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München - Atlantas Thabo Sefolosha wird am Rande der Messerattacke gegen Chris Copeland von der Polizei in Gewahrsam genommen. Bei der Festnahme verletzt er sich schwer.

Die Atlanta Hawks waren in der bisherigen Saison die Erfolgsgeschichte der NBA (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Doch kurz vor dem Start der Playoffs kommt beim Team des Deutschen Dennis Schröder Unruhe herein.

Die Festnahme von Pero Antic und Thabo Sefolosha nach dem Messerangriff auf Indianas Chris Copeland vor einem Nachtklub in Manhattan allein wirft schon einen Schatten auf die heile Hawks-Welt - doch das ist nur der Anfang einer seltsamen Geschichte.

Saison-Aus für Sefolosha

Wie jetzt bekannt wurde, zog sich Sefolosha in dieser Nacht auch einen Wadenbeinbruch sowie eine Bänderverletzung am rechten Bein zu und wird für den Rest der Saison ausfallen.

Nach der Attacke auf Pacers-Spieler Copeland wurden Antic und Sefolosha von der New Yorker Polizei wegen Behinderung der Beamten in Gewahrsam genommen.

Bei der Verhaftung kam es laut dem Polizeibericht dann zu einer Auseinandersetzung zwischen Sefolosha und mehreren Polizisten (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

Erschreckendes Polizeiprotokoll

In den Unterlagen ist vermerkt, dass sich der 30-Jährige massiv gewehrt haben soll, aggressiv aufgetreten sei und letztlich von vier Polizisten am Boden fixiert und gefesselt wurde.

"Als ich den Beschuldigten festnehmen wollte, begann er mit den Armen zu schwingen und zu treten. Der Beschuldigte erschwerte das Anlegen der Handschellen extrem, und es waren vier Beamte nötig, um die Festnahme durchzuführen", gab Police-Officer Johnpaul Giancona zu Protokoll.

Ein Passant filmte die Festnahme und stellte sie der US-Website TMZ.com zur Verfügung.

Guy Zucker, Sefoloshas Agent, gab ein Statement ab: "Es wird ein Gerichtsverfahren geben, daher kann ich keinen Kommentar zu der Situation abgeben. Ich glaube an Thabos Unschuld und wir stehen zu 100 Prozent hinter ihm. Dies ist für Thabo, seine Familie und die Hawks eine sehr schwierige Situation."

Head-Coach Mike Budenholzer äußerte sich ebenfall und sicherte dem Schweizer die Unterstützung der Hawks zu.

"Gut vorbereitet in die Playoffs"

"Unsere Gedanken sind bei Thabo, wir werden ihn bei seiner Rehabilitation vollumfänglich unterstützen", so Budenholzer: "Seine Einstellung und sein Einsatz werden ihm bei seiner Reha helfen. Unsere Mannschaft wird die Konzentration nicht verlieren und gut vorbereitet in die Playoffs gehen."

Der Schweizer wechselte vor der Saison aus Oklahoma City zu den Hawks und hatte als starker Verteidiger maßgeblichen Anteil am Aufstieg der Hawks zum besten Team der Eastern Conference.

Ohne Sefolosha kommen die Hawks auf eine Bilanz von 16 Siegen bei zehn Niederlagen, kein gutes Omen also für Atlanta in der wichtigsten Phase der Saison.

Was lief vor dem Nachtklub schief?

Der Fall wirft mehr als eine Frage auf, angefangen damit, was die drei NBA-Spieler Copeland, Antic und Sefolosha am Abend vor ihrem jeweiligen Spiel in einem New Yorker Nachtklub machen.

Prinzipiell eine Lappalie, die so wahrscheinlich im Profisport pro Klub einmal die Woche vorkommt, doch alles was danach passiert, wirft kein gutes Licht auf alle Parteien.

Antic und Sefolosha sollen nach der Attacke auf Copeland von der Polizei mehrfach gebeten worden sein, den Tatort zu verlassen.

Situation eskaliert

Im Anschluss eskalierte die Situation zwischen beiden Parteien, wobei Antic zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung Sefoloshas mit den Beamten bereits gefesselt am Boden saß.

Was genau passiert ist, wird die Verhandlung am 18. Juni hoffentlich klären.

Für die Hawks, die als Nummer eins im Osten in die Playoffs gehen, bedeutet die Verletzung einen herben Rückschlag in der Defensive, auch wenn die Mannschaft über das Kollektiv und nicht über Einzelspieler funktioniert.

Aktuell wäre Brooklyn Atlantas Gegner

Budenholzer gilt als Disziplinfanatiker und ist durch die Schule seines Spurs-Mentors Gregg Popovich allergisch gegen solche egoistischen Entgleisungen – gerade in dieser immens wichtigen Phase.

Die massive Ablenkung vor den Playoffs durch einen Vorfall abseits des Parketts erinnert ein wenig an die Los Angeles Clippers der vergangenen Saison.

Der Sterling-Skandal platzte zum Start der Postseason in die Clippers-Welt und beendete die Titeljagd von Chris Paul und Co. bereits im Halbfinale der Western Conference gegen Oklahoma City.

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