiwürfe

Dallas verwandelt 75,2 Prozent seiner Würfe an der Freiwurflinie, Houston landet bei 71,5.

Auf den ersten Blick ist der Unterschied zwischen beiden Teams also gar nicht so groß, doch der Teufel ist ein Eichhörnchen und steckt meistens im Detail.

Denn die Rockets vereinen ein Quintett des Freiwurfgrauens im Team.

Center Howard zittert jeden zweiten Wurf durch den Ring (53%), Smith liefert ähnlich miese Werte ab. Jones ist unter den Blinden der einäugige Freiwurfkönig und verwandelt 61 Prozent.

Bei Dorsey (29%) und Clint Capela (17%) wird McHale regelmäßig schwarz vor Augen. Gerade in den Playoffs mit noch mehr Druck könnte das zum großen Faktor werden.

"Unser Coach hat das ja schon öfter genutzt. Fouls an schwachen Freiwerfern ist immer eine Option. In so einer Serie, musst du alles ausnutzen", bestätigte Nowitzki, dass Charles Barkleys Rat für die Mavericks Sinn ergibt.

4: Flexiblere Offensive

McHale und Carlisle sind beide durch ihre Zeit bei den Meister-Celtics der Saison 1986 geprägt und haben sich zumindest grob in die gleiche Richtung entwickelt.

Beide Teams lieben den Dreier und drücken gnadenlos ab, wenn sich die Möglichkeit dazu bietet. Houston fährt die Schiene Dreier oder Dunking noch etwas konsequenter, was natürlich an General Manager und Statistik-Nerd Daryl Morey liegt.

Doch es macht Houston eben auch ein bisschen berechenbarer, vor allem in der Kombination mit Harden als erste Option. "The Beard" ist an über 42 Prozent der Punkte direkt oder als Vorlagengeber beteiligt - die höchste Quote seit Derrick Rose in seinem MVP-Jahr 2010/11.

Mit Harden bringt es Houston bei 100 Angriffen auf 111,9 Punkte, ohne ihn nur auf 95,7.

Gerade aus dem Mitteldistanzbereich dürfte Dallas einige Optionen mehr haben und so flexibler auf Taktikkniffe von McHale reagieren können.

Überblick: Der Playoff-Baum der NBA
Überblick: Der Playoff-Baum der NBA © Getty/SPORT1

5: Mark Cuban

Der extrovertierte Besitzer der Mavericks hat sich in dieser Saison lange ruhig verhalten, vielleicht auch, weil ihm ohne Ex-Commissioner David Stern der Strafen wütige Widerpart gefehlt hat.

Doch zum Ende der Spielzeit platzte dem Basketball-Fanatiker doch noch der Kragen.

Harden bekomme viel mehr Freiwürfe als jeder andere Spieler in der Liga - und vor allem viel mehr als Monta Ellis.

Dallas' Go-to-Guy kassiert in der Tat häufig Schläge, wenn er ohne Rücksicht auf Verluste zum Korb geht - Pfiffe gibt es im Vergleich zu Harden dagegen eher selten (Freiwurf-Versuche: 3,8 zu 10,2).

Cuban forderte die Fans auf, alle vermeintlichen Verfehlungen der Schiedsrichter via Soziale Netzwerke öffentlich zu machen und vielleicht beeinflusst dieser Druck, alles richtig zu machen, zumindest ein klein wenig auch die Referees.

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